Frühstück aus der Box - Schrot und Korn

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Frühstück aus der Box

Die Kinder der Kolping-Grundschule in Aschaffenburg haben prominenten Besuch bekommen – und Bio-Brotboxen // Manfred Loosen

Bio Brot Box mit Anke Engelke und Urban Priol Die Sporthalle war picke-packe-voll. Neben Kindern und Lehrern waren da auch noch viele Journalisten von Zeitung, Radio und Fernsehen. Sie alle wollten erleben, was Comedian Anke Engelke aus Köln und Kabarettist und Lokalmatador Urban Priol den Kindern zu sagen hatten. Sie waren – ohne Gage und aus voller Überzeugung – gekommen, um den Kindern zu erzählen, wie wichtig ein gutes Frühstück vor der Schule und ein stärkendes zweites Frühstück in der Schulpause sind.

Der bio verlag, der das Naturkostmagazin Schrot&Korn herausgibt, hatte mit vielen Sponsoren dafür gesorgt, dass 1 700 Erstklässler in der Stadt und im Landkreis Aschaffenburg kurz nach der Einschulung eine sogenannte Bio-Brotbox bekommen. In der gelben Frühstücksdose waren neben Müsli, einer Möhre, Brot und Aufstrich auch ein kleines Getränk und eine Mini-Zeitschrift von Schrot&Korn (s. Kasten hier).

Die Kinder und Lehrer der Kolpingschule waren auf die Veranstaltung mit Anke Engelke und Urban Priol gut vorbereitet. Die Trommelgruppe und der Chor hatten einen Bio-Brotbox-Rap einstudiert („Hunger, Hunger, wir haben Hunger“), in dem beschrieben wurde, dass Schokolade nicht der ideale Pausensnack ist; viel besser seien Butterbrot und Gurke. In seinem Grußwort bedankte sich der Schirmherr der Aktion, Oberbürgermeister Klaus Herzog, bei den Prominenten dafür, dass sie sich Zeit genommen hatten, die Boxen zu verteilen.

Anke Engelke und Urban Priol alberten – so wie man sie eben kennt – herum, brachten durch ihre Lockerheit aber auch viele Infos rüber. Es kommt einfach anders bei Kindern an, wenn Fernseh-Star Anke Engelke „Unterricht“ macht und fragt, in welchen Farben es Paprika gibt. Engelke war, wie sie später sagte, froh, dass sehr schnell die Antworten „grün“, „gelb“, „rot“ und sogar ‚„orange“ kamen. „Es ist noch nicht alles verloren, wenn Kinder wissen, wie Paprika aussehen!“

Engelke, Priol und jede Menge Spaß

Die beiden Prominenten verteilten dann an alle Erstklässler die Bio-Brotboxen, die Sponsoren (Allos, Bohlsener Mühle, Denn's Biomarkt, DHL, Martin Evers Naturkost, GGP, Lebensbaum, Ökoland, Paradieschen, Voelkel, Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau, Stadt Aschaffenburg, ilka-Design) mit leckeren Bio-Lebensmitteln gefüllt hatten. Engelke und Priol riefen die Kinder dazu auf, die Boxen jeden Tag neu zu füllen – oder füllen zu lassen, um jeden Tag ein gesundes, stärkendes Essen dabei zu haben. „Nur dann könnt ihr vernünftig denken, nur dann geht was in eure Birne“, rief Urban Priol den Kindern zu.

Nach der Veranstaltung nahmen sich Engelke und Priol noch viel Zeit für die unzähligen Autogrammwünsche. Die Kinder waren begeistert. Auch Anke Engelke und Urban Priol hatten nach eigenem Bekunden viel Spaß an der Aktion und denken daran, nächstes Jahr wieder zu kommen.

Die Bio-Brotbox-Aktion ist eine bundesweite Initiative für Erstklässler, die regional von Freiwilligen organisiert wird. Wer mitmachen möchte, bekommt Informationen unter

www.bio-brotbox.de, Tel 030 / 28 87 99 59.

Urban Priol und Anke Engelke

„Es muss cool werden, in der Schule ein Pausenbrot zu essen!“

Bevor sie sich ans Verteilen der Bio-Brotboxen machten, trafen sich Urban Priol und Anke Engelke zum Gespräch mit Schrot&Korn.

Warum haben Sie spontan „Ja“ gesagt, als wir Sie gefragt haben, ob Sie Pate bei der Bio-Brotbox werden wollen?

Anke Engelke: Wenn ich gefragt werde, ob ich irgendwo mitmache, dann entscheide ich das nach drei Kriterien: Erstes Kriterium ist immer „Köln“, weil ich ja auch Kinder habe und nicht so viel weg sein will von Zuhause. Das zweite ist „gut oder schlecht“ und das dritte „wichtig oder unwichtig“. Und zwei von drei Kriterien waren hier gegeben. Die Aktion ist, ohne jetzt privat werden zu wollen, sehr sinnvoll, weil ich es auch aus meiner Umgebung kenne, dass es mit dem Frühstück nicht immer so gut klappt und in der Schule auch nicht unbedingt etwas Gesundes gegessen wird.

Urban Priol: Ja, vor allem nicht gesund. Bei mir zu Hause war das auch teilweise ein Kampf. Meiner Tochter habe ich immer einen Apfel eingepackt. „Du musst einen Apfel mitnehmen!“, hab' ich gesagt, dann ging das.

Anke Engelke: Aufgeschnitten?

Urban Priol: Das war nicht so einfach: Wenn man ihn aufschneidet, ist’s doof, uncool – und wenn du ihn nicht aufschneidest, wird er manchmal nicht gegessen, weil man nicht so reinbeißen will.

Anke Engelke (nimmt eine Bio-Brotbox): So, jetzt müssen wir mal gucken, was wir da verteilen, ob der Verschluss gut ist (probiert ihn aus). Ja, der ist o.k.

Wie kriegt man die Kinder dazu, die Dose jeden Tag gefüllt mitzunehmen? Das ist doch uncool!

Anke Engelke: Ja, Leute, da muss man halt geschickt sein!

Urban Priol: Ich habe meiner Tochter immer Brote geschmiert, und die hat sie auch gegessen. Viele Eltern geben ihren Kindern zwei Euro mit. Und dafür kaufen die Kinder dann irgendeinen Unsinn. Das ist wirklich nur Mist. Selbst der Hausmeister verkauft meistens nur Ungesundes.

Anke Engelke: Man muss dahin kommen, dass es cool ist, etwas zu Essen mit in die Schule zu bringen. Die Kinder müssen selbst entscheiden: „Ich mache mir jetzt mein Brot, Mama. Ich möchte aber nicht, dass du immer weißes Brot kaufst. Kaufe mal drei, vier Nuancen dunkler, und ich will auch mal ein Vollkornbrötchen haben, und ich schmiere das selbst!“

Urban Priol: Da muss das Kind aber erst einmal drauf kommen. Ich bin für ein ganz anderes Programm.

Wie würden Sie es machen?

Urban Priol: Wir haben früher reihenweise die Schulbrote getauscht: „Was hast du denn drauf?“ Das geht teilweise heute auch noch oder wieder. Aber, klar, viele gehen vor der Schule zum Bäcker und kaufen sich da was Süßes, das ist einfacher und schneller.

Anke Engelke: Es wäre schon mal ganz gut, wenn das Sortiment beim Bäcker wenigstens o.k. wäre. Ich habe mir heute Morgen am Bahnhof mal das Angebot einer Bäckerei angesehen. Da gibt's ja auch gute Sachen. Man muss nur das Richtige auswählen. Meine Hoffnung ist, dass man Essen für die Schule cool machen kann. In der Schule geht es nun mal darum, cool zu sein. Man will nicht der Arsch sein. Und wie ist man cool? Indem man seine eigenen Moden macht. Da bin ich jetzt halt mal ein bisschen der Paradiesvogel, weil ich ein selbst geschmiertes Brot dabei habe, mit Super-Paprika, Cherry-Tomaten. Und ich habe das Brot cool eingepackt. Und weil ich so gut und lecker esse, bin ich gesünder und fitter als die anderen. So. Fertig! Da muss man irgendwie hin.

Urban Priol: Aber wir müssen es auch nicht gleich übertreiben. Das Frühstück muss ja nicht unbedingt zu 100 Prozent Bio sein. Wichtig ist, dass die Kinder gesunde Sachen essen. Dann können sie in der Schule besser aufpassen und mehr leisten. Und wenn dann noch viel Bio dabei ist, dann ist das auch noch für die Umwelt gut. ml

Das Mini-Schrot&Korn

Jede der 1 700 Bio-Brotboxen, die in den Schulen rund um Aschaffenburg Mini-Schro&Kornverteilt wurden, enthielt ein 16-seitiges Mini-Schrot&Korn mit Infos, Rezepten und Gewinnspiel. Neugierig? Das Heft können Sie durchblättern unter www.schrotundkorn.de/mini

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