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Fisch-Label: eine Übersicht

Einige Logos geben Auskunft über den nachhaltigen Fang oder die Aufzucht von Fischen. Schrot&Korn stellt die wichtigsten in Stichworten vor. // Leo Frühschütz
01.06.2014
Trawler in Aktion: Mit Schleppnetzen ziehen die riesigen Schiffe bis zu 300 Tonnen Fisch am Tag aus dem Meer. Für lokale Fischer bleibt da nicht mehr viel übrig.

Einige Logos geben Auskunft über den nachhaltigen Fang oder die Aufzucht von Fischen. Schrot&Korn stellt die wichtigsten in Stichworten vor. // Leo Frühschütz

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Seit 2010 gibt es Regelungen für die Zucht von Fischen, anderen Meerestieren und Algen. Sie schreiben naturnahe Becken und geringe Bestandsdichten sowie den Verzicht auf Antibiotika und synthetische Futterzusätze vor. Pflanzliches Futter muss bio sein. Fischmehl und -öl darf nicht von eigens dafür gefangenen Wildfischen stammen.

Naturland und andere Bio-Verbände

Vor rund 20 Jahren begann Naturland damit, ökologische Fischzuchten zu zertifizieren – im Meer und an Land. Die Regelungen sind in Details noch strenger als die der EU-Öko-Verordnung. Gleiches gilt für das schwedische Bio-Label KRAV. Von Bioland, Demeter, Bio Austria und Bio Suisse gibt es ebenfalls schon seit Langem Bio-Standards für Süßwasserfische. Naturland zertifiziert seit einigen Jahren zusätzlich kleine handwerkliche Fischereien (Wildfisch).

MSC (Marine Stewardship Council)

Der MSC zertifiziert in einem aufwendigen Prozess Fischereien, die nachweisen müssen, dass sie die Bestände nachhaltig befischen. Sie müssen detaillierte Standards zu Dokumentation oder Netzweiten einhalten. Der MSC lässt umstrittene Fangmethoden wie Grundschleppnetze oder Langleinen im Einzelfall zu.

Friend of the Sea (FOS)

FOS zertifiziert Aquakulturen und Fischereien. Bei der Aquakultur stehen Umweltschutz und soziale Verantwortung im Vordergrund. Die Fischereien müssen sich auf nicht überfischte Arten beschränken, die Fischfangmethoden dürfen den Meeresboden nicht beeinträchtigen, die Beifangrate muss unter acht Prozent liegen.

Alaska Seafood Marketing Institute (ASMI), Iceland Responsible Fisheries (IRF)

Strenge, staatlich kontrollierte Vorgaben für nachhaltigen Fischfang gibt es in Alaska und Island. Diese Staaten setzen jährlich Fangquoten fest, um den Erhalt der Fischarten vor ihren Küsten zu gewährleisten. Auch müssen die Fischer Fangmethoden und Netze einsetzen, die den Beifang minimieren.

Aquaculture Stewardship Council (ASC)

Der ASC will weltweit Standards für verantwortungsvolle Aquakultur durchsetzen. Die Standards für Umweltschutz und Tierhaltung sind ein Fortschritt gegenüber der gängigen Praxis insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie sind aber weit weniger streng als die für Bio-Fischzucht.

Safe

Dieses Logo steht für Thunfisch, der ohne Treibnetze oder andere delfin- tödliche Fangmethoden gefischt wurde. Das Logo ist auf vielen Thunfischdosen zu finden, garantiert aber über den Delfinschutz hinaus keinen nachhaltigen Fischfang.

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