Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Umwelt

Wie geht es den Wildbienen?

Wildbienen liefern zwar keinen Honig, haben aber trotzdem große Bedeutung für unser Essen. Was wir tun können, damit es ihnen besser geht.

18.03.2021 vonLeo Frühschütz

Wildbienen liefern zwar keinen Honig, haben aber trotzdem große Bedeutung für unser Essen. Was wir tun können, damit es ihnen besser geht.

Wer an Bienen denkt, dem kommt in der Regel auch gleich Honig in den Sinn. Dabei produzieren die meisten Arten nichts von dem golden-süßen Saft. Wildbienen übernehmen für den Erhalt der Ökosysteme trotzdem wichtige Funktionen, sind unter anderem fleißige Bestäuber und damit für die Landwirtschaft von unschätzbarem Wert. Paradoxerweise sorgt diese in ihrer konventionellen Variante für die größte Gefahr für Wildbienen. Wir haben sechs wissenswerte Fakten über die wilden Verwandten der Honigbiene zusammengestellt.

1. Was unterscheidet die wilden Verwandten von der Honigbiene?

Rund 585 Wildbienenarten leben in Deutschland – behaarte wie die Blaue Holzbiene und unbehaarte wie die Maskenbiene. Sie ernähren sich von Nektar und Pollen und bestäuben dabei Pflanzen. Doch produzieren Wildbienen keinen Honig aus dem Nektar.

2. Wie sieht es mit dem Schutz von Wildbienen aus?

Über die Hälfte der Wildbienen-Arten steht auf der Roten Liste. Die Bundesregierung hat ein Gesetz zum Schutz der Bienen angekündigt, konnte sich aber bisher nicht auf einen Entwurf einigen. Wer nicht auf die Politik warten möchte, kann sich bei der Initiative „Deutschland summt!“ engagieren.

3. Schadet die Landwirtschaft den Wildbienen?

Etwa ein Drittel der Wildbienen hat sich auf die Pollen bestimmter Pflanzenfamilien oder einzelner Arten spezialisiert. Verschwindet die Pflanze, stirbt die Biene mit aus. Deshalb schadet eine Landwirtschaft, die Wildkräuter wegspritzt und keine Blühstreifen zwischen Feldern lässt, den Wildbienen besonders.

Die Frühlings-Seidenbiene holt sich ihre Nahrung am liebsten auf den Blüten von Weiden. Sie fliegt und bestäubt von Februar bis Anfang Mai.

4. Warum sind Wildbienen so wichtig?

Wildbienen bestäuben die Pflanzen schneller und effektiver als Honigbienen. Zudem fliegen sie auch, wenn es den Honigbienen schon zu kalt oder zu nass ist. Weil viele Obst-, Gemüse und auch Zierpflanzen beim Bestäuben auf Wildbienen angewiesen sind, ist auch ihre ökologische Bedeutung enorm.

5. Wie sehen Nistplätze von Wildbienen aus?

Mit Ausnahme der Hummeln kümmern sich die meisten Wildbienen allein um den Nachwuchs: Die Weibchen stopfen Pollen und Nektar in Löcher im Boden oder hohle Stängel, legen ein Ei dazu und verschließen die Brutkammer. Danach sterben sie. Ihre 20 bis 40 Nachkommen schlüpfen im nächsten Frühjahr.

Im Garten des bio verlags haben wir auch ein paar Nisthilfen aufgehängt. Jede Menge Tipps, wie ihr selbst welche baut und worauf zu achten ist, findet ihr unter wildbienen.info.

6. Wie können wir den Wildbienen helfen?

Ausgeräumte Gärten bieten Wildbienen keine Nistmöglichkeiten. Da helfen selbst gebaute Nisthilfen, aber auch Stängel von Stauden, die über den Winter stehen bleiben. Als Menü schätzen die Tiere heimische Blühpflanzen wie Wilde Möhre und Klatschmohn oder Kräuter wie Oregano.

Kommentare

Schlagwörter

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge