Ran ans Buffet! - Schrot und Korn

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Ran ans Buffet!

Von süß bis deftig, von warm bis kalt: Bei einem Brunch ist garantiert für jeden etwas dabei. Wer das Buffet unter ein bestimmtes Motto stellt, sorgt für zusätzliche Überraschungen. // Nicole Galliwoda

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BrunchIm Café des Berliner Mitart-Hotels merkt man sofort, dass die Inhaberin in ihrem früheren Leben Galeristin war. Betritt man das Café, fällt der Blick als Erstes auf ein lebensgroßes Bild. Die Tänzer darauf scheinen geradewegs aus einem Schlitz in der Leinwand hervorzuspringen. „Ich mag dieses Bild sehr gerne, obwohl ich es seit Jahren tagtäglich anschaue“, erzählt die Hotelchefin Christiane Waszkowiak. Die Kunst an den Wänden bildet den extravaganten Rahmen für den Bio-brunch. Das ausgedehnte, späte Frühstück bietet Christiane Waszkowiak nur an Feiertagen an, weil die Gäste dann viel Zeit und Muße fürs Essen mitbringen. Denn die Mischung aus Frühstück und Mittagessen dauert zwischen zwei und vier Stunden.

Es geht locker und gesellig zu, viele bringen ihre Kinder mit. Auf dem Buffet, das sich über insgesamt sechs Meter aneinandergestellte Tische erstreckt, ist für alle Geschmäcker etwas dabei: Es gibt Süßes und Herzhaftes, Suppe und Salat, Brötchen und Gratin, Fisch und Früchte. So eine gemütliche Runde ohne starres Regelkorsett macht den Brunch auch zur idealen Einladung für zu Hause. Und statt Kunst an der Wand kann ein eigenes Motto für die besondere Note sorgen.

Flower-Power

Wie wäre es vielleicht mit einem Flower-Power-Frühlings-Brunch? Dabei dreht sich alles um Blumen, Blüten, Früchte und Kräuter. Es gibt hauptsächlich Speisen wie Bärlauchsuppe, Schnittlauchquark, Kräuter-Frischkäse und Früchte. Je nach Saison sind das Erdbeeren oder Kirschen: pur, im Kuchen oder aus dem Marmeladenglas fürs Brötchen.

Ein Schuss Holunderblütensirup versüßt den Sekt. Und die passende Musik stammt natürlich aus der Zeit der Blumenkinder, den 70ern. Dazu ein paar selbst gepflückte Gänseblümchen, locker verteilt als schlichte Tischdekoration - fertig.

Ländertypische Leckerbissen

Für einen Länder-Brunch kommen typische Leckerbissen beispielsweise aus Italien, Frankreich, Spanien oder Indien aufs Brunch-Buffet. Tipp: Zu ungewöhnlichen Speisen, bei denen sich nicht sofort erschließt, um was es sich handelt, kann man ein erklärendes Kärtchen dazustellen. Fähnchen und Deko-Artikel in den jeweiligen Landesfarben eignen sich gut als Farbtupfer. Im Hintergrund läuft etwa Paolo Conte, Manu Chao oder Filmmusik aus Bollywood. Pfiffig kann es auch sein, Farben - alles rot und grün - oder Formen - alles rund oder alles eckig - in den Mittelpunkt zu stellen. Also beispielsweise runde Brötchen statt Brot, Käseräder und Stücke statt Scheiben, Quiche und Kuchen in runden Formen.

Aber Vorsicht: Keine ehrgeizigen Experimente wagen und nur solche Farben oder Formen aussuchen, aus denen Gerichte ohne großen Aufwand gezaubert werden können. - Also besser keine Tetraeder-Party. Wer es ganz einfach mag, lädt zum Lieblings-Brunch mit dem Motto: „Jeder bringt seine Leibspeise mit.“ Der Gastgeber sorgt dann für die klassischen Frühstückszutaten wie Brot, Brötchen, Butter und Marmelade. Allerdings sollte man mit den Gästen genau absprechen, wer etwas Süßes und wer eher Deftiges zubereitet. Denn die Mischung macht’s.

Warm und kalt

Zu einem gelungenen Brunch gehört eine sorgfältige Planung. „Die Speisen sollten eine Woche vorher feststehen“, rät Marina Roesner vom Hamburger Bio-Caterer „Roesner Vegetarische Buffets“. Damit der Gastgeber am Brunchtag nicht nur in der Küche steht, empfiehlt sie Speisen, die sowohl warm als auch kalt schmecken und sich problemlos einen Tag vorher zubereiten lassen. „Dazu gehören Polenta, Quiche, Bratlinge und Nudel-, Reis- oder Kartoffelsalate.“

Blattsalate können gewaschen und geschleudert abgedeckt im Kühlschrank stehen. „Die Salatsoße würde ich fertig mischen und am Brunchtag separat neben den Salat stellen.“ „Wichtig sind kleine Portionen und eine reiche Auswahl an Fingerfood“, betont Marina Roesner. Denn die meisten Gäste wollen von allem etwas probieren. Ideal sind Spieße, etwa gespickt mit Käsewürfeln, Cocktailtomaten und Trauben. Daran haben auch Kinder Freude. Wer darüber hinaus noch Stifte und Malbücher organisiert, sorgt dafür, dass die Kleinen beschäftigt sind und alle anderen entspannt noch lange beisammensitzen.

Doppelmahlzeit

„Brunch“ ist eine englische Wortschöpfung aus „Breakfast“ für Frühstück und „Lunch“ für Mittagessen. Die Schlemmerei am späten Vormittag bietet von beidem etwas: Es gibt Kaffee und Tee, Säfte und Sekt, Brötchen und Müsli, aber auch Quiche, Salate und Suppen.

Gute Planung - viel Spaß

Einladung
Gäste zwei bis drei Wochen vorher einladen. Weil samstags meist noch Erledigungen anstehen, sind Sonn- oder Feiertage ideal. Um Zu- und Absagen bitten, denn damit genug Essen auf dem Buffet steht, muss die Zahl der Gäste feststehen.

Kinder
Junge Gäste freuen sich über Extras wie Kakao und exotische Saftmischungen. Auch Fruchtspieße, Waffeln, Trinkjoghurt und alles Winzige wie Cocktailtomaten und Cornichons kommen gut an.

Mitbringsel
Konkrete Wünsche rechtzeitig vorher mitteilen. Gut ist immer ein bestimmter Salat, den die Freundin besonders lecker macht. Damit man den Überblick behält, Essgeschenke gleich auf einer Liste vermerken und die Mengen absprechen.

Speisen
Bei den Mengen gilt folgende Faustregel pro Person: 200 Gramm Salat, 300 Milliliter Suppe, 50 bis 100 Gramm Käse, 150 Gramm Früchte und etwa zwei Brötchen. Eine Packung Aufbackbrötchen als Reserve.

Getränke
Sekt beschwingt die Runde, zu viel Alkohol drückt aber schnell auf die Stimmung. Hochprozentiges, aber auch Bier und Wein sind unüblich, Fruchtsäfte dagegen ein Muss. Kaffee und Tee in Thermoskannen warm halten.

Geschirr
Statt zwischendrin dauernd abzuräumen und zu spülen, besser unterm Tisch eine Kiste für benutztes Geschirr abstellen. Das klappt allerdings nur mit genügend Geschirr: Man rechnet etwa drei Teller für jeden.

Von der Propaganda-Druckerei zum biozertifizierten Hotel und Café

 

Mitart-HotelDas Mitart-Hotel war vor 14 Jahren Berlins erste Biopension mit drei Zimmern. Heute sind es 30. Hotel & Café sind biozertifiziert. Es werden zu 100 Prozent ökologisch zertifizierte Rohstoffe und Produkte verwendet. Nahrungs-, Reinigungsmittel und andere Rohstoffe werden bevorzugt in der Region eingekauft. Die Nobel-Bioherberge befindet sich seit 2005 in der sanierten staatlichen Druckerei der DDR in der Linienstraße 139-140 in Mitte, in der früher das Militär Propagandamaterial drucken ließ.

Erschienen in Ausgabe 05/2009
Rubrik: Ernährung

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