Jeden Tag eine gute Entscheidung. Für eine bessere Welt. Für uns alle.
Umwelt

zu besuch bei Allos

zu besuch bei Allos Vorkosten ist Chefsache Berufung Naturkost: Auch gestandene Manager lassen sich von der Qualitätsphilosophie locken. Zum Beispiel Gernot Friemel, der gemeinsam mit Alice Fridum die Firma Allos leitet. Die beiden prüfen persönlich jeden Tag die Produkte
31.12.2002
zu besuch bei Allos Vorkosten ist Chefsache Berufung Naturkost: Auch gestandene Manager lassen sich von der Qualitätsphilosophie locken. Zum Beispiel Gernot Friemel, der gemeinsam mit Alice Fridum die Firma Allos leitet. Die beiden prüfen persönlich jeden Tag die Produkte

zu besuch bei Allos

Vorkosten ist Chefsache

Berufung Naturkost: Auch gestandene Manager lassen sich von der Qualitätsphilosophie locken. Zum Beispiel Gernot Friemel, der gemeinsam mit Alice Fridum die Firma Allos leitet. Die beiden prüfen persönlich jeden Tag die Produkte. // Astrid Wahrenberg


„Wir sind anders“, meint Gernot Friemel. Denn das griechische allos heißt auf Deutsch genau dies. In der Tat: In dem schmucken Imkerhof wurde vieles entwickelt, was einzigartig ist. Zu den Pionierleistungen zählen unter anderem das breite Honigsortiment sowie die (Wieder)Entdeckung von Amaranth und Agavendicksaft.


Mittagszeit. Die Allos-Mitarbeiter lassen es sich bei Kartoffelsuppe, Vollkorn-Knusperstangen und Möhrensalat in der liebevoll eingerichteten Firmenkantine schmecken. Auch Geschäftsführer Gernot Friemel sitzt am Holztisch und löffelt seine Suppe. Noch vor zwei Jahren hätte sich das der schlanke Endfünfziger nicht träumen lassen. „Ich hatte keine Ahnung von Naturkost und dass ich jetzt hier bin, war auch erst mal keine Berufung“, gibt der grauhaarige Firmenchef offenherzig zu.

Der studierte Betriebswirt tourte lange als Manager für verschiedene Industrieunternehmen in der Welt herum. Mit 50 hatte er genug davon, kündigte und suchte nach neuen Aufgaben. Die Arbeit mit Menschen sollte im Mittelpunkt stehen. Und: Gernot Friemel wollte etwas bewegen. Allos-Firmengründer Walter Lang holte ihn in den kleinen niedersächsischen Ort Mariendrebber. Gernot Friemel kam und blieb. „Ich war sofort beeindruckt von der Menschlichkeit, so etwas ist mir in meinem Berufsleben noch nie begegnet“, erzählt er. Zum Beispiel: Dass man ein Bio-Produkt nicht in erster Linie nach dem Preis beurteilt. Dass es an der Qualität nichts zu rütteln gibt. Und dass den Geschäftspartnern das persönliche Gespräch vor Rabattstaffel und Sonderangebot geht. „Wie ein Ochs vorm Berg habe ich manchmal da gestanden“, erzählt der Geschäftsführer schmunzelnd. Mittlerweile hat er auch seine Ernährung umgekrempelt und – zum Beispiel – Getreide-Bratlinge schätzen gelernt.

Angefangen hat alles in einer Garage

Seitdem die neue Führung das Ruder übernommen hat, hat sich Firmengründer Walter Lang aus dem operativen Geschäft von Allos zurückgezogen. Mit Honig startete der Naturkost-Pionier vor mehr als 25 Jahren – damals bestand das Ganze aus einer kleinen Garagenfirma. Heute sichert das Unternehmen 150 Arbeitsplätze.Langs Schreibtisch steht zwar noch in Mariendrebber, doch widmet sich der passionierte Imker wieder seiner eigentlichen Leidenschaft: der Arbeit mit den Bienen, dem Honig und den Menschen, die den süßen Saft gewinnen.

Fingerspitzengefühl gefragt

Im lichten Tagungsraum stehen etwa 35 verschiedene Honigsorten im Holzregal: aromatischer Waldhonig, cremiger Blütenhonig, duftender Thymianhonig und viele Spezialitäten etwa Marmelerohonig aus Brasilien, Andenblütenhonig aus Chile oder Heidehonig aus Kastilien. Ein Glück, dass Gernot Friemel gerne nascht, denn Honig ist das Herz des Unternehmens. Die süße Leckerei ist aber längst nicht alles, was Allos zu bieten hat. Amaranthgebäck und -müslis, Kekse und Schokogebäck werden in Mariendrebber hergestellt.

In der Backhalle duftet es verführerisch nach süßem Gebäck. Knetmaschinen bearbeiten die Zutaten. Die muss der Bäcker gar nicht mehr selbst abwiegen, sie kommen je nach Rezept computergesteuert per Knopfdruck aus den silbernen Röhren, direkt aus den Vorratsilos. Könnte da nicht auch eine angelernte Kraft den Teig zusammenschieben? „Wir brauchen das Fingerspitzengefühl des Bäckers, denn kein Teig gleicht dem anderen. Im Bio-Anbau sind die Zutaten nicht standardisiert“, erklärt Friemel. Das Mehl kann je nach Erntesaison mehr oder weniger Klebereiweiß enthalten, der Honig mal fester, mal flüssiger sein.


Schwesterfirmen in EU und USA

Seit dem Jahr 2001 gehört das Traditionsunternehmen Allos zur international agierenden Unternehmensgruppe Wessanen. Damit hat die Firma eine Familie bekommen: Schwestern in Europa und USA, die alle im Bio- oder Wellnessbereich aktiv sind.


Kommentare

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge