Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Kosmetik

Alles über Deocreme

Deocremes sind voll im Trend. Doch ihr solltet nur Naturkosmetik an eure Achseln lassen. Wir erklären, warum.

29.07.2020 vonFrauke Werner

Deocremes sind voll im Trend. Doch ihr solltet nur Naturkosmetik an eure Achseln lassen. Wir erklären, warum.

Der Trick wirkt: Etwas Natronpulver in die Socken gestreut verhindert Stinkefüße! Das alte Hausmittel, mit vollem Namen Natriumhydrogencarbonat, lässt Kuchen aufgehen, entfernt Kalk – und bindet Gerüche. Dank dieser Eigenschaft triumphiert Natron heute als Top-Zutat in Deocremes und leistet unter der Achsel einen entscheidenden Beitrag gegen Muff.

Das ist in Deocremes drin

Im Prinzip ist Schweiß ja fast geruchlos. Erst wenn hauteigene Bakterien seine Fettsäuren zersetzen, beginnt es zu müffeln. Das wollen Deos verhindern: entweder als Anti-Transpirant. Dann unterdrückt das Deo den Schweißfluss durch chlorierte Aluminiumsalze. Das mag zwar gut gegen peinliche Schwitzflecken unter der Achsel sein, ist jedoch nicht gut für die Gesundheit. Denn solche Aluminiumsalze können die Haut reizen und stehen im Verdacht Brustkrebs und Alzheimer-Erkrankungen zu fördern. Dennoch stecken sie in vielen konventionellen Deos. Naturkosmetik verzichtet auf Aluminiumsalze, mit Ausnahme des natürlichen Alauns. Dieses ist hautverträglicher, kann aber ebenfalls Aluminium abgeben.

Natron neutralisiert

Die meisten zertifizierten Naturkosmetik-Deos nehmen den anderen Weg, Achselmuff zu verhindern: Sie unterdrücken nicht das Schwitzen, sondern wirken den geruchsbildenden Bakterien entgegen, mit ätherischen Ölen, Silber und/oder Alkohol. In Deocremes erfüllt Natron diesen Zweck. Es neutralisiert den Geruch und schafft ein basisches Milieu auf der Haut, in dem Bakterien nicht gut wachsen. Stärke aus Mais, Tapioka oder Pfeilwurzelextrakt binden Feuchtigkeit, damit die Achsel trocken bleibt. Kokosöl, Sheabutter und Bienen- oder Pflanzenwachs geben Deocremes ihre Konsistenz. Je nach Sorte sind sie weich oder fester und schmelzend. Sie pflegen und beruhigen die zarte Achselhaut. Auch Pflanzenöle, Glyzerin, Zinkoxid oder Johanniskrautöl in manchem Tiegel tun das. Natroncremes sind sanft zur Haut, ergiebig, wirksam und schonen die Umwelt, indem sie Verpackung sparen. Ihre Glastiegel haben Deckel aus Alu oder Holz, die man anderweitig verwenden kann. Außerdem gibt es sie im Mehrwegglas und in der Weißblechdose, komplett recycelbar. Manche Cremes wurden in nicht ganz so umweltfreundliche Alu-Töpfchen gefüllt.

Deocreme in Tuben

Deocreme in Tuben funktioniert etwas anders als die neuen Natroncremes. Sie enthält Mikrosilber, das zugleich kühlt und den Juckreiz stillt, und verzichtet auf Duftstoffe und Alkohol. Oder das basische Hautpflege-Konzept steht im Vordergrund: Hier vertreibt ätherisches Salbeiöl die geruchsbildenden Bakterien, Rügener Heilkreide bindet den Schweiß. Solche Deocremes sind eine Alternative für Menschen mit besonders empfindlicher Haut.

Wie lange wirkt Deocreme?

Wie lang eine Deocreme wirkt, hängt von vielen Faktoren ab: schwitzt man viel oder wenig, ist es warm oder kalt, treibt man Sport oder lümmelt auf dem Sofa? Deshalb sagen die meisten Hersteller: „Bei Bedarf mehrmals täglich auftragen.“ Sorten, die 24 Stunden lang Frische versprechen, tun das mit einer Extraportion Natron. Achtung: Wer von einem konventionellen, Aluminium-haltigen Deo zu Natroncreme wechselt, muss unter Umständen damit rechnen, dass sich zunächst mehr Schweiß bildet. Die Menge reguliert sich mit der Zeit aber wieder auf ein natürliches Maß.

Konsistenz

Deocreme mag Zimmertemperatur, dann lässt sie sich gut verstreichen. An sehr heißen Tagen stellt man sie besser in den Kühlschrank, sonst „läuft sie davon“.

So trägt man Deocreme auf

Die Achseln waschen und abtrocknen. Mit der sauberen Fingerspitze oder einem Spatel eine maximal erbsengroße Menge aus Dose oder Tiegel entnehmen. Ist die Creme eher weich, kann man sie direkt unter den Armen verreiben. Ist die Konsistenz fester, den Klecks zuvor zwischen den Fingern schmelzen lassen. Kurz einziehen lassen, fertig.

Duft

Deo ist mehr als Muffelschutz, es verbreitet auch zarten Duft. Ob blumige Orchidee, spritzige Limette oder herbe Zeder – der Duft der Natroncremes kommt von natürlichen ätherischen Ölen. In konventionellem Deo stecken auch Duftstoffe wie Lilial, das im Tierversuch die Fortpflanzung schädigt. Wer generell auf Duftstoffe allergisch reagiert, für den gibt es auch duftfreie Sensitiv-Deocreme.

Nach der Rasur

Deocreme wirkt meist ohne Alkohol. Der könnte die Haut reizen, vor allem, wenn sie frisch rasiert ist. Natroncreme sei da unproblematisch, sagen die meisten Hersteller.

Kommentare

Das könnte euch auch interessieren

Ähnliche Beiträge