Aus der Branche 10 |2018 - Schrot und Korn

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Aus der Branche 10 |2018

Aus der Branche  © Andrea Giese-Seip/bio verlag
Gemüsevielfalt aus samenfestem Öko-Saatgut © Andrea Giese-Seip/bio verlag

Züchtungs- und Sortentag 2018: Öko-Landbau braucht Öko-Züchtung

In Bio-Läden soll es mehr Gemüse aus samenfestem Öko-Saatgut geben. Das zu fördern hat sich eine Allianz aus Saatgutzüchtern, -vermehrern, Bio-Bauern und -Großhändlern auf die Fahnen geschrieben. Nach wie vor wachsen und reifen viele Bio-Gemüsesorten aus konventionellem Hybrid-Saatgut heran. Samenfeste Sorten, das sind Sorten, die der Bauer mit gutem Ertrag im nächsten Jahr selbst wieder anbauen kann, ohne erneut Saatgut kaufen zu müssen, sind noch immer die Ausnahme auf den Feldern. Auf dem ersten hessischen Öko-Saatguttag in Echzell-Bingenheim Anfang August waren sich die Experten einig: Ökologische Pflanzenzüchtung ist Grundlage einer zukunftsfähigen ökologischen Landwirtschaft. Nicht zuletzt, um unabhängig von großen Saatgutkonzernen zu bleiben. Zwar gibt es längst engagierte Akteure wie die Bingenheimer Saatgut AG und Initiativen wie Kultursaat e.V. oder das Projekt Saat:gut, doch die ökologische Pflanzenzüchtung steckt nach wie vor in den Kinderschuhen. Unterstützung erhofft sich Petra Boie von der Bingenheimer Saatgut AG von der Politik und überreichte der hessischen Landwirtschaftsministerin Priska Hinz eine symbolische Botschaft aus der Zukunft. Dieser Vision zufolge gab es ab dem Jahr 2020 nur noch samenfeste, ökologisch erzeugte Möhren zu kaufen. ag
www.bingenheimersaatgut.de; www.kultursaat.org; www.saat-gut.org


Nachhaltige und grüne Mitarbeiterbindung: Mitarbeiter werden Ackerhelden

Dank Bioland-Kooperation gibt es Deutschlands ersten Ackerhelden-Firmenacker: Mitarbeiter der Bohlsener Mühle bauen auf dem eigenen Firmengelände Bio-Gemüse an. Möglich wird das Vergnügen durch die Zusammenarbeit des Bio-Pioniers Bohlsener Mühle mit dem Essener Bio-Startup Ackerhelden. Manuel Pick, Geschäftsführer der Bohlsener Mühle, ist begeistert vom Angebot der Ackerhelden: „Wir waren auf der Suche nach einem Angebot für unsere Mitarbeiter, das einerseits das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiter stärkt und gleichzeitig in Verbindung mit unserem Unternehmenszweck steht, der Förderung der biologischen Landwirtschaft. Dass der Bio-Gemüseacker nun noch viel mehr als ‚nur‘ gesundes Gemüse für unsere Mitarbeiter bereithält, verdanken wir dem Konzept der Ackerhelden.“ id
www.bohlsener-muehle.de


Gemeinwohl-Ökonomie: Vorbildliche Bilanzen

Bodan, der Naturkostgroßhändler vom Bodensee, ist Pionier der Gemeinwohl-Ökonomie. Die vierte Gemeinwohl-Bilanz bescheinigt dem Bio-Händler auf vielen Handlungsfeldern eine Vorbildfunktion. Die „Gemeinwohl-Ökonomie“ bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Eine beachtliche Zahl weiterer Unternehmen bilanziert inzwischen nach dem Gemeinwohl-Konzept. In der IHK-Region Bodensee-Oberschwaben veröffentlichen allein im Jahr 2018 vier Firmen eine Gemeinwohl-Bilanz: der Sensortechnik-Hersteller elobau, der Outdoor-Ausrüster Vaude, der Caterer Vinzenz Service und der Naturkostgroßhändler Bodan. id
www.ecogood.org


German Innovation Award 2018: Mühle ausgezeichnet 

Die Mühle „Mockmill 100“ der Wolfgang Mock GmbH wurde mit dem „German Innovation Award 2018“ ausgezeichnet. In der Kategorie „Kitchen“ ehrte die Experten-Jury die Mühle für ihre „herausragende Innovationsleistung“. Der „German Innovation Award“ zeichnet branchenübergreifend Produkte und Lösungen aus, die sich vor allem durch Benutzerfreundlichkeit und einen Mehrwert gegenüber bisherigen Lösungen unterscheiden. Der „German Innovation Award“ macht auf diese Weise Innovationen für ein breites Publikum sichtbar und sorgt hierdurch auch für eine erfolgreiche Positionierung am Markt. id www.mockmill.com


Vorgestellt

„Wir sind ein Familienunternehmen unter Freunden“

Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Unternehmen zu gründen?

Wanja, Sebastian und ich kannten uns bereits durch unser Engagement für die NGO Viva con Agua de St. Pauli e.V., die sich weltweit für den Zugang zu sauberem Wasser engagiert. So kam die Frage auf, ob es möglich sei, Produkte herzustellen, die nicht nur nachhaltig, vegan und fair, sondern auch wasserschonend produziert werden. Wenige Monate später hielten wir unser erstes T-Shirt in den Händen. Erst dann entstand die Idee Alternativen herzustellen, welche die Wegwerfprodukte aus Plastik ersetzen. So kamen wir auf unsere nachhaltigen Zahnbürsten aus Bambus und weitere innovative Produkte aus dem W.A.S.H.-Segment.

Bitte ergänzen Sie: „Bio ist für mich …“

Funktionale, durchdachte und schön designte Lösungen fernab vom ursprünglichen Klischee kratziger Strickpullover und Öko-Latschen.

Was würden Sie tun, um die Welt jetzt sofort ein bisschen besser zu machen?

Exakt das, was wir tun: Konsumenten ressourcenschonende Alternativen zu Produkten bieten, die ansonsten aus Plastik bestehen.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade Ihre Firma leiten?

Zeit mit meiner Familie verbringen und mit unserem ausgebauten Bus ins Grüne fahren.

Nennen Sie eine Sache, die Ihr Unternehmen besonders macht.

Hydrophil ist ein Familienunternehmen unter Freunden, mit flachen Hierarchien und der Gleichstellung aller Mitarbeiter. Wir geben uns große Mühe, einen Ausgleich zum manchmal stressigen Arbeitsalltag zu finden, sodass es mit der Work-Life-Balance klappt. Dazu nutzen wir unter anderem die Mittagspausen, um gemeinsam eine Runde Playstation zu spielen oder vegan für das ganze Team zu kochen.

Name: Hydrophil
Gegründet: 2013
Firmensitz: Hamburg
Mitarbeiterzahl:11
Spezialität: Innovative Hygieneprodukte
Internetadresse:  www.hydrophil.com

 

 

Christoph Laudon

... ist Quereinsteiger, Pionier und hat gemeinsam mit zwei Freunden Hydrophil gegründet.

 

 


Eigentümerwechsel

L’Oréal kauft Logocos

Der französische Konzern L’Oréal kauft das deutsche Unternehmen Logocos Naturkosmetik mit Sitz bei Hannover. Zu diesem zählen die Marken Logona, Sante, Heliotrop und Fitne. Das 1978 gegründete Unternehmen beschäftigt 340 Mitarbeiter. L’Oréal ist der derzeit weltweit größte Kosmetikhersteller mit einem Portfolio von 34 Marken. „Mit dem Eigentümerwechsel schlagen wir ein neues richtungweisendes Kapitel einer der größten Erfolgsgeschichten der Naturkosmetik auf“, erklärt Logocos-Vorstand Dirk Höfer. 23,9 Prozent des Kosmetikkonzerns L’Oréal sind momentan im Besitz des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé. id


Firmenfeier

Kräuterfest in Sprögnitz


Kräutertisch im Kräuterdorf Sprögnitz bei Sonnentor © Björn Lexius; Irina Dijks/bio verlag

Die Kräuterweihe hat im niederösterreichischen Waldviertel, das als Kräuterzentrum Österreichs gilt, eine lange Tradition, jährlich zu Mariä Himmelfahrt findet dort das Kräuterfest statt. Pfefferminze und Ringelblumen, die dort unter anderem wachsen, spielen auch beim Kräuter- und Gewürzspezialisten Sonnentor eine große Rolle. Der Bio-Pionier feierte mit seinem Kräuterfest zudem sein 30-jähriges Jubiläum. Nebst Kräutersegnung und Ehrungen langjährig verbundener Bio-Bauern präsentierte Gründer Johannes Gutmann sein Buch „Wer spinnt, gewinnt!“, das persönliche Einblicke in seine Unternehmergeschichte gibt. Zudem wurden neue, ökologische Mitarbeiter-Jacken eingeführt sowie zwei „Land-Lofts“ getauft, Wohnwagen aus nachhaltigen Rohstoffen, die von Urlaubern angemietet werden können. Über Führungen durch die Kräuterhallen hinaus standen Besuchern die ganzjährigen Angebote offen wie: das Sonnentorgeschäft, das Kaffeehaus „Genuss-Reich“, das Bio-Gasthaus „Leibspeis’“, der Teesalon „Tee-Zeit“ oder der Bio-Bauernhof „Frei-Hof“. id www.sonnentor.com

Erschienen in Ausgabe 10/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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