Interview - Schrot und Korn

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Interview

Vorurteile sind widerlegt

Holzhäuser liegen im Trend und haben ihren Marktanteil verdoppelt, meint Dirk Alfter, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Holzabsatzfonds. // Leo Frühschütz

? Wie groß ist der Anteil der Holzhäuser bei den neugebauten Ein- und Zweifamilienhäusern?

! Seit Anfang der 90er Jahre erlebt das Bauen mit Holz einen erheblichen Aufschwung. Derzeit werden rund 14 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet. 2002 waren das deutschlandweit rund 20.700 Eigenheime. Damit hat sich der Marktanteil in den vergangenen Jahren verdoppelt.

? Was könnte man tun, um diesen Anteil zu steigern?

! Holz genießt bei vielen Menschen ein äußerst positives Image. Allerdings ist hier zu Lande eine Holzbaukultur – wie in Skandinavien oder den USA – weniger ausgeprägt. Bauherren, Unternehmer und Architekten müssen verstärkt über die positiven Eigenschaften des Bau- und Werkstoffes Holz informiert werden. Der Holzabsatzfonds unterstützt dies mit werblichen und öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen.

? Gibt es einen Trend für einzelne Holzbauweisen?

! Während früher Block- und Fachwerkbauten vorherrschten, bietet die Holzbaubranche heute eine große Palette moderner Bauweisen, wie beispielsweise Holzrahmen- und Holzskelettbau. Den individuellen Gestaltungswünschen sind kaum Grenzen gesetzt.

? Oft werden Holzhäuser statt aus heimischem aus skandinavischem Holz gebaut. Ist das qualitativ besser?

! Untersuchungen des Instituts für Holzforschung der Technischen Universität München belegen, dass es keine nennenswerten Qualitätsunterschiede zwischen deutschem und skandinavischem Holz gibt. Dabei wurden für heimisches Holz sogar höhere Rohdichtewerte ermittelt, was sich positiv auf die Festigkeitseigenschaften auswirkt. Davon abgesehen erfüllt heimisches Holz alle Qualitätsmerkmale, die für den Einsatz am Bau gefordert werden. Daneben sollte man auch die ökologischen Vorteile berücksichtigen, hier heißt das Stichwort „kurze Transportwege“.

? Was sind die häufigsten drei Vorurteile, die bauwillige Menschen davon abhalten, ein Holzhaus zu bauen?

! Gängige Vorurteile sind, dass Holzkonstruktionen laut und zugig seien, schnell verwittern und brennen können. Ein Forschungsvorhaben der Universität Leipzig belegt, dass diese Vorbehalte längst überholt sind. Holzhäuser, die ab 1985 gebaut wurden, genügen oder übertreffen die aktuellen Anforderungen des Wärme-, Feuchte-, Brand- und Schallschutzes. Holzhäuser sind heute ebenso hochwertig wie Massivbauten. Als Baustoff bietet Holz heute quasi unbegrenzte konstruktive Möglichkeiten und steht dabei – mit Blick etwa auf seine schon erwähnte Tragfestigkeit, aber auch mit Blick auf seine Beständigkeit gegen Witterung oder Feuer sowie auf seine Wirtschaftlichkeit – anderen Materialien in nichts nach.

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