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Stoppt den Raubbau in den Wäldern!

Standpunkt Stoppt den Raubbau in den Wäldern! Daß man Tropenholz meiden sollte, ist hinlänglich bekannt. Aber auch in den sogenannten borealen Wäldern des Nordens ist der Raubbau in vollem Gange. Deshalb sollten Verbraucher und Handel auf die Zertifizierung achten, am besten aber Holz aus heimischen Wäldern bevorzugen, fordert László Maráz, Geschäftsführer der Organisation Pro Regenwald
30.04.1999
Standpunkt Stoppt den Raubbau in den Wäldern! Daß man Tropenholz meiden sollte, ist hinlänglich bekannt. Aber auch in den sogenannten borealen Wäldern des Nordens ist der Raubbau in vollem Gange. Deshalb sollten Verbraucher und Handel auf die Zertifizierung achten, am besten aber Holz aus heimischen Wäldern bevorzugen, fordert László Maráz, Geschäftsführer der Organisation Pro Regenwald

Standpunkt

Stoppt den Raubbau in den Wäldern!

Daß man Tropenholz meiden sollte, ist hinlänglich bekannt. Aber auch in den sogenannten borealen Wäldern des Nordens ist der Raubbau in vollem Gange. Deshalb sollten Verbraucher und Handel auf die Zertifizierung achten, am besten aber Holz aus heimischen Wäldern bevorzugen, fordert László Maráz, Geschäftsführer der Organisation Pro Regenwald.

Wer Tropenholz verwendet, trägt - das ist bekannt - in den meisten Fällen zur Regenwaldzerstörung und zu Menschenrechtsverletzungen bei. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen in Industrieländern hatten mit Erfolg auf den Zusammenhang hingewiesen. Der Absatz tropischer Hölzer ging in vielen Verbraucherländern - so auch in Deutschland - zurück.

Die Aufklärungskampagnen haben eine weltweite Diskussion um die Bewirtschaftung der Wälder in Gang gebracht. Während die Holzfirmen anfangs noch jegliche Verantwortung für die Waldverluste leugneten, streitet heute niemand mehr ernsthaft darüber, daß die Bewirtschaftung der Wälder verbessert werden muß. Die Firmen selbst vermarkten jetzt öffentlichkeitswirksam die baldige Einführung neuer Methoden. Ministerien und Absatzverbände lassen Bewirtschaftungsrichtlinien erarbeiten und Zertifikate entwerfen.

Um diese verbesserte Forstwirtschaft den Kunden zu vermitteln und zu beweisen, bemühen sich viele Holzfirmen und eigens dafür gegründete Vereinigungen um die Zertifizierung einer verbesserten Waldbewirtschaftung. Leider sind darunter auch solche, denen es ausschließlich um die Rückeroberung verlorener Marktanteile geht. Die Zertifikate, die sie sich selbst ausstellen, werden nicht von unabhängigen Stellen überprüft und sagen nichts über ökologische und soziale Aspekte aus.

Eine vielversprechende Zertifizierungs-Initiative mit weltweitem Ansatz ist der Forest Stewardship Council (FSC), an dem sich Umweltverbände, Holzfirmen und Gewerkschaften beteiligen. Beim FSC zugelassene Zertifizierer dürfen die Bescheinigungen erst nach strengen Betriebsprüfungen ausstellen. Die FSC-Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen. Die Behandlung von Urwäldern ist noch umstritten, außerdem werden mangelnde Partizipation eingeborener Völker und mangelnde Transparenz beklagt. FSC-Produkte sind dennoch wesentlich besser als konventionelles Holz.

Der Raubbau geht aber weiter - nicht nur im Tropenwald, sondern auch in Wäldern reicher Länder wie Kanada und den USA. Auch für Hölzer aus den borealen Wäldern des Nordens wird viel Wald zerstört. Umweltbewußte Verbraucher sollten also auf alle Raubbau-Hölzer verzichten, egal woher diese stammen.

Wir empfehlen den Kauf heimischer Hölzer aus ökologischer Forstwirtschaft. Solches Holz ist ein sehr umweltfreundlicher Baustoff. Es sollte Produkten aus Aluminium wegen ihres hohen Energiebedarfs und Kunststoffen, beispielsweise PVC, wegen ihrer problematische Entsorgung vorgezogen werden.

Zu dieser Problematik hat Pro Regenwald ein Faltblatt herausgegeben, das über Raubbau-Holz und die Alternativen informiert. Gegen Einsendung von 2.20 DM in Briefmarken zu bestellen bei: Pro REGENWALD e.V., Froschammerstraße 14, 80807 München.

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