Einblick - Schrot und Korn

Anzeige

Anzeige

Einblick

 

Gegen die Opferrolle

„Nicht alles, was Heilung verspricht, kann im Gießkannenprinzip über einen Krebskranken gegossen werden“. Georgy Irmey, Facharzt für Allgemeinmedizin und Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr, trifft zu Anfang seines neuen Buches eine wichtige Feststellung. Die „110 wirksamen Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs“ (Haug Verlag, Heidelberg 2001, 196 Seiten, ISBN 3-8304-2044-7, DM 39,90), die er gemeinsam mit den Medizinjournalisten Anna-Luise Jordan und Robert Norton skizziert, sind keine Patentrezepte, die sich nach Belieben zu einem Genesungsbrei verrühren lassen.

Das vorzüglich gestaltete Werk macht den Betroffenen Mut, ohne übertriebene Heilserwartungen zu wecken: „Akzeptieren Sie die Diagnose, aber nicht die Prognose der Erkrankung“ und „nehmen Sie die Rolle des Opfers nicht an“. Wie sich ein Krebsleiden jenseits der Statistik im Einzelfall entwickelt, hängt entscheidend von der Motivation und dem Überlebenswillen des Kranken ab. Bevor er sich auf die klinische Medizin einlässt, sollte er sich darüber informieren, was es außer Chemotherapie, Strahlen und Operation an sanfteren, aber seriösen Hilfen noch gibt. Und das ist eine ganze Menge, nicht nur im Bereich der Alternativmethoden.

Biophosphonate, Angiogenese-Blocker oder neue Formen der Schmerzbekämpfung sind nur drei von vielen Beispielen.

Biologisch-ganzheitliche Verfahren bewirken vor allem eines: Sie steigern die Lebensqualität und unterstützen die lokale Therapie. Und – ganz wichtig – sie fördern das Vertrauen in den persönlichen Weg. Dort, wo der Mensch als körperlich-seelisch-geistige Einheit begriffen wird, sind die Heilungschancen erfahrungsgemäß am größten. Wer bereit ist, gewohnte Pfade zu verlassen und auch mal dem Doktor zu widersprechen, kommt nach Meinung der Autoren am schnellsten in Kontakt mit seinem „inneren Arzt“. Der Appell, ihm zu folgen und gleichzeitig alle „objektiven“ Chancennutzen, ist die zentrale Botschaft dieses Ratgebers. Sein Informationsteil, der Adressen aus dem Internet, von Kliniken und von Selbsthilfegruppen auflistet, ist auf dem neuesten Stand. Hans Krautstein

Mit Sport gegen Brustkrebs

Wenn ältere Frauen regelmäßige joggen oder Rad fahren, reduzieren sie ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, über die die niederländische Forscherin Miranda Dirx in der medizinischen Fachzeitschrift Cancer berichtet hat. Demnach ist die Erkrankungsrate um bis zu 19 Prozent geringer. Für die Untersuchung wurden die medizinischen Daten von 62.000 Frauen im Alter zwischen 55 und 69 sieben Jahre lang ausgewertet. In dieser Zeit erkrankten 1.200 Frauen an Brustkrebs. Es zeigte sich ein auffälliger Zusammenhang zwischen Lebensstil und Gesundheit. Empfohlen wird deshalb, täglich mindestens 30 Minuten lang Sport zu treiben. Dies beugt außerdem Herz-Kreislauferkrankungen vor.

Vitamin-C-Bomben nutzlos?

Bei Erkältungen greifen vielen Menschen zu erhöhten Vitamin-C-Dosen in Form von Tabletten. Dies reduziere jedoch bei Menschen, die sich ansonsten abwechslungsreich ernähren, weder die Dauer noch die Stärke von Erkältungen, behaupten jetzt australische Wissenschaftler. Sie machten ein Experiment mit zwei Gruppen von erkälteten Patienten. Die einen erhielten in den ersten drei Tagen nach Ausbruch der Krankheit nur 30 Milligramm Vitamin C. Die anderen dagegen schluckten täglich ein bis drei Gramm. Im Schnitt verliefen jedoch die Erkältungen in beiden Gruppen gleich.

Tee gegen grauen Star

Die Antioxidantien in grünem und schwarzem Tee helfen, den Fortschritt der Augenkrankheit Grauer Star zu verlangsamen. Das wollen indische Wissenschaftler in Experimenten herausgefunden haben.

Rheuma durch Haarfarben?

Wer jahrelang die Haare färbt, geht ein höheres Risiko ein, an Rheuma zu erkranken. Schwedische Forscher, die diesen Zusammenhang untersucht haben, machen dafür die aggressiven Chemikalien verantwortlich. Pflanzenhaarfarben sind davon nicht betroffen.

Wenn der Kopf raucht

Der amerikanische Psychologe Gregory Ordway geht der Theorie nach, dass Rauchen Veränderungen im Gehirn hervorruft. Zigaretten hätten eine ähnliche Wirkung auf das zentrale Nervensystem wie Antidepressiva.

Herzinfarkte vermeidbar

Mit einfachen Methoden wie Blutdruckmessen oder Ultraschall lassen sich verdeckte Herzkrankheiten aufdecken. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ließen sich deshalb viel Infarkte vermeiden, schreiben amerikanische Ärzte im Fachblatt Circulation.

Fehler bei Migräne

Migräne wird nach wie vor nicht richtig behandelt, meint die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Drei Viertel der ärztlichen Rezepte würden nicht mit dem Stand der Wissenschaft übereinstimmen. Lediglich 14 Prozent der Patienten bekämen die neueren, aber auch teureren Wirkstoffe, die sich bei schweren Attacken als hochwirksam erweisen hätten.

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'