Kurz notiert 08|2019 - Schrot und Korn

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Kurz notiert 08|2019

©  Fotos: Westend61/Ophelia
Klima- und Umweltschutz wird vielen Menschen immer wichtiger. © Fotos: Westend61/Ophelia

Studie zum Umweltbewusstsein

Mehrheit besorgt über Folgen der Landwirtschaft 

Artenschwund, verdreckte Meere und Wetterextreme: Umwelt- und Klimaschutz gehört nach Ansicht von 64 Prozent der Bevölkerung mit zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen. Das zeigt die aktuelle Studie zum Umweltbewusstsein 2018 des Umweltbundesamtes. Zwar rangieren die Themen Bildung (69 Prozent) und soziale Gerechtigkeit (65 Prozent) im Ranking knapp vor dem Naturkomplex. Doch im Vergleich zur Befragung vor zwei Jahren kletterte der Umwelt- und Klimaschutz in seiner Relevanz um elf Prozentpunkte nach oben. In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen halten sogar 78 Prozent das Thema für sehr wichtig. Sehr besorgt äußerten sich die Befragten über die Folgen intensiver Landwirtschaft auf Natur und Umwelt. 65 Prozent der Teilnehmer betrachten den Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren als sehr großes Problem, 63 Prozent den Einsatz von Pestiziden. Auch die Folgen der Überdüngung für Wasser und Böden sehen 56 beziehungsweise 53 Prozent als schwerwiegend an. Für 74 Prozent der Teilnehmer ist die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft, Menschen mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln zu versorgen – gefolgt von Wohlergehen der Nutztiere (65 Prozent) und Umwelt- und Naturschutz (59 Prozent). Schnäppchenjäger sind dagegen rar: Lediglich acht Prozent der Teilnehmer betrachten die Erzeugung von preisgünstigen Lebensmitteln als vorrangiges Ziel der Landwirtschaft.
Kritisch sehen die Befragten die derzeitige Landwirtschaftspolitik. Aus ihrer Sicht berücksichtigt sie kaum den als wichtig eingestuften Umwelt- und Klimaschutz. Eine Mehrheit (86 Prozent) findet, dass sich die Landwirtschaftspolitik derzeit vor allem an den Interessen der Industrie orientiert, also beispielsweise der Lebensmittelkonzerne, der chemischen Industrie und der Saatguthersteller. sb


Neuer Bericht

Antibiotika im Stall

Kleine Bauernhöfe behandeln ihre Tiere seltener mit Antibiotika als große Betriebe. Das geht aus dem Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor. Insgesamt ist laut Bericht der Verbrauch von Antibiotika im Zeitraum 2014 bis 2017 bei allen Nutztierarten zurückgegangen, bei Schweinen stärker als bei Masthühnern und Mastputen. Allerdings ist der Einsatz von sogenannten Reserveantibiotika weiter hoch. Beim Geflügel beträgt er fast 40 Prozent des Gesamtverbrauchs, bei Schweinen und Rindern hingegen weniger als zehn Prozent. Reserveantibiotika sind Antibiotika, die in erster Linie der Behandlung von Menschen vorbehalten sind. Um Resistenzen vorzubeugen, sollten sie möglichst selten eingesetzt werden. sb

© clipdealer


Kinderarbeit

Ausbeutung auf dem Acker

Weltweit arbeiten noch immer mehr als 150 Millionen Kinder als Arbeitssklaven im Bergbau, auf Baumwollfeldern oder als Dienstmädchen – knapp die Hälfte davon unter ausbeuterischen, oft gesundheitsschädlichen Bedingungen. Das berichtet das Kinderhilfswerk Terre des Hommes. Der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge arbeiten allein in der Landwirtschaft 108 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren. Terre des Hommes fordert von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mehr Einsatz, um die Ausbeutung der Kinder zu beenden. sb


Mikroplastik

Mitgetrunken

Brot, Wasser, Plastik… auf unserer „Speisekarte“ steht immer auch eine Portion Plastik. Im Schnitt nimmt der Mensch bis zu 2000 Teilchen pro Woche auf, so eine Studie der Umweltstiftung WWF. Das entspreche etwa fünf Gramm und somit dem Gewicht einer Kreditkarte. Der Studie zufolge nimmt der Mensch die Teilchen vor allem über Wasser aus Flaschen und aus der Leitung auf. Dabei gebe es aber erhebliche regionale Unterschiede. So wurde in den USA oder Indien doppelt so viel Plastik in Leitungswasser nachgewiesen wie in Europa oder Indonesien. Laut WWF wurde seit dem Jahr 2000 ebenso viel Plastik produziert wie in allen Jahren zuvor zusammen. In die Umwelt gelangen die Plastikteilchen zum Beispiel über den Abrieb von Reifen, Verpackungen, synthetische Kleidung und Kosmetik. sb


Käfer, Bienen, Falter 

Nachgezählt

5000 Menschen zählten im Juni eine Stunde lang Insekten – und vermeldeten mehr Käfer, Bienen und Wespen, aber weniger Schwebfliegen und Falter als im Vorjahr. Die Teilnehmer der ersten Runde der NABU-Mitmachaktion Insektensommer fanden bei der Aktion noch etwas heraus: Sie zählten insgesamt zwar 40 Prozent weniger Schmetterlinge als 2018. Doch beim Distelfalter kamen sie auf dreimal so viele Falter wie im Vorjahr. Dabei handelt es sich um einen Wanderfalter, der ähnlich wie Zugvögel Tausende von Kilometern zurücklegen kann. In diesem Frühjahr kamen Distelfalter in großer Zahl auf der Ostroute über Israel, Zypern und den Balkan nach Mitteleuropa. Für Kurzentschlossene: Die Aktion geht am 2. August in die nächste Runde. Wer mitmachen möchte, findet unter www.nabu.de (Stichwort: Insektensommer) weitere Infos. sb

 

Erschienen in Ausgabe 08/2019
Rubrik: News

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