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Naturland kündigt Bio-Geflügelbetrieb

Nachdem die Tierrechtsorganisation Peta gestern die Ergebnisse ihrer neuesten „Eier-Recherche' vorgestellt hatte
06.12.2012
Nachdem die Tierrechtsorganisation Peta gestern die Ergebnisse ihrer neuesten „Eier-Recherche' vorgestellt hatte

Nachdem die Tierrechtsorganisation Peta gestern die Ergebnisse ihrer neuesten „Eier-Recherche" vorgestellt hatte, zog Naturland die Konsequenzen. Der Öko-Verband hat einem Betrieb nach eigener Darstellung unverzüglich die fristlose Kündigung ausgesprochen.Die Peta-Aufnahmen zeigten drei Geflügelbetriebe, die in eklatanter Art und Weise tierschutzrechtliche Bestimmungen missachten. Einer dieser Legehennenbetriebe wurde vom Öko-Verband Naturland zertifiziert. Naturland kündigte nicht nur fristlos den Vertrag, auch bei den Kontrollen wird es Veränderungen geben:Naturland wird nämlich umgehend seine größeren Legehennenbetriebe von einer anderen Kontrollstelle überprüfen lassen. „Die gezeigten Bilder mit toten und kranken Tieren sind völlig unakzeptabel und zeigen, dass Naturland-Richtlinien wissentlich missachtet wurden“, heißt es in einer Erklärung von Naturland. Weiter heißt es: „Die gezeigten Fälle bringen den Öko-Landbau und all die vielen Betriebe in Verruf, die erfolgreich und gewissenhaft eine artgerechte ökologische Tierhaltung betreiben. Sie verhöhnen Bio-Kunden, die dies mit ihrer Kaufentscheidung fördern wollen.Für einen Öko-Tierhalter darf Tierwohl und Tiergesundheit nicht hinter der Wirtschaftlichkeit seines Hofes zurücktreten. Der achtsame Umgang mit den Tieren muss höchste Priorität haben.“ Naturland verweist auf Informationen darüber, wie Öko-Bauern ihre Tiere halten und welchen Herausforderungen sie sich dabei zu stellen haben. Sie finden sich unter www.naturland.de/oekotiere.html.Auch andere Verbände nehmen Stellung: DemeterDemeter hat vor dem Hintergrund des Bio-Hühner-Skandals auf seine Bestimmungen hingewiesen. In einer Erklärung heißt es: „Demeter-Bäuerinnen und -Bauern arbeiten am Ideal der Ganzheitlichkeit. Sie entwickeln ihren Hof in fein abgestimmter Vielfalt zu einem lebendigen, individuellen Organismus. Auch bei der Geflügelhaltung gehen sie deshalb weiter als Verordnungen das vorschreiben. Die biodynamischen Erzeuger stellen sich ihrer Verantwortung für höchstmögliche Tiergerechtigkeit und ihrem Anspruch an eine wesensgemäßen Tierhaltung.Die Tiere in den Demeter-Ställen ab 350 Hühnern haben außer dem Warmbereich auch einen überdachten Wintergarten mit frischer Luft. Dazu einen nicht überdachten Laufhof als Übergang zum obligatorischen Grünauslauf. Das bedeutet Bewegungsfreiheit an frischer Luft bei jeder Witterung. Die Kombination von Stall und Auslaufflächen orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen und Lebensrhythmen des Geflügels. Hähne geben Orientierung und Struktur durch die Bildung von Gruppen sowie Sicherheit. Ausreichend Bewegungsfläche im Stall garantiert Platz für alle. Grundsätzlich sind bei den Legehennnen nur eine Herde a 3000 Tieren und bei der Junghennenaufzucht zwei Herden à max. 3150 Tiere pro Stallgebäude zugelassen.Demeter-Geflügel bekommt 100 Prozent Bio-Futter mit mindestens 70 Prozent Demeter-Anteil (nur in gut begründeten Ausnahmen mindestens 50%). Natürlich alles ohne gentechnisch manipulierte Bestandteile. Weder Farbstoffe noch synthetische Aminosäuren oder Fischmehl werden verfüttert. Täglich stehen Körner zum Scharren und Picken bereit. Demeter-Futter ist dank biodynamischer Präparate beim Anbau voller Vitalkräfte.Schnäbel-Kupieren ist untersagt. Demeter-Bäuerinnen und –Bauern lehnen den Eingriff in die Integrität des Tieres ohnehin ab. Weniger Medikamenteneinsatz und Priorität für homöopathische, anthroposophische oder pflanzliche Heilmittel passen zum Selbstverständnis der Geflügelhalter. Antibiotika resistente Keime sind deshalb auf Demeter-Betrieben weit seltener als auf konventionellen.Demeter-Bauern engagieren sich für die Verbesserung der Geflügelhaltung. Es ist Demeter als ersten Verband gelungen, eine eigene biozertifizierte Brüterei samt entsprechender Junghennenaufzucht einzuführen. Seit 4 Jahren haben wir Demeter-Elterntiere. So haben die Tiere optimale Bedingungen von Anfang an. Einige Geflügelhalter ziehen inzwischen auch die männlichen Küken aus der Legehennen-Brüterei groß und bieten dazu neue Geflügelprodukte an bzw. Eier aus dem so genannten Bruderküken-Projekt.Von Elterntierhaltung über Brüterei, Junghennenaufzucht bis Legebetrieb gibt es eine funktionierende Zusammenarbeit innerhalb des Demeter e. V. Die Geflügelhalter treffen sich zwei Mal jährlich für ein bis zwei Tage und sind fachlich im Austausch. Nicht allein die weit reichenden Richtlinien und die konsequenten Kontrollen sorgen für einen respektvollen und angemessen Umgang mit den Tieren. Im Verständnis der Demeter-Bauern sind Tiere Lebewesen mit eigener Würde und nicht allein Produktionsmittel. Die Struktur der Demeter-Geflügelbetriebe ist transparent.Im Bereich der Legehennen gibt es 404 Betriebe mit insgesamt rund 116.000 Tieren. Die durchschnittliche Bestandsgröße liegt bei weniger als 300 Tieren. 2011 hatten 332 Betriebe weniger als 100 Tieren, 45 Betriebe 100 bis 500 Tiere, fünf Betriebe 500 bis 1000 Tiere, acht Betriebe 1000 bis 2000 Tiere, sieben Betriebe 2000 bis 5000 Tiere sowie fünf Betriebe 5000 bis 8000 Tiere und ein Betrieb 24 000 Legenhennen.“Auch andere Verbände nehmen Stellung: BiolandIn einer Stellungnahme von Bioland heit es: „Aktuelle Fernsehberichte zeigen schockierende Bilder, wie Bio-Hühner in der industrialisierten Tierhaltung leben. Es wird die Frage gestellt, ob Bio-Geflügelhaltung überhaupt funktionieren kann. Über 1000 Bioland-Geflügelhalter beweisen täglich, dass es geht. 'Überschaubare und begrenzte Herden ermöglichen den bäuerlichen Bioland-Betrieben eine gute Betreuung der Tiere. Bei uns steht hinter jedem Tier und in jedem Stall ein bäuerlicher Geflügelhalter und keine industrielle Eiervermarktungs-Gesellschaft', sagt Dieter Greve, Bioland-Legehennenhalter und bundesweiter Sprecher der Bioland-Geflügelbetriebe. 'Wir arbeiten seit Jahren intensiv an einer kontinuierlichen Verbesserung unserer Haltungssysteme.' Zum Beispiel bieten Bioland-Betriebe ihren Legehennen 20 Prozent mehr Platz an, als der gesetzliche Biostandard vorschreibt.Bioland arbeitet intensiv mit der Wissenschaft zusammen, um die Gesundheit der Tiere weiter zu verbessern. Seit den Status Quo Analysen der Universität Kassel aus den Jahren 2003 und 2004 ist bekannt, dass großer Handlungsbedarf besteht. Dass hat Bioland zum Anlass genommen, ein zusätzliches Bioland-Tiergesundheitsmanagement zu etablieren. Dabei wird neben den strengen Vorgaben für Haltung und Fütterung auch das Management auf dem Betrieb überprüft. Betriebe mit Schwachstellen in der Tiergesundheit werden so frühzeitig erkannt und dabei unterstützt, die vorhandene Defizite abzustellen.'Mit diesen drei Säulen: Strenge Bioland Vorgaben, bäuerlich ökologische Tierhaltung und ein zusätzliches Tiergesundheitsmanagement bietet Bioland den Verbrauchern größtmögliche Sicherheit', sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. 'Unsere Bauern wollen die direkte Beziehung zu den Verbrauchern und ihnen Qualitätsprodukte von gesunden Tieren liefern. Wer sich davon selbst ein Bild machen will, ist eingeladen sich die Bioland-Geflügelhaltung vor Ort anzuschauen.'Auch der BÖLW-Chef nimmt StellungDer Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, hat sich in einem Brief ebenfalls – allerdings grundsätzlicher - zum Thema „Artgerechte Nutztierhaltung im Ökologischen Landbau – Chance für Tiere und Umwelt oder unmöglich?“ geäußert. Er schreibt:„Sehr geehrte Damen und Herren,liebe Freunde des Ökologischen Landbaus,in den letzten Tagen mehren sich Berichte in den Medien, in denen katastrophale Bilder aus der Nutztierhaltung in Bio-Betrieben gezeigt werden. Ich finde solche Bilder fürchterlich. Manche davon sind so verstörend, dass es mir schwer fällt, darauf angemessen und sachlich zu reagieren. Denn sie vermitteln den Eindruck, als sei unser Versprechen als Ökolandbau, artgerecht und respektvoll mit den uns anvertrauten Nutztieren umzugehen, nichts wert.Ich will als jemand, der seit vielen Jahren Verantwortung in der Bio-Branche trägt und als seit 20 Jahren ökologisch wirtschaftender Landwirt trotzdem versuchen, diese Eindrücke und die Situation in unseren Betrieben einzuordnen.1. Die industrielle Tierproduktion muss beendet werdenDie industrielle Tierhaltung ist zwar in der Lage, billig große Mengen an Fleisch, Eiern und Milch zu produzieren, missachtet dabei primäre Bedürfnisse unserer Mitgeschöpfe und verursacht enorme Kosten für die Allgemeinheit und für unsere Zukunft. Sie tut dies in der Tierhaltung selbst und auch in der Produktion des Futters.Die Belastung von Grundwasser und Oberflächenwasser mit Nährstoffen und Arzneimittelrückständen, die ungeheuren Mengen an Importfutter aus Südamerika, die Dezimierung der biologischen Vielfalt – all das darf nicht so weiter gehen. Und auch nicht der durch scheinbar billige Produkte angeheizte Fleischkonsum, der die Ressourcen unseres Planeten überfordert. In Ställen, in denen die Tiere nur Kunstlicht erleben und keinen Kontakt zum Außenklima haben, in denen drangvolle Enge herrscht, kann man zwar produktiv wirtschaften. Man braucht aber – in der Summe Deutschlands – sechsmal so viel Antibiotika, wie in der Humanmedizin verabreicht werden. Dann werden die Tiere wie Werkstücke betrachtet, die man für einen „industriellen Fertigungsprozess“ zurechtstutzt, indem z.B. Hühnern die Schnäbel abgeschliffen, Ferkeln die Eckzähne abgekniffen und die Schwänze kupiert werden. Ich halte dieses System weder für zukunftstauglich noch für vereinbar mit unserer Verantwortung für die uns anvertrauten Mitgeschöpfe.2. Der Weg des Ökolandbaus muss weiter verfolgt werdenSeit Jahrzehnten hat der Ökolandbau artgerechte Haltungsverfahren als gangbare Alternative zur industriellen Tierhaltung entwickelt. Auch wenn „Artgerechtigkeit“ nur eine Annäherung und kein vollkommener Zustand sein kann, so gibt es doch klare Unterscheidungsmerkmale: Tiere müssen Tageslicht und Klima kennenlernen, Schweine müssen wühlen können, Hühner laufen und flattern, Kühe ins Freie kommen. Es geht darum, den Nutztieren im Rahmen des Umsetzbaren möglichst viel von dem Verhalten zu ermöglichen, das ihre wilden Verwandten zeigen. Schnäbel kürzen, Ferkelschwänze kupieren etc. ist verboten.Die Öko-Verordnung der EU und die an wichtigen Stellen strengeren Richtlinien der Verbände definieren bis in kleinste Detail, wie Ställe und Auslauf, Fütterung und Gesundheitsmanagement im Öko-Betrieb auszusehen hat. In dem Maß, in dem sich Erfahrung und Wissenschaft entwickeln, werden diese Richtlinien verändert, um dem Ziel artgerechter Tierhaltung, gesunder Bestände und Minimierung von Arzneimitteleinsatz näher zu kommen.3. Vieles ist gelungen, vieles bleibt noch zu tunDer Umgang mit lebenden Tieren, die gehalten werden, um Nahrungsmittel für den Menschen bereitzustellen erfordert viel Erfahrung, Können und persönlichen Einsatz. Auf meinem Betrieb habe ich eine kleine Herde Hühner (220 Stück) und weiß aus Erfahrung, wie schwierig das im Alltag ist. Umso froher bin ich darüber, für eine Bewegung arbeiten zu dürfen, die da schon sehr viel erreicht hat und funktionierende Modelle artgerechter Tierhaltung in Kombination mit ökologischer, gentechnikfreier Futtererzeugung tausendfach umsetzt. Ich finde es auch wichtig, dass diese Bewegung sich über die Frage beispielsweise eines geeigneten Stallsystems hinaus auch über die Strukturen auseinandersetzt, die unseren Zielen dienen können.So richtig der Weg ist, den wir als Bio-Betriebe beschritten haben, so deutlich ist aber auch, dass es noch viele Probleme zu lösen gilt. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit richtet sich in diesen Tagen sehr konzentriert auf diese Defizite. Damit gerät die weit überwiegende Mehrheit der Betriebe aus dem Blick, die vorbildlich arbeiten. Wir müssen uns aber der Kritik stellen und offen mit den Problemen umgehen. Seit etlichen Jahren diskutieren wir wichtige Baustellen, wie z.B. die noch nicht passenden Rassen und Linien in der ökologischen Geflügelhaltung. Ich will hier versuchen offen darzulegen, wo die wichtigsten Probleme und Baustellen liegen und was wir tun, um sie zu beheben.ProblembetriebeUnter den 22.000 Ökobetrieben mit Tierhaltung gibt es – wie bei allen landwirtschaftlichen Betrieben – Einzelfälle, die ihre Tiere nicht ordentlich versorgen. Auslöser können akute gesundheitliche oder familiäre Probleme, Überforderung im Betrieb oder schlicht Schlamperei sein. In solchen Betrieben können sich in kürzester Zeit katastrophale Zustände entwickeln. Jeder Betrieb wird einmal im Jahr kontrolliert, bestimmte Geflügelbetriebe bis zu 4 x pro Jahr. Selbst diese Kontrolldichte liefert keine endgültige 100-prozentige Sicherheit. Aber unsere Aufgabe ist es, sie möglichst schnell zu identifizieren, sie bei der Abstellung der Missstände zu unterstützen und – falls das nicht gelingt – uns von ihnen zu trennen. Daran arbeiten die Anbauverbände in unserem Dachverband.Federverluste in der GeflügelhaltungWenn Hühner in der Legepause („Mauser“) sind, verlieren sie Federn. Das sieht zwar nicht schön aus, ist aber ein natürlicher Vorgang. Es gibt jedoch in vielen Betrieben ein unterschiedlich starkes Problem, dass Hühner auch außerhalb solcher Zyklen Federn verlieren oder sie sich sogar gegenseitig auspicken. So etwas darf bei Einzeltieren vorkommen – nicht aber bei ganzen Herden.Unsere Fachleute arbeiten seit Jahren an dieser Frage – die Mehrzahl der Betriebe bekommt es gut hin. Um Erfolg zu haben ist die Eiweißfütterung von zentraler Bedeutung. Diese Thematik bearbeiten wir jetzt in einer Facharbeitsgruppe des BÖLW. Mindestens ebenso wichtig sind der Faktor Junghennen-Aufzucht oder die Gestaltung von Ställen und Auslauf. Was die Betriebe besser machen, deren Herden das Problem nicht haben – oder warum es manchmal im gleichen Betrieb Unterschiede zwischen einzelnen Herden gibt – ist allerdings nicht immer klar.ÜbergangsregelungenDie Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf Ökolandbau braucht nicht nur Zeit, sondern in der Tierhaltung auch viel Kapital. Um Bauern, die nicht über dieses Kapital verfügen, oder die bauliche Voraussetzungen auf ihrem Hof haben, die einen Umbau schwierig machen, trotzdem die Umstellung zu ermöglichen, räumen die Richtlinien Übergangsregelungen ein. Das führt dazu, dass es Bio-Schweine gibt, die noch keinen Auslauf haben, Kühe, die im Winter im Stall angebunden sind (im Sommer aber Weidegang haben müssen).Übergangsregelung sind nur zu rechtfertigen, wenn sie zur Überbrückung dienen und nicht zum Dauerzustand werden.Ferkel kastrieren, Kühe enthornen und Küken töten Es gibt Themen, da haben es noch nicht alle Öko-Betriebe geschafft, besser zu sein, als die breite, konventionelle Landwirtschaft. Auch Fleisch von Bio-Schweinen kann ungenießbar sein, wenn es noch von unkastrierten Ebern stammt. Wir sind zwar deutlich früher verpflichtet, aus der betäubungslosen Kastration von Ferkeln auszusteigen als die konventionellen Kollegen, aber die ideale Lösung ist noch nicht gefunden. Und in der Geflügelhaltung haben wir nur dieselben Rassen, die auch konventionell verwendet werden, weil es nur noch wenige Zuchtlinien – und die in Händen großer Unternehmen – gibt. Bei diesen Linien werden die Küken, die nicht zur Mast bzw. nicht als Legehennen geeignet sind, getötet. Das widerspricht allem, für was wir stehen – und doch haben wir noch keine Lösung entwickelt. Ob Kälber enthornt werden dürfen, um sich später als Kühe nicht zu verletzen und die Menschen nicht zu gefährden, die mit ihnen arbeiten, ist in unseren Reihen ein leidenschaftlich und kontrovers diskutiertes Thema.Beim Kastrationsthema arbeiten wir an unterschiedlichen Ansätzen: die einen an Betäubungsverfahren, die anderen an Züchtung von Ebern, die man unkastriert mästen kann. Da gibt es gute Fortschritte – aber noch keine eindeutigen und problemfreien Lösungen für alle.Es gibt in etlichen unserer Verbände Züchtungsprogramme, um Rassen für Zweinutzungshühner zu entwickeln. Da dann sowohl die Legeleistung nachlässt als auch das Wachstum verlangsamt ist, müssen solche Programme zusammen mit dem Handel umgesetzt werden. Wir bleiben da dran – aber damit es schneller geht, brauchen wir dringend staatliche Forschungsmittel.Ich bin sehr froh, dass an all diesen Fronten in unseren Verbänden gearbeitet wird. Über die Bilder, in denen die Fälle gezeigt werden, an denen wir Defizite nicht behoben haben, kann mich das nicht hinwegtrösten. Wir werden unsere Anstrengungen verstärken müssen!Eines will ich aber auch deutlich sagen: Es ist nicht unsere Aufgabe, in einer kleinen Nische zu bleiben, in der es leicht ist, alles richtig zu machen. Mein persönliches Engagement als Landwirt und Vertreter der Bio-Branche gilt einem Ökolandbau, der eine gangbare Alternative für die gesamte Landwirtschaft darstellt. Dafür brauchen wir leistungsfähige Betriebe und Partner in Verarbeitung und Handel.Und da werden wir noch oft erleben, dass wir korrigieren müssen, was noch falsch läuft, um daraus die Lehren für eine Weiterentwicklung zu ziehen. Ich bitte alle Menschen, die sich eine andere Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung wünschen: Unterstützen und begleiten Sie uns kritisch und konstruktiv auf diesem Weg!Mit freundlichen GrüßenDr. Felix Prinz zu Löwenstein“Mehr zum Thema

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