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In Österreich verboten, in Deutschland erlaubt?
Irreführende Werbung

In Österreich ist Schluss mit irreführender Eier-Werbung. Der in Wien ansässige Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat erfolgreich zwei Eierproduzenten abgemahnt, die ihre Produkte aus Bodenhaltung mit weitläufigen Wiesenlandschaften, freiem Himmel, Wald und Bergen angepriesen hatten. Tatsächlich haben die Haltungsbedingungen mit solchen idyllischen Darstellungen nichts gemein. Die beiden österreichischen Unternehmen haben sich verpflichtet, diese irreführende Werbung nicht mehr fortzusetzen.

Anders sieht es in Deutschland aus. Hier ist der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit seinem Versuch gescheitert, eine ganz ähnliche Reklame in einem exemplarischen Fall zu stoppen. Die Firma Rewe wirbt – wie viele andere - für Eier aus Käfighaltung mit Kartons, auf denen eine idyllische Landschaft mit Fachwerkhaus zu sehen ist. Dies darf das Unternehmen auch weiterhin, entschied das Landgericht Wiesbaden. Der vzbv zeigte sich enttäuscht von dem Urteil und erneuerte seine Forderung nach einem umfassenden Verbraucher-Informationsgesetz und einer grundlegenden Reform des Wettbewerbsrechts. „Wenn das geltende Wettbewerbsrecht Verbrauchertäuschung nicht als Verbrauchertäuschung erkennen kann, muss es überarbeitet werden“, so vzbv-Vorstand Professor Edda Müller.

Der vzbv untermauerte seine Klage durch eine repräsentative Verbraucherbefragung. Die vom Institut für angewandte Verbraucherforschung (IFAV) durchgeführte Erhebung ergab, dass mehr als 20 Prozent der Befragten aufgrund einer entsprechenden Produktgestaltung irrtümlich annehmen, es handele sich um Erzeugnisse aus besonders tiergerechter und umweltschonender Produktion. Sowohl das Landgericht Wiesbaden als auch das Landgericht Potsdam in einem ähnlichen Verfahren hatten diese Studie für irrelevant erklärt. Gegen beide Urteile will der vzbv in Berufung gehen.

Das Bundesverbraucherministerium teilte auf Anfrage mit, dass es grundsätzlich keine Gerichtsurteile kommentiere. Der Sprecher machte aber darauf aufmerksam, dass Käfigeier ab 2004 gekennzeichnet werden müssen.


Saumäßig
Diät-Schweine mit Spinat-Genen

Erstmals wollen japanische Forscher ein Tier und eine Pflanze erfolgreich gekreuzt haben: Die Gentechniker der Kiniki-Universität übertrugen ein Gen aus dem Spinat ins Erbgut der Schweine. Dadurch ist das Fleisch der Tiere angeblich besonders gesund. Das Gen aus dem Spinat wandelt gesättigte in eine ungesättigte Fettsäure, die Linolsäure, um. Die Forscher haben bereits drei Generationen dieser Tiere gezüchtet. „Ich weiß, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel bei den Verbrauchern schlecht ankommen“, erklärte der Projektleiter laut NewScientist. Er hofft, dass Sicherheitstests die Unschädlichkeit für den Menschen beweisen können.


bio inside

2002 ist das Jahr der biologischen Vielfalt. Mit einer Öffentlichkeitskampagne, die im Internet zu verfolgen ist, ist es in Deutschland erstmals gelungen, Akteure des Naturschutzes und der Naturnutzung unter einem Dach zu versammeln (www.biologischevielfalt.de). Rund 300 Verbände, Einzelinitiativen, Behörden, Unternehmen und Vereine haben bereits angekündigt, die Information über ihre Projekte zum Thema biologische Vielfalt unter das eigens entwickelte Logo und Motto der Kampagne zu stellen. Ziel der vom Bundesumweltministerium angestoßenen Aktion ist es, durch Kooperation und der damit verbundenen Präsentation einer großen Palette von Projektarten die Bedeutung der biologischen Vielfalt für unser tägliches Leben zu dokumentieren. Außerdem wird auf den Webseiten von der 6. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt berichtet, die vom 8. bis 19. April in Den Haag stattfindet. Ein weiterer Höhepunkt im Aktionsjahr ist der 22. Mai, der weltweite Tag der biologischen Vielfalt. Neben einer zentralen Kampagnenveranstaltung in Bonn wird es in ganz Deutschland öffentliche Informations- und Unterhaltungsangebote geben.


Rückrufaktion von Bio-Produkten
Achtung Birne!

Nachdem in Babykost-Gläsern verschiedener Bioland- und Demeter-Produkte der Wachstumsregulator Chlormequat nachgewiesen wurde, haben die betroffenen Firmen die Ware sofort aus dem Verkehr gezogen. Der Rückruf betrifft Breie mit Birnen aus Italien. Nach offiziellen Stellungnahmen stellen die gefundenen Mengen des für Bio-Ware verbotenen Stoffes keine Gefahr für Babys dar.

Neben den Marken Sunval und Alnatura sind auch Martin Evers und GranoVita betroffen. Obwohl die gefundenen Mengen äußerst gering waren – 0,03 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) – reagierten Demeter und Bioland sofort. Neben dem Rückruf veranlassten sie Kontrollen bei den Erzeuger- und Verarbeiterbetrieben. Da Chlormequat jahrelang in Bäumen gespeichert werden kann, wurden auch Proben zur Analyse des Holzes genommen.

Chlormequat ist für Bioprodukte grundsätzlich nicht erlaubt. Im konventionellen Anbau steigert es die Erträge, ist aber in Deutschland seit 1998 auch im Obstbau verboten. Der gesetzliche Grenzwert liegt für Babykost bei 0,01 mg/kg und für Kernobst bei 0,5 mg/kg. Die festgestellten Gehalte sind laut des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz „nicht geeignet, die Gesundheit zu schädigen“. Carola Seidel von der Giftzentrale Bonn schätzt, dass ein Baby täglich ohne Gefahr mehr als 40 Gläser essen könnte. Nach bisherigen Erkenntnissen stammten die Birnen für die Demeter-Produkte aus Nordostitalien. Einer der Bauern hat 1997 umgestellt. Bis dahin könnte er legal Chlormequat eingesetzt.haben.

Bei Redaktionsschluss lagen noch keine abschließenden Ergebnisse zur Ursachenklärung vor. Aktuelle Berichte unter:

www.naturkost.de/archiv/meldungen2002.htm


Termine

  • Um „Lifestyle und Ernährung“ dreht sich eine Tagung des Verbandes für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB). Themen sind unter anderem: Trends beim Essen, Functional Food, Öko im Aufwind, Nahrungsergänzung und Anti-Aging. Die Tagung findet am 10. und 11. Mai statt, Anmeldeschluss ist der 30. April. Programm und Anmeldung bei: UGB, Sandusweg 3, 35435 Wettenberg/Gießen, Telefon 0641/ 80896-0, Fax –50 oder www.ugb.de.
  • Im April beginnen wieder die Fernlehrgänge Naturkost-Fachkraft. In diesem 21 Monate dauernden Kurs lernt man alles, was man in punkto Beratung, Verkauf und Betriebsführung braucht, um in einem Bioladen arbeiten zu können. Angeboten werden dieser und auch andere Kurse vom Forum Berufsbildung, Charlottenstraße 2, 10969 Berlin, Telefon 030/ 2590080, Fax 25900810, www.forum-berufsbildung.de, E-Mail: forum-berufsbildung@bln.de.
  • Um traditionelle Heilmethoden wie die Feng Shui-Lehre und die Traditionelle Chinesische Medizin, aber auch um die Magnetfeldtherapie oder moderne Nahrungsergänzung geht es vom 12. bis 14. April in Berlin. Auf der Paracelsus-Messe werden etwa 150 Aussteller erwartet. Info: MCO, Elisabethstraße 14, 40217 Düsseldorf, Telefon 0211/ 386000, Fax 3860020, www.paracelsus-messe.de, E-Mail: PMB@MCO-online.de.
  • Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Bisher findet in der EU bisher kein großflächiger Anbau transgener Pflanzen statt. Dies könnte sich jedoch ändern, wenn die Politik dem Druck der Agrarkonzerne nachgeben sollte. Im Rahmen des Ein-Tages-Seminars Ökolandbau und Artenvielfalt in Gefahr? - Auswirkungen der „grünen Gentechnik“ am 13. April in Regensburg werden aktuelle Erkenntnisse über Risiken des Gentechnik-Einsatzes vorgestellt. Info: Bund Naturschutz Bildungswerk, Postfach 40, 94343 Wiesenfelden, Telefon 09966/ 1270, Fax 9020059, E-Mail: bw@bund-naturschutz.de , www.bn-bildungswerk.de/

Publikationen

  • MKS. Der Australier Peter Singer weist in seinem Buch Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere nach, dass Tiere Lebewesen mit eigenen elementaren Rechten und nicht beliebig verfügbare Objekte. Zu bestellen (versandkostenfrei innerhalb Deutschlands) für acht Euro bei vegan basics, Möwenberg, 24340 Altenhof.
  • Welche ernährungsphysiologische Bedeutung Amaranth, Buchweizen, Dinkel/Grünkern, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Quinoa und Reis haben und was man in der Küche alles damit zubereiten kann, darüber informiert das aid-Heft Cerealien & Co. Die 40 Seiten starke Broschüre kostet zwei Euro (zzgl. Porto und Verpackung) und kann bestellt werden beim aid-Vertrieb DVG, Birkenmaarstraße 8, 53340 Meckenheim, E-Mail: Bestellung@aid.de.

Erschienen in Ausgabe 04/2002
Rubrik: Leben&Umwelt

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