Genuss-Ausflug mit Lebensbaum - Schrot und Korn

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Genuss-Ausflug mit Lebensbaum

In unserer August-Ausgabe gab es etwas ganz besonderes zu gewinnen: einen Genuss-Ausflug mit dem Bio-Hersteller Lebensbaum. Anfang September fuhr unsere Redakteurin Svenja Klassert mit den Gewinnerinnen Cordula, Angela, Heike und Andrea ins niedersächsische Syke auf den Bio-Hof von Co-Gastgeber und Gemüsebauer Marko Seibold.

Wie startet man einen Genuss-Ausflug? Natürlich mit leckerem Essen! Koch Holger Ostmann hatte für uns Wildkräutersalat, fermentierte Gurken, vegane Dips und bunte Pellkartöffelchen zubereitet – alles aus Marko Seibolds Garten und alles sehr köstlich. Mein Highlight: die frisch gebackenen Brötchen mit feinem Fenchelaroma.

Gut gestärkt ging es in Markos Garten. Jeder bekam ein Gefäß, um sich seine persönliche Wildkräutermischung zusammen zu stellen. Es gab viel zu entdecken: Magentaspreen, Bronzefenchel, Mädesüß – aber auch bekanntere Pflanzen, wie die Nachtkerze, bei der aber niemand von uns wusste, dass man ihre Blüten essen kann.

Oft gesehen, aber nie probiert: Glücksklee – ja genau der, den man vor Silvester, dekoriert mit einem kitschigen Schornsteinfeger aus Pfeifenputzern, im Supermarkt kaufen kann. Besonders lecker schmecken die kleinen pinken Blüten, leicht säuerlich und ihr Aroma erinnert an Hibiskus. Eine weitere Überraschung war die echte Perlzwiebel. Die uns bekannten, die man gerne zum Raclette reicht, sind nämlich nur unreife Gemüsezwiebeln. Apropos Zwiebeln: Lasst sie blühen, wenn ihr selbst anbaut! Das sieht nich nur hübsch aus, sondern schmeckt auch ganz wunderbar.

Panorama-Ansicht von Marko Seibolds Garten

Panorama-Ansicht von Marko Seibolds Garten

Nach der Kräuter-Exkursion spazierten wir zum nahegelegenen Acker. Dort lernten wir, wie man ein Feld mit dem Pferd pflügt und durften es sogar selbst ausprobieren. „Das machen die Bauern heute nicht mehr. Die haben jetzt nämlich ein neues Gerät, den Glyphosator – der ist billiger!“, witzelte Marko. Damit meinte er selbstverständlich nicht sich. Sein Eineinhalb-Mann-Betrieb ist Bioland-zertifiziert und wenn er nicht den Pferdepflug bestellt, graben er und sein Mitarbeiter das Feld von Hand um.

Weiter ging’s zum Gemüseacker. Der ist nicht groß, aber da hier nicht mit Maschinen gearbeitet wird, kann ganz dicht gesät werden und es wachsen jede Menge Kartoffeln, Zucchini und Wurzelgemüse. Leserin Cordula wollte am liebsten direkt die kunterbunten Karotten knabbern, aber erstmal staunten wir alle über die ausgefallenen Sorten, die Marko anbaut. Die kleinen Gurken mit goldener Schale stammen ursprünglich aus Russland und neben der klassischen Roten und der Ringelbete wächst eine alte Art aus Frankreich. „Die nenne ich die Rote Bete für Anfänger, weil sie weniger erdig schmeckt. Perfekt für Kinder“, erklärte Marko.

Noch ausgefallener: die Haferwurzel. Mit ihren langen, struppigen Wurzeln sieht sie nicht gerade schön aus, aber sie schmeckt! Und weil sie beim Kochen einen leichten Austern-Duft verströmt, wird sie im Englischen auch als „Vegetarian Oyster“ bezeichnet. Ihre feinen Wurzelansätze haben aber einen Nachteil: sobald sie abbrechen, bilden sich klebrige, milchige Tropfen – deshalb werden sie nicht industriell kultiviert.

Als wir vom Acker zurückkamen, erwartete uns schon die festlich gedeckte Tafel für das Abendessen. Holgers Ehefrau Regina reichte uns zum Aperitif einen Prosecco mit selbstgemachtem Sirup aus Kampfer-Eberraute, auch Cola-Kraut genannt, da die Triebspitzen der jungen Blätter wie die beliebte Brause duften und schmecken.

Das abschließende Abendessen war für alle der Höhepunkt des Tages: sieben Gänge, mit viel Liebe und Können zubereitet und angerichtet – quasi ein zweiter Genuss-Spaziergang durch den Garten und über den Acker. Der Glücksklee verzierte den Gang „Ackergold“, eine vegane Interpretation des rheinischen Klassikers „Himmel und Ääd“, das Mädesüß verfeinerte das Dessert. Leserin Cordula brachte es auf den Punkt: „Kulinarisch habe ich noch nichts erlebt, was dem nahekommt – das ist unglaublich!“

 

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Fotos: Svenja Klassert/bio verlag

Veröffentlicht:
Rubrik: Leben&Umwelt

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