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Haarkur und -spülung

Heizungsluft, Mützen und heißer Föhn machen die Haare im Winter stumpf und struppig. Mit Spülungen oder hin und wieder einer Kur setzen Sie Glanzlichter ins Haar.

31.12.2004 vonGudrun Ambros

Heizungsluft, Mützen und heißer Föhn machen die Haare im Winter stumpf und struppig. Mit Spülungen oder hin und wieder einer Kur setzen Sie Glanzlichter ins Haar.

Unsere Haare machen was mit! Mützen, trockene Heizungsluft und heißes Föhnen strapazieren sie im Winter mächtig. Wenn es ihnen zu viel wird, verlieren sie ihren Glanz und lassen sich schlecht frisieren. Ein Blick durchs Mikroskop zeigt, dass die Schutzhülle um das Haar herum verletzt ist. Denn nur wenn diese dicht anliegt, reflektiert das Haar Licht und glänzt.

Sowohl Kuren als auch Spülungen enthalten Öle und Wachse, die das Haar glätten und Feuchtigkeitsverluste ausgleichen. Säuren passen den pH-Wert der Lotionen an den der Kopfhaut an und entquellen das nasse Haar. Emulgatoren mischen die wässrigen mit den öligen Bestandteilen. Gut duften soll das Ganze und außerdem lang genug haltbar sein. Haarkuren und -spülungen der Naturkosmetik enthalten keine Erdölprodukte. Einige Hersteller verwenden pflanzliche Rohstoffe möglichst aus Bio-Anbau oder Wildwuchssammlung, manche lassen ihre Produkte darauf kontrollieren und belegen dies mit dem BDIH-Logo für kontrollierte Naturkosmetik.

Wie ein Regenschutz

Natürliche Öle und Wachse, so argumentiert die Naturkosmetik-Branche, schützen das Haar ähnlich wie atmungsaktive Regenkleidung. Silikone aus Erdöl dagegen versiegeln angeblich die Haare, behindern die Kopfhaut-Atmung und den Feuchtigkeitsaustausch.

Synthetische Konservierungsstoffe wie Formaldehyd oder Formaldehydabspalter kommen in Naturkosmetik nicht vor: Sie stehen unter Verdacht, Krebs auszulösen. Naturkosmetik wird haltbar gemacht durch strenge Hygiene, Alkohol, ätherische Öle, Benzoe- oder Sorbinsäure, Apfelessig oder Kombinationen von alldem.

Haarig sind auch Polyethylenglykole, kurz PEG, die in herkömmlichen Spülungen schon mal als Emulgatoren eingesetzt werden. Sie können die Haut für Schadstoffe durchlässig machen. Besser sind Zucker- oder andere Emulgatoren pflanzlicher Herkunft. Auch mit Hilfe von Xanthan oder Guarmehl (aus dem Samen eines indischen Baums) lässt sich bewerkstelligen, dass Spülung oder Kur nicht zu schnell durch Hände und Haare rinnen.

Allergische Reaktionen auf Naturkosmetik sind leider nicht 100-prozentig auszuschließen. Das Risiko lässt sich aber klein halten: mit klinischen Tests an Freiwilligen, möglichst wenigen Zutaten und durch Wirkstoffe von anerkannt geringem allergenen Potential. I&M Naturkosmetik bietet sogar eine spezielle Haarspülung für Allergiker an. Bei dieser wurde bewusst auf Kräuterextrakte und ätherische Öle verzichtet.

Kuren wirken übrigens stärker als Spülungen. Sie bleiben länger im Haar - das kann auch über Nacht sein - und sollten maximal einmal pro Woche aufgetragen werden. Spülungen können nach jeder Haarwäsche einmassiert werden - fünf bis zehn Minuten Einwirkzeit reichen aus. Für eine intensivere Wirkung, die Spülung in die Kopfhaut einreiben und anschließend mit Shampoo wieder herauswaschen.

8000 Meter Haar!

Ein Haar, das sich im Duschsieb kringelt, könnte so einiges erzählen. Sechs Jahre lang ist es gewachsen, jeden Monat einen Zentimeter. Bei 80 000 Kopfhaaren wurden damit pro Monat 8 000 Meter Haar gebildet - eine beachtliche Leistung! In Wurzelnähe ist das Haar von einem Talgfilm geschützt. Der fehlt am Haarende. Kein Wunder, dass gerade die Spitzen der Haare gerne austrocknen und sich spalten. Dann muss die Schere ran. Mit einer winzigen Menge Kokosöl, Klettenwurzelöl oder Haarspitzencreme, die in die trockenen Spitzen einmassiert wird, lässt Spliss sich prima vorbeugen.

Wirkstoffe für schönes Haar

Natürliche Wirkstoffe sind Multitalente. Rosenöl beispielsweise duftet wundervoll und wirkt außerdem noch antiseptisch.

  • Für seidigen Glanz der Haare sorgen Nachtkerzenöl, Rosenwachs, Rosenblütenhydrolat, Avocadoöl, Balsampappelknospenharz, Hanföl, pflanzliches Glycerin, Panthenol aus Ziegenmilch, Weizenproteine und Apfelessig.
  • Feuchtigkeit und Spannkraft bringen Aloe Vera, Betain (Vitamin H) aus Zuckerrüben, Weizenproteine und pflanzliche Öle.
  • Gut für die Kopfhaut und deshalb gut für gesundes Haar sind: Thymian, Birkenblattextrakt, Rosmarin und Ginkgo. Sie regen die Durchblutung und das Zellwachstum an. Neemöl und Hanföl kräftigen den Haarboden. Kamille, Eibisch, Johanniskrautöl und Calendula beruhigen.
  • Haare kann man auch „schön“ essen - eine Frage der richtigen Ernährung. Zum Beispiel mit Hirse - die darin enthaltene Kieselsäure ist gut gegen brüchiges und stumpfes Haar. Oder mit der Vitamin-E-Bombe Weizenkeimöl, die strähnigem Haar und Haarausfall entgegenwirkt. Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Weizenkeime fördern durch Folsäure sowohl das Wachstum als auch die Erneuerung der Zellen.

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