Kommentar - Schrot und Korn

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Kommentar

Ohne faire Preise, keine nachhaltige Landwirtschaft

Dietmar Groß ist Bio-Bauer in Nordhessen und Bio-Beauftragter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Der Naturkostmarkt trotzt der Krise und meldet steigende Umsatzzahlen. Das ist gut so. Vielleicht ist das ein Hoffnungsschimmer auch für Deutschlands Bio-Bauern. Denn sorgsam und nachhaltig mit der Natur und den uns Bauern anvertrauten Tieren umzugehen, setzt voraus, dass diese Arbeit auch gerecht entlohnt wird. Nachhaltigkeit kann nicht allein mit Mindeststandards wie dem Bio-Siegel abgesichert werden. Ohne faire Preise zur Entlohnung der Arbeit, die damit verbunden ist, gibt es auf Dauer keine nachhaltige Landwirtschaft, schon gar nicht in den regionalen Strukturen Deutschlands; aber auch keine handwerkliche Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln.

Die Naturkost-Branche hat in der kommenden Zeit die verantwortungsvolle Aufgabe und die Chance, gemeinsam mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette ihren Kunden und der Öffentlichkeit zu beweisen, dass in ihr mehr steckt als eine Branche, die ein spezielles Warensegment handelt.

In einer Zeit, in der sich die Wirtschaft in vielen Bereichen aus ihrer sozialen Verantwortung stiehlt, sollte die Naturkost-Branche deutlich machen, dass gelebte Solidarität noch immer ein Merkmal dieser Branche ist, welches sie von anderen Wettbewerbern in der Handelslandschaft unterscheidet.

Viele Akteure arbeiten bereits seit längerem erfolgreich, indem sie mit regionalen Erzeugern faire Partnerschaften entwickeln und mit gemeinsamen Informationskampagnen für faire Preise werben. Der positive Marktverlauf im ersten Halbjahr 2004 und die Erkenntnis, dass die Bio-KundInnen in Deutschland den Naturkostläden nicht den Rücken kehren um in Scharen in die Supermärkte zu rennen, gibt uns Hoffnung.“

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