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Haare färben mit Bio-Haarfarbe – wie es geht und was drin ist

Ob blond oder braun, ob rot oder schwarz – Pflanzenhaarfarben ergeben lebendige Zwischentöne. Sie machen das Haar füllig und glänzend und das Färben ist gar nicht so schwer.

31.08.2005 vonLeo Frühschütz

Ob blond oder braun, ob rot oder schwarz – Pflanzenhaarfarben ergeben lebendige Zwischentöne. Sie machen das Haar füllig und glänzend und das Färben ist gar nicht so schwer.

Jede dritte Frau färbt oder tönt ihre Haare. „Ich experimentiere gern mit Haarfarben.“ Das sagen 29 Prozent der für die Zeitschrift Brigitte befragten Frauen. Für solche Experimente gibt es chemische Produkte in allen möglichen Farben. Doch die sind nicht ungefährlich. Chemische Haarfarben enthalten aromatische Amine oder Azo-Farbstoffe, die unter Verdacht stehen, das Erbgut zu schädigen oder Krebs auszulösen. In Textilien sind sie deshalb EU-weit verboten, ebenso wie in anderen Kosmetika. Für Haarfarben gelten nach wie vor Ausnahmen - sehr zur Freude der Unternehmen, die solche Produkte anbieten.

Pflanzenhaarfarben sind in jeder Hinsicht anders. Während chemische Farben einfach übertünchen, färben Pflanzenfarben die Haare nicht einheitlich, sondern verbinden sich mit dem Ausgangsfarbton zu schönen Farbnuancen. Sie decken graue Haare nicht vollständig ab. Die grauen Strähnen schimmern in einem helleren Farbton durch. Das wirkt natürlich, die Färbung ist kaum zu erkennen. Da das Ergebnis je nach Ausgangshaarfarbe ganz unterschiedlich sein kann, zeigen Logona und Sante auf Farbtonkarten die Färbewirkung. Die Intensität des Farbtons nimmt zu, je länger das Pulver einwirkt und je feiner das Haar ist. Einziger Nachteil bei Pflanzenfarben: Aus dunkelbraunem Haar lässt sich leider kein platinblondes machen. Aufhellen geht nur mit Chemie, und die ist in Pflanzenfarben nicht drin.

So färbt ihr richtig

Wer gerade mit gebleichten Haaren oder saurer Dauerwelle vom Friseur kommt, muss ein paar Wochen warten. Pflanzenfarben vertragen sich nicht mit chemischen. Wer unsicher ist, kann auch erst mal an einer verdeckten Strähne ausprobieren. Ansonsten gilt: Haare vorher gründlich waschen, um Reste von Kuren, Spülungen, Spray oder Festiger zu entfernen. Die stören beim Färben, weil sich die Pigmente nicht am Haar anlagern können. Anders herum kann es durchaus passieren, dass die Haut an Stirn und Ohren unbeabsichtigt mitgefärbt wird. Doch das lässt sich verhindern.

Mit Ausnahme der Color Cremes von Logona bestehen alle Pflanzenfarben aus Pulver, das man mit heißem Wasser anrührt. Schwarzer Tee statt Wasser steigert die Farbintensität. Um zu vermeiden, dass die Haut an Stirn und Ohren mitgefärbt wird, sollte man dort eine fetthaltige Creme auftragen. Dann kann man die noch warme Paste Strähne für Strähne ins Haar einarbeiten. Einige Tropfen Öl im Brei und eine gute Freundin erleichtern die Prozedur. Zum Schluss mit einer Kunststoffhaube abdecken. Die liegt in der Packung neben den Einmal-Handschuhen. Je nach gewünschter Intensität 15 Minuten bis zwei Stunden einwirken lassen.

Bei hellen, dünnen Haaren geht es schneller, ebenso in der Sonne oder unter der Trockenhaube. Nach dem Färben Pulverbrei auswaschen und die Haare mit einem milden Shampoo reinigen. Von Logona gibt es zur Vor- und Nachbehandlung seit kurzem Spezialprodukte. Bei den Color Cremes, die Logona Anfang 2005 vorstellte, entfällt das Anrühren. Die Farbe kommt direkt aus der Tube aufs Haar. Derzeit gibt es drei Farbtöne, weitere sollen folgen.

Was ist in Pflanzen-Haarfarbe enthalten?

Die wichtigste Färbepflanze ist der Hennastrauch. Seine pulverisierten Blätter sind reich an Gerbsäure. Erst am Haar nimmt der Farbstoff Lawson seine rötliche Färbung an. Henna macht das Haar fülliger und glänzend. Vor einigen Jahren geriet es ins Gerede, weil Lawson das Erbgut schädigen sollte. Aufgrund neuer Ergebnisse hat das Bundesinstitut für Risikobewertung diesen Verdacht widerrufen.

Während Henna alleine - wie bei Biokosma - rötliche Töne liefert, erweiterten Logona, Sante und Tol-Cosmetik die Farbpalette: Kamille und Gelbwurz steuern blonde Töne bei, Walnussschalen und Kaffee ergeben braun, Hibiskus und Rote Bete weitere Rottöne. Für besonders dunkle Varianten sorgt der blau-schwarze Farbstoff der Indigoblätter. Die einzelnen Produkte einer Marke sind untereinander mischbar und ergeben so neue Farbtöne. Natürlich sind Pflanzenhaarfarben auch etwas für Männer. Graumelierte Schläfen sollen ja seriös wirken. Aber wer möchte das ständig sein?

Wie lange hält Haarfarbe?

Pflanzenhaarfarben: Halten so lang wie Intensivtönungen. Logona, Sante und Tol bieten leicht färbende Shampoos an. Sie frischen den Farbton etwas auf und verlängern so die Haltbarkeit der Tönung.

Konventionelle Hersteller geben folgende Haltbarkeitsstufen an:

  • Tönungen: Halten sechs bis acht Haarwäschen lang.
  • Intensivtönungen: Bleiben bis zu 24 Haarwäschen lang im Haar.
  • Oxidationshaarfarben: Sind nicht auswaschbar, wachsen sich aus.

Ist Henna gefährlich?

Manchmal warnen Behörden vor gefährlichen Henna-Produkten. Dabei handelt es sich um Henna aus unseriösen Quellen, das mit chemischen Farbstoffen versetzt ist. Meist sind es sehr dunkel färbende Mischungen, die für Body-Painting und Tatoos gedacht sind. Auch manche konventionelle Haarfarbe schmückt sich mit Henna, enthält aber vor allem Chemie. Mit den Haarfarben der Naturkosmetik haben solche Produkte nichts zu tun.

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