Einkauf Eis - Schrot und Korn

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Einkauf Eis

Fruchtig, sahnig, kühl

Sommerhitze – Eiszeit. Erfrischend kühle Creme schmilzt auf der Zunge und entfaltet einen vanillig-sanften oder fruchtig-spritzigen Geschmack. Lust auf Eis? Wer „bio“ genießen will, hat viele Variationen zu entdecken. //Gudrun Ambros

Knallig-buntes Öko-Fruchteis am Stiel ist genauso drin wie der Vanille-Klassiker mit Schokoüberzug. Es gibt Eis-Riesen und Eis-Zwerge, Eis zum Rausdrücken und Rausschieben, Sandwich-Eis und Waffeleis ebenso selbstverständlich wie das traditionelle zum Rauslöffeln aus dem Becher und die große Familienpackung.

Dass die Auswahl so groß ist, liegt vor allem an sechs Anbietern aus unseren Nachbarländern: Bio-Eis stammt aus dem klassischen Eisland Italien (Rachelli und Ghisolfi), aus Belgien (Alpro), aus den Niederlanden (Udea und Boogard) und aus Großbritannien (Tofutti UK Ltd.).

Manches entsteht auch in gut-nachbarschaftlicher Zusammenarbeit. Demeter-Milch und -Sahne für Rachelli stammt von Kühen aus der Bodenseeregion und wird in der Nähe von Mailand zu Eis verarbeitet.

Eiskalt wählen

Milch und Sahne sind die klassischen Grundlagen für Speiseeis. Eine säuerlich-frische Variante bringt Joghurt. Selbst Kuhmilch-Allergiker können wählen: zwischen Sojaeis (Provamel, Tofutti), Ziegenmilcheis (Die 3 Ziegen) und Fruchteis, das ohne Milch zubereitet ist (Rachelli, D’ice, Galileo, Ghisolfi).

Fruchtaroma stammt bei Bio-Eis größtenteils von echten Zitronen, Himbeeren, Pfirsichen … Richtig intensiven Geschmack ins Eis zu bringen, ist aber nicht einfach. Deswegen lässt das EU-Öko-Recht natürliche Aromen zur Geschmacksintensivierung zu. Die strengeren deutschen Öko-Verbände haben allerdings zum Ziel, sich auf den Eigengeschmack von Erdbeere,

Walnuss, Vanille und Co. zu verlassen. Rachelli, Andechser und Loverendale folgen dieser Leitlinie. Rachelli investiert dafür bis zu 40 Prozent Fruchtanteil. Konventionell arbeitende Eisproduzenten dürfen auch preisgünstiges künstliches Vanillin oder künstliche Fruchtaromen ins Eis packen – für Bio-Ansprüche untragbar, für Allergiker möglicherweise unerträglich.

Eiskalt naschen

Süß muss Bio-Eiscreme sein, aber nicht zu sehr. Mit Honig allerdings lässt sich Eis nicht süßen. Er kristallisiert bei Kälte und macht die Eiscreme hart. Alles andere ist möglich: Rachelli-Eis enthält Vollrohrzucker, Ghisolfi ist mit Rohrohrzucker, Tofutti mit Rohrzucker gesüßt. Andechser Öko-Feinkost wollte ein richtiges Konditoreis haben. Weil Braunfärbung und Karamell-Geschmack gestört hätten, verwendet die Feinkostfirma Bio-Kristallzucker. Alle anderen Eismacher süßen mit Weizen, Mais- oder Reissirup, die gelegentlich auch Fructose- oder Glukosesirup genannt werden, und mit Maltodextrin.

Das sind Süßungsmittel, die nicht als Zucker deklariert werden müssen, aber dieselben Eigenschaften besitzen. Selbstverständlich werden diese Bio-Süßungsmittel nicht mit Hilfe von Gentechnik produziert.

Stabilisatoren sind vielseitige Hilfsmittel. Sie sorgen dafür, dass Eis nicht gleich zerfließt, dass sich die Zutaten gut miteinander verbinden und auch beim Schmelzen nicht entmischen. Und sie machen Milcheis cremig-leicht und formbar. Die EU-Öko-Verordnung akzeptiert Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl, auch Carrageen und Natriumalginat als Stabilisatoren, selbst wenn sie nicht aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen. Carrageen und Natriumalginat sind allerdings in keiner der vorgestellten Eissorten enthalten. Die Firma Rachelli schafft es sogar, auch Johannisbrotkernmehl in Öko-Qualität einzusetzen.

Genießer, denen es vor allem auf den Geschmack ankommt, finden bei Rachelli und Andechser Eis ohne Farbzusatz. Bunt mögen’s Kinder besonders gerne. Das sollen

sie auch haben: Rote Bete, Holunderbeeren und Spinat bringen natürliche Farben ins Eis. Und wenn’s nicht schnell genug gelutscht wird, dann auch auf Gesicht und Hände.

Eis-Trends

Bei Eiseskälte draußen anstehen für ein Waffeleis zum Mitnehmen – das gibt es in St. Petersburg.

Hierzulande kaufen Eisfans im Winter Familienpackungen für daheim, im Sommer läuft Portionseis besser. Naturkost-Kunden mögen vor allem Milcheis, sind aber offen für Neues. Die Erfahrung des Bio-Tiefkühl-waren-Großhändlers Rainer Wientzek: „Soja-Eis liegt im Trend.“

Eis – kinderleicht selbst gemacht

Eisige Sonderwünsche können sich Naschkatzen auch selbst erfüllen. Im Bioladen finden sie Eispulver von Eisblümerl. Das Basispulver besteht aus Bio-Reispulver und -Johannisbrotkernmehl. Wer keine Milch mag, kann als Flüssigkeit Reisdrink, Saft oder Sojamilch dazugeben. Anstelle der Sahne kommt Nussmus in Frage. Flüssigkeit, Sahne oder Nussmus, Süßungsmittel und Geschmacksgeber werden mit dem Pulver vermixt, dann in die Eismaschine oder ins Gefrierfach gegeben. Zwischendurch umrühren macht das selbstgemachte Eis cremiger. Bei den Geschmacksgebern ist der Kreativität keine Grenze gesetzt: Karotte, Ingwer, Sanddorn – möglich ist alles.

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