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Kurz notiert 2|2017

Sechs Beispiele für neue Gentech-Produkte (© testbiotech.org)
Sechs Beispiele für neue Gentech-Produkte (© testbiotech.org)

Protest-Aktionen

Neues Zeitalter für Gentechnik

Frische per Gentechnik: Damit ein Apfel nicht nach einiger Zeit braun an den Schnittkanten wird, möchten Gentechniker dafür sorgen, dass das Fruchtfleisch seine helle Farbe behält. Der Apfel vermittelt uns dann aber eine Frische, die er in Wahrheit gar nicht mehr besitzt.

Das Beispiel mag harmlos klingen, doch es zeigt, dass im Bereich der Gentech-Lebensmittel ein neues Zeitalter anbricht. Es geht nicht mehr nur darum, dass Soja den Glyphosat-Duschen trotzt und Mais Insektizide produziert. „Der Einsatz der nächsten Generation kann wesentlich schwerwiegendere Folgen für die Umwelt haben,“ glaubt der Wissenschaftler
Christoph Then vom Verein Testbiotech und warnt vor Verbrauchertäuschung, unkontrollierter Ausbreitung, gesundheitlichen Risiken und einer Machtkonzen-tration bei den großen Unternehmen.

In den Startlöchern stehen neben den Äpfeln, die Frische vortäuschen, gentechnisch veränderte Olivenfliegen mit künstlichem Erbgut. Diese sollen sich mit der natürlichen Population paaren, wobei die daraus entstehenden weiblichen Fliegen schon als Larve zugrunde gehen. Die natürliche Population soll so reduziert oder ausgerottet werden. Ein weiteres
Beispiel: der sogenannte Turbolachs. Er besitzt zusätzliche Wachstumshormon-Gene und wächst deshalb zweimal so schnell wie natürlicher Lachs.

Unter dem Titel „Der Gentechnik Grenzen setzen“ hat Testbiotech eine Informationskampagne gestartet, um das Thema „Gentechnik-Organismen und mögliche Folgen“ stärker in die Politik und Gesellschaft zu tragen. Dafür sucht der Verein Unterstützung. Mitmachen kann jeder. Es besteht die Möglichkeit, Texte über Twitter und Facebook zu verbreiten, oder Protest-E-Mails- und Postkarten an die Bundesregierung und andere Politiker zu schicken. sb

Texte und Informationsmaterial:
www.testbiotech.org


Karotten (© clipdealer)Masterarbeit

Hamburg könnte öko und regional

Hamburg und Umland könnten sich aus einem 100-Kilometer-Radius um die Stadt herum vollständig ökologisch ernähren. Das ist das Fazit der Masterarbeit von Sarah Joseph von der HafenCity Universität. Das Ergebnis: Würden 75 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen des Umlands für den Nahrungsmittelanbau genutzt und der Fleischkonsum gesenkt, wäre eine ökologische und regionale Ernährung der Hanseaten möglich. „Fleischerzeugung ist der größte Flächenfresser“, erklärt Joseph. Schon mit zwei fleischfreien Tagen pro Woche könnten sich 92 Prozent der Bevölkerung ökologisch ernähren. Bei drei bis vier fleischfreien Tagen seien es sogar hundert Prozent. Statt Fleisch gäbe es dann zum Beispiel mehr Bohnen und Erbsen.

Einen Schritt in Richtung „mehr bio“ hat Hamburg bereits gemacht: Ende vergangenen Jahres ist die Stadt dem Bio-Städte-Netzwerk beigetreten. sb


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Keine Bonbons mit der „Maus“

Die Sendung mit der Maus verpflichtet sich der gesunden Ernährung: Das Logo der Kinderserie soll künftig nur noch auf Lebensmitteln kleben, die bei der Weltgesundheitsorganisation WHO als gesund gelten. Es geht vor allem um weniger Zucker und weniger Salz etwa in Tees oder Brot. Quietschsüße Bonbons bekommen das Logo nicht mehr. Ausgenommen sind jedoch Geburtstagskuchen und Adventskalender. sb


Zahl des Monats

Zahl des Monats 454

Kilo Haushaltsabfälle fielen im Schnitt 2015 pro Person in Deutschland an. Das sind 0,6 Prozent weniger als 2014.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2016


Artensterben

Wo sind die bunten Wiesen?

Eigentlich sollten sich Wiesen nicht gleichen. Denn Boden, Klima, Höhenlage, Regenmenge unterscheiden sich von Region zu Region – und das müsste dazu führen, dass auf den Wiesen unterschiedliche Pflanzen wachsen. Nun aber zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München: Wiesen im Allgäu sehen fast genauso aus wie jene der norddeutschen Tiefebene. Die Studie belegt, dass durch die Intensivierung der Landwirtschaft die Wiesen gleichartig werden und nur noch Lebensraum für einige wenige Arten bieten. Martin M. Gossner, Erstautor der Studie, spricht von einer „Artengleichschaltung“. Als Hauptursache für die Gleichartigkeit nennen die Forscher mehrmaliges Mähen pro Jahr. Sie halten deshalb extensiv, also weniger stark bewirtschaftetes Grünland zum Schutz der Artenvielfalt für
unerlässlich.

Sichtbar wird die Artenverarmung jeden Mai. Das leuchtende Gelb des Löwenzahns zeigt, dass die Wiese stark gedüngt wurde und sich der stickstoffliebende Löwenzahn deshalb gegenüber anderen Pflanzen durchsetzen konnte. sb

Artensterben (© clipdealer)

Bunte Wiesenblumen sind selten geworden. (© clipdealer)

 

Erschienen in Ausgabe 02/2017
Rubrik: News

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