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Interview

Katja Holler: „Offene Blüten sollten es sein“

Im Interview verrät uns Expertin Katja Holler ihre persönlichen Tipps für das naturnahe Gärtnern.

11.03.2019 vonSusanne Wiborg

Im Interview verrät uns Expertin Katja Holler ihre persönlichen Tipps für das naturnahe Gärtnern.

Was tun mit Rasen, der im Sommer regelmäßig verdorrt?

Aufwerten! – Zur Blumenwiese zum Beispiel. Kleine, harte Pflanzen wie Hornklee füttern Insekten und locken seltene Schmetterlinge an. Oder Sie legen gleich einen artenreichen Trockenrasen an mit Kräutern wie Thymian oder Ysop. Die sind ideal für solche Standorte.

Und der Rest des Gartens? Wie wird der zum klimafreundlichen Naturschutzgebiet?

Raus mit der Forsythie, rein mit der ebenfalls gelbblühenden, aber insektenfreundlichen Kornelkirsche. Fast alles andere lässt sich einfach ergänzen mit vielen, oft heimischen Gehölzen und Stauden: Weißdorn, Heckenrose, Felsenbirne, Berberitze, Holunder, Eberesche und Haselnuss sind sehr klimaresistent. Robuste Rosensorten mit offenen Blüten sind ebenso umweltfreundlich wie schön und bieten Nektar, Pollen und Hagebutten. Sanddorn, wilde Birnen und Äpfel oder Quitten lieben trockene, sommerheiße Standorte. Und als Faustregel gilt: Alles, woraus man leckere Marmelade kochen kann, schmeckt auch vielen Tieren.

Gibt es Stauden und Sommerblumen, mit denen Tiere etwas anfangen können?

Viele beliebte, prächtige Blühpflanzen bieten der Umwelt eine Menge, solange ihre Blüten nur offen, nicht gefüllt sind: Glockenblumen zum Beispiel sind Magneten für seltene Wildbienen. Und die Samenstände aller Zierdisteln sind bei vielen Vögeln hoch geschätzt.

Und wie werden Hecken zu Bollwerken des Naturschutzes?

Eine bestehende Hecke lässt sich aufwerten, indem man Sträucher wie Kornelkirsche und Felsenbirne dazwischen setzt. Man kann auch einen Saum aus blühenden Wildpflanzen in etwas Abstand davor oder dahinter säen. Passende Samenmischungen gibt es für unterschiedliche Standortbedingungen.

Katja Holler

Die studierte Gartenbauerin Katja Holler hat schon als Kind ihren Sandkasten mit Baumschösslingen bepflanzt und ihr Taschengeld für Topfpflanzen ausgegeben. Noch heute arbeitet sie am liebsten im Garten.

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