„Leider Ja, - Schrot und Korn

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„Leider Ja,

Sind unsere Säure-Puffer überlastet?

„Leider Ja,

… es kommt zu einer Summation über Jahre. Ungenügend ausgeschiedene Säuren werden im Bindegewebe eingelagert und verursachen in der Folge degenerative Erkrankungen."

Um es vorwegzunehmen, ein gesunder Mensch kann den Säure-Basen-Haushalt weitgehend in Ordnung halten. Die Lunge atmet die flüchtige Kohlensäure ab, die Nieren scheiden die nicht-flüchtigen Säuren aus. Durch körperliches Schwitzen wird ebenfalls entsäuert.

Dr. Michael Worlitschek
ist Facharzt für Allgemeinmedizin
und Naturheilverfahren in Waldkirchen.

Aber wer ist wirklich gesund? Was strömt auf den Organismus ein? Wie viel kann er verarbeiten? Was wird zuviel gegessen? Was kann der Darm verarbeiten oder geht in Gärung oder Fäulnis über mit der Bildung von Säuren? Der Alltag in einer Allgemeinpraxis beweist die Unzulänglichkeiten des Lebens. Es wird ungenügend geatmet. Die Nieren sind erschöpft. Nicht-flüchtige Säuren müssen zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut ins Bindegewebe deponiert werden.

Es kommt zu einer Summation über Jahre. Die „Entsorgung“ dieses Zwischenlagers zum Beispiel durch Fasten findet oft nicht statt. Die Folge sind Krankheiten wie zum Beispiel Weichteilrheuma, Fibromyalgie, Arthrosen, Harnsäureablagerungen, schnelle Hautalterung, Migräne. Messungen der Puffermöglichkeiten im Blut oder die Ausscheidungskraft der Nieren beweisen die Zunahme der Säuren im Körper.

„Eher Nein,

… dass die Puffersysteme eines gesunden Menschen nicht ausreichen, ist überhaupt nicht bewiesen. Lediglich die nachteilige Auswirkung auf die Knochen ist mittlerweile gesichert."

Dr. Cem Ekmekcioglu
ist Professor für Physiologie
an der Medizinischen Universität Wien.

Zuweilen wird der Eindruck erweckt, jeder gesunde Mensch sei von einer Übersäuerung (chronische Erniedrigung des pH-Wertes unter 7,36) durch falsche Ernährung bedroht, die ihn früher oder später krank mache. Diese Behauptung kann durch wissenschaftliche Studien bisher nicht gestützt werden. Bewiesen sind lediglich nachteilige Auswirkungen auf die Knochen.

Aber die Theorie der Übersäuerung bezieht sich nicht nur auf eine mögliche Osteoporose. Sie geht davon aus, dass die Puffersysteme eines gesunden Menschen insgesamt nicht ausreichen, um trotz einer säurereichen Ernährung im Gleichgewicht zu bleiben. Für diese Annahme fehlt der Beweis. Nach unserem heutigen Kenntnisstand kann die überschüssige Säurelast durch die Nieren ausgeschieden werden, selbst wenn man sich einer extrem eiweißreichen Diät unterzieht.

Unabhängig davon gilt: Eine säurelastige Kost mit viel tierischem Eiweiß und wenig Obst und Gemüse ist nicht optimal. Sie sollte keineswegs empfohlen werden, da Obst und Gemüse, neben ihrem Basenpotenzial auch viele wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe enthalten.

Zum Weiterlesen:

Kraske, Eva-Maria:
Säure-Basen-Balance.
GU Ratgeber Gesundheit. Gräfe & Unzer, 2005,
ISBN 3-774-26691-3,
12,90 Euro
Worlitschek, Michael:
Säure-Basen-Fitness.
Haug Sachbuch, 2005,
ISBN 3-830-42202-4,
12,95 Euro

Mehr Infos

über das Tema liefert der Beitrag „Wie viel Säure verträgt der Mensch?“ aus Schrot&Korn 9/99.

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Wolfgang Seefeldt, Hamburg
Ein ganz dickes Kompliment! Besser, deutlicher und anwendungsbezogener kann man das Thema wohl kaum auf den Punkt bringen...