Querbeet - Schrot und Korn

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Querbeet

Gewürz des Monats: Fenchel

Charakteristisch für die mannshohe Pflanze ist der intensive Anisduft. Die fiedrigen grünen Blätter erinnern an Dill. Sie schmecken frisch als Gewürz am Salat. Fenchelsamen, der sich aus den großen gelben Blüten entwickelt, erntet man grün. Getrocknet wird er auf einem feinen Rost an einem warmen, schattigen Ort.

Fenchelsamen enthalten Eiweiß, Zucker und ätherische Öle. Man verwendet sie zum Würzen von Schweinefleisch, Fisch, Sauerkraut, eingelegten Gurken und im Brotteig. Als Heilpflanze kommt Fenchel bei Atemwegserkrankungen und Magenproblemen zum Einsatz. Wegen seiner krampflösenden und blähungslindernden Eigenschaften wird Fencheltee insbesondere für Stillende und Babys empfohlen.

Man kauft Fenchelsamen am besten als ganzes Korn. So sind die empfindlichen ätherischen Öle geschützt. Tip: Die Samen erst kurz vor dem Verwenden aufbrechen - für Tee mit einem Mörser quetschen, als Küchengewürz grob oder fein zermahlen.

Küchentip

Honigreste clever genutzt

Honigreste im Glas löst man mit etwas Essig. Die Mischung ist eine feine Basis für eine leckere Salatsoße.

D. Danin, Bamberg

Jeder auf der Querbeet-Seite veröffentlichte Küchen- und Haushaltstip wird mit dem Ökokochbuch (pala-verlag, ISBN 3-89566-133-3) belohnt.


Dickdarmkrebs:
Können Ballaststoffe schützen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält an ihrem Richtwert für die Ballaststoffaufnahme von mindestens 30 g pro Tag fest. Gleichzeitig übt sie Kritik an der "Nurses Health Study", derzufolge es keinen Zusammenhang zwischen der Ballaststoffaufnahme und dem Darmkrebsrisiko geben soll. Sohätte die Gruppe der Studienteilnehmer mit der höchsten Ballaststoffaufnahme im Schnitt lediglich 25 g pro Tag aufgenommen und das könne nicht als ballaststoffreiche Ernährung angesehen werden. Zudem wurden laut Professor Kasper, Präsidiumsmitglied der DGE, weitere Faktoren der Entstehung von Dickdarmkrebs wie die Aufnahme von resistenter Stärke und die Art der verzehrten Fette nicht ausreichend berücksichtigt.

Laut DGE haben insbesondere die gut fermentierbaren, wasserlöslichen Ballaststoffe vor allem aus Gemüse und Obst sowie die resistente Stärke (beispielsweise aus Kartoffeln) eine wesentliche Bedeutung beim Schutz vor Darmkrebs.

Weitere wichtige Ballaststofflieferanten sind Vollkornprodukte (Getreide, Nudeln, Reis) und Hülsenfrüchte.

Alte Liebe rostet nicht: Fleischkonsum wieder gestiegen

BSE, Hormonskandale und Bilder aus der Massentierhaltung scheinen vergessen, denn nach jahrelang rückläufigen Zahlen freut sich das deutsche Fleischerhandwerk wieder über steigende Absatzzahlen. Im Vergleich zu 1997 verzehrte - statistisch gesehen - jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr 2,3 Kilo Fleisch zusätzlich. Schweinefleisch legte dabei mit einem Plus von fünf Prozent kräftig zu. Der Pro-Kopf-Verzehr lag 1998 bei 40 Kilogramm. Bei Rindfleisch erfaßte die Statistik einen Zuwachs von einem Prozent. Die Centrale Marketinggesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) interpretiert diesen Anstieg übrigens als Trendwende.

Gestiegen ist auch der Verzehr von Bio-Schweinefleisch. Er lag um 60 Prozent höher als 1997. Als Grund nennt der Anbauverband Bioland in erster Linie die BSE-Krise. Dadurch seien viele "konventionelle" Fleischesser auf "bio" umgestiegen.

Buchtip

Power durch bioaktive Substanzen

Statt Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe stehen in dem Buch Power Food bioaktive Substanzen - Pflanzenwirkstoffe, die das Immunsystem stärken und das Wohlbefinden steigern sollen - im Rampenlicht. Für den Infoteil zeichnet sich Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann verantwortlich. Die Rezepte - sie reichen von Rohkost, Brotaufstrichen, Drinks und Vegetarischem bis hin zu Fisch- und Fleischgerichten - stammen von Helmut Million, DGE-Diätkoch und Dozent für Vollwerternährung an der UGB-Akademie.

Claus Leitzmann, Helmut Million: Power Food, Gräfe und Unzer, 1998, 162 Seiten, DM 39,90, ISBN-3-7742-3664-x

Kurz notiert

  • "Hast du mich zum Fressen gern?" fragt das rosarote Schwein auf der Titelseite der Jugendbroschüre zum Thema Fleischkonsum und seine Folgen. Die 22 Seiten dicke Broschüre gibt es für DM 5,50 (Scheck oder Briefmarken). Zu bestellen bei: Vegetarische Initiative, Postfach 1136, 21383 Amelinghausen.
  • Ein Infoblatt zu Kartoffeln hat die Verbraucher Initiative zusammengestellt. Neben geschichtlichem Background, Inhaltsstoffen und Handelsklassen wird auch über Öko-Kartoffeln und Gen-Knollen informiert. Das 8-seitige Heft kostet DM 5,- (Scheck oder Briefmarken). Verbraucher Initiative, Breite Straße 51, 53111 Bonn.
  • Schluß mit dem Diätenwahn verspricht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrer Broschüre "Mein Weg zum Wunschgewicht". Mit einer Tabelle zum Bestimmen des Body Mass Index (BMI) sowie Tips zum Kaloriensparen und zur schrittweisen Änderung falscher Eßgewohnheiten. Die Broschüre (42 Seiten) kann bei der DGE, Postfach 930201, 60457 Frankfurt/Main bestellt werden. Kosten: DM 7,00 (in Briefmarken)
  • Der Jahresumsatz von Süßwaren mit dem TransFair-Siegel hat sich 1998 nahezu verdoppelt: Knapp eine halbe Million Bonbontüten, 2,2 Millionen Tafeln Schokolade, 250 000 Pfundpäckchen Kakao und 880000 Gläser Honig gingen 1998 über den Ladentisch. Wichtigstes "TransFair-Produkt" bleibt jedoch der Kaffee, gefolgt von Schwarztee.
Erschienen in Ausgabe 04/1999
Rubrik: Ernährung

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