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Kosmetik

Lippenstift: Bio küsst besser

Wer gerne Lippenstift trägt, isst im Laufe seines Lebens mehr als drei Kilogramm davon. Da lohnt es, die Zutatenliste zu lesen!

25.11.2015 vonFrauke Werner

Wer gerne Lippenstift trägt, isst im Laufe seines Lebens mehr als drei Kilogramm davon. Da lohnt es, die Zutatenliste zu lesen!

Lippenstift muss zweierlei können: Die Lippen in Szene setzen und sie vor dem Austrocknen schützen. Denn sie besitzen weder Talg- noch Schweißdrüsen, ihre Hornschicht ist dünn und ihr UV-Eigenschutz gering. Naturkosmetik erreicht das mit wertvollen Pflanzen-zutaten wie Carnauba- und Candelillawachs, mit Bienenwachs und dem Wollfett Lanolin. Pflegendes Jojoba- und Mandelöl geben dem Lippenschmuck eine cremige Textur, Rizinusöl verteilt die Pigmente darin.

Versetzt mit dem Aroma natürlicher ätherischer Öle, erinnert die Mischung fast schon an ein Dessert. Wobei jeder „Koch“ ihm eine eigene Note verleiht: Lavera veredelt seine Lippenstifte mit Bio-Blütenbutter aus Rose, Malve und Linde während Lakshmi sie nach ayurvedischer Tradition mit Heilkräutern und dem Butterfett Ghee kocht. Mit Aprikosenkernöl und rhythmisierten Heilpflanzenauszügen verwöhnt Dr. Hauschka die Lippen. Und natürliche Anti-Aging-Wirkstoffe sowie ein Mix aus Edelsteinen zeichnen die Lippenfarbe von Logona aus.

Mineralöl: zum Verzehr nicht geeignet

Konventionelle Rezepturen erzeugen fast schon Übelkeit: Da kommen billige Mineralöle und -wachse hinein, die aus Erdöl stammen und mit Stoffen belastet sind, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA als möglicherweise krebserregend bewertet. Paraffin & Co. können sich zudem im Gewebe einlagern – mit welchen Folgen, ist noch ungeklärt. Nicht zum Verzehr geeignet befand daher Stiftung Warentest und rät von mineralölhaltigen Lippenprodukten ab.

Auch den Durst zarter Lippenhaut können die künstlichen Fette nicht stillen: Sie legen sich als Schicht obenauf und hindern sie am Atmen. Pflanzliche Öle integrieren sich in die Haut und binden dort Feuchtigkeit.

Natürliche Pigmente

Rosé, Korallenrot oder Brombeer – Naturkosmetik-Stifte sind ein Augenschmaus. Ihre Farbe kommt von natürlichen mineralischen Pigmenten. Das sind rot-braune Eisenoxide, Ultramarin, Glimmer und auch weißes Titandioxid, das zugleich vor UV-Strahlen schützt. In dünnen Schichten kombiniert geben sie tolle Glanz- und Pearleffekte. Knalliges Rot geht allerdings nur mit dem tierischen Farbstoff Carmin. Immer noch besser als die synthetischen Rot- und Gelbtöne, die herkömmlichen Lippenstift leuchten lassen. Solche aromatischen Amine können Allergien auslösen, teils vermutlich auch Krebs, wie Studien nahelegen. Auch hinter „Parfum“ in der Zutatenliste verbergen sich häufig künstliche Stoffe aus der Chemieküche. Nicht selten sind chemische Konservierungsstoffe und UV-Filter, die den Hormonhaushalt stören können.

Abschminken

Auch wenn es abends mal spät geworden ist, der Lippenstift muss ab. Dazu Reinigungsmilch auf ein Tuch geben und die Farbe von den Mundwinkeln zur Mitte hin abwischen. Sanft abschminken geht auch mit Distel- oder Olivenöl. Anschließend mit Lippenbalsam verwöhnen.

Langer Halt

Kussecht, long lasting? Das geht nur mit Chemie. Mit diesen Tricks hält der Lippenstift auch „ohne“ lang: Lippenbalsam auftragen, damit die Farbe später nicht bröckelt. Dann die Lippen mit neutralem Gesichtspuder abpudern. Mit farblich passendem Konturenstift rahmen. Jetzt kommt der Lippenstift Ihrer Wahl. Überschüssige Farbe entfernen, indem Sie zum Beispiel ein Kosmetiktuch küssen. Pudern und Farbauftrag zwei, drei Mal wiederholen, fertig! Übrigens: Lippenstift darf man sogar bei Tisch schnell mal nachbessern, was sich für Make-up ansonsten nicht gehört.

Selten vegan

Lippenstift ohne Zutaten tierischer
Herkunft sucht man im Bio-Laden vergebens. Entweder es sind Bienenwachs und Wollfett als Grundstoffe drin und/oder der rote Farbstoff Carmin, der aus Schildläusen gewonnen wird. Einzige Ausnahme bei den hier vorgestellten Marken: Die Sorte Tender Taupe von Lavera. Die Vegan-Blume auf dem Farbpunkt des Deckels bürgt dafür. Sie wird von der Vegan Society vergeben.

Saubere Sache

Fertig geschminkt? Den Lippenstift vorsichtig mit einem Kosmetiktuch abwischen, damit keine Feuchtigkeit oder Bakterien auf dem Produkt zurückbleiben.

Perfekte Konturen

Damit der Lippenstift nicht schmiert, die Lippen zuvor mit einem Konturenstift rahmen. Als Lip-Liner oder Lip-Pencil bieten ihn auch die meisten Naturkosmetik-Hersteller an, farblich abgestimmt auf ihr jeweiliges Sortiment an Lippenstiften.

So viel Gift im kleinen Stift!

Wer das nicht schlucken will, der schaut nach Lippenstiften mit dem Siegel des BDIH, von Natrue oder Ecocert. Die sind garantiert besser verträglich, da wird Schminken zum Genuss!

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