Anzeige

Anzeige

Kurz notiert 05|2018

Umwelt

Überall schwimmt Mikroplastik

Mikroplastik ist nicht nur in den Meeren ein riesiges Problem, die kleinen Partikel kommen inzwischen überall vor – im Bier, im Boden, im Leitungswasser und auch im Flusswasser. Die Umweltämter der fünf Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ließen Wasserproben aus 25 Flüssen im Einzugsgebiet von Rhein und Donau auf Mikroplastik analysieren. Das Ergebnis: Überall schwimmt Plastik. Dabei waren über 99 Prozent der gefundenen Partikel im Durchmesser kleiner als fünf Millimeter – und fallen somit in die Kategorie Mikroplastik. Die Teilchen können aus verschiedenen Quellen stammen, zum Beispiel aus der kunststoffverarbeitenden Industrie oder aus Straßenabwasser (Reifenabrieb). Aber auch aus konventioneller Kosmetik und beim Waschen von Funktionskleidung gelangt Mikroplastik in die Umwelt.
Welche Gefahren von den kleinen Teilen für die Umwelt und Gesundheit ausgehen, ist laut der Studie noch nicht geklärt.
Dazu bestehe noch viel Forschungsbedarf. Studenten der FU-Berlin fanden jedoch bereits heraus, dass Regenwürmern das Plastikfressen nicht bekommt: Sie erreichen nicht mehr ihre normale Größe, manche sterben auch.
Was den FU-Wissenschaftler Matthias Rillig wirklich beunruhigt, ist der Zerfallsprozess, durch den die Partikel zu Nanoplastik zerbröseln. Nanopartikel können von Pflanzen aufgenommen werden.
Damit würde Plastik nicht nur über Fisch und Meeresfrüchte in unsere Nahrungskette gelangen, sondern auch durch Agrarprodukte, erklärt Rillig.
Hamburger Forscher fanden zudem heraus, dass die feinen Mikroplastikpartikel drei- bis viermal so hoch mit Schadstoffen, zum Beispiel Polychloriertem Biphenylen (PCB), belastet sind wie das Flusssediment, aus dem sie stammten. Die
kleinen Teile scheinen auf Schadstoffe
wie Magnete zu wirken. sb

 


Zahl des Monats

Zahl des Monats

Städte und Gemeinden bieten in Deutschland Carsharing an. Das sind 80 mehr als 2017.
Das Angebot nutzen über zwei Millionen Menschen.

Quelle: Bundesverband CarSharing e.V., 2018


Landwirtschaft

Bienen lieben kleine Felder

Wildbienen lieben es beschaulich und  übersichtlich: Sie bevorzugen kleine Felder und kommen dort in größerer Zahl vor
als auf großen Feldern. Das fand ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen heraus.
„Kleinere Felder führen zu mehr Feldrändern. Diese sind wichtig, da sie den Bestäubern Nistplätze und Blütenangebot bieten und auch zur Orientierung dienen können, sodass sie geeignete Lebensräume besser finden“, erklärt Forscherin Annika Hass.
Das höhere Aufkommen von Wildbienen auf kleinen Feldern führte dort zu einer verbesserten Bestäubung. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen empfehlen, dass diese Erkenntnis bei der Vergabe von Subventionen an Landwirte berücksichtigt werden sollte. sb


Fleisch und Milch

Weniger ist mehr

Damit es unserem Planeten, unserer Gesundheit und den Tieren besser geht, muss der Verzehr tierischer Produkte reduziert werden. Die Forderung ist nicht neu. Greenpeace hat sie nun jedoch mit Zahlen unterlegt: Demnach sollten Menschen weltweit nur noch 16 Kilogramm Fleisch und 33 Kilogramm Milchprodukte im Jahr essen. Zur Zeit konsumiere jeder Mensch weltweit im Schnitt 43 Kilo Fleisch und 90 Kilo Milchprodukte im Jahr. Der Report „Weniger ist mehr. Die Greenpeace-Vision der Nutztierhaltung im Jahr 2050“ steht unter www.greenpeace.de. sb


@ thka/shutterstock

© thka/shutterstock

Neonikotinoide – Entscheidung vertagt

Zu spät für Bienen, Insekten und Vögel

Wieder müssen die Bienen warten ... Im März wollten die EU-Mitgliedstaaten über ein Komplettverbot von drei Neonikotinoiden entscheiden. Die Staaten haben die Abstimmung jedoch auf Ende Mai vertagt. Neonikotinoide sind Insektizide, die nicht nur sogenannte Schädlinge töten, sondern auch Bienen schädigen.  Für die Aussaat von Zuckerrüben, Raps und Mais kommt eine Entscheidung Ende Mai zu spät, denn dann sind die Pflanzen bereits ausgesät. Das Problem: Ihr Saatgut ist häufig mit genau diesen Neonikotinoiden ummantelt.
Selbst die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) warnt vor den Stoffen: Die Mehrzahl der Anwendungen Neonikotinoidhaltiger Stoffe stelle „ein Risiko für Wild- und Honigbienen dar“. Die Efsa lasse, so Till-David Schade, Biodiversitätsexperte der Umweltschutzorganisation Nabu, „keinen Zweifel daran“, dass bestehende Beschränkungen nicht ausreichen und ein Komplettverbot „unumgänglich ist“.  
Für die BUND-Expertin Corinna Hölzel ist es allerdings mit einem Komplettverbot der drei Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nicht getan. Sie fordert ein Verbot auch für andere Mittel dieser Stoffklasse. Die seien zwar etwas weniger giftig, hätten aber vergleichbare Eigenschaften und müssten somit als ähnlich besorgniserregend betrachtet werden. sb


Hausfriedensbruch im Stall?

Freispruch für Tierfilmer

Drei Tierschützer, die 2013 in eine Schweinemastanlage in Sachsen-Anhalt eingedrungen waren, um dort das Elend der Tiere zu filmen, gehen straffrei aus. Das hat das Oberlandesgericht Naumburg geurteilt: Die Angeklagten hätten einen Skandal – schwerste und dauerhafte Missstände – aufgedeckt und damit einen Notstand, der kaum zu überbieten sei. Dies rechtfertige die Verletzung des Hausrechts, denn das Tierwohl sei höher einzuschätzen. Die Tierfilmer hätten mit ihren Aufnahmen Beweise gesichert und dafür gesorgt, dass „endlich etwas geschah“, befand das Gericht. Mit dem Urteil rügte der Senat auch die Untätigkeit der Behörden: Sie hätten auf Anzeigen der Tierschützer über Missstände nicht ausreichend reagiert. Es sei bewusst vertuscht worden, was geschehen ist. Das Gericht stellt aber auch klar, dass das Urteil „keinen Freibrief für tatsächliche oder selbst ernannte Tierschützer“ darstelle. Eine Notstandshandlung dürfe nur dann begangen werden, wenn es keine andere Möglichkeit gebe und massive Rechtsverstöße vorlägen. Der Eigentümer des Betriebs im Landkreis Börde hatte die Tierschützer wegen Hausfriedensbruch angezeigt. sb


Ernährung

Gemeinsam Essen macht schlank

Egal, ob beim Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot. Am Esstisch der Familie werden die Weichen für das Gewicht
der Kinder gestellt. Das legt die Auswertung von 57 Studien durch das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und der Universität Mannheim nahe. Häufige Familienmahlzeiten führten demnach zu einem geringeren Body Mass Index (BMI) und zu einer gesünderen Ernährung bei Kindern. sb


Erschienen in Ausgabe 05/2018
Rubrik: News

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Sabine

Ich ärgere mich über die Gewissenlosigkeit von Herstellern und Verarbeitern von schwer- bzw. nicht abbaubarem Mikroplastik, dass wie z.B. PVP und Silikonöl (Si/DiMethicon) in Medikamenten, Kosmetik und Waschmitteln eingesetzt wird! Verbraucher sind so ahnungslos, weil das Mikroplastik beim Einkauf nicht erkannt wird. Auf den Verpackungen steht ja nicht, dass bestimmte Stoffe biologisch unzersetzt ins Abwasser gelangen. Das Umweltbundesamt kennt aufgrund von wissenschaftlichen Untersuchungen die eingesetzten Stoffe, unternimmt aber nichts. Nicht der Verbraucher ist schuld, der in Unkenntnis gelassen wird. Doch wir Käufer können etwas tun, wenn wir nicht nur die leider auch im Biohandel übermäßgen Plastikverpackungen bemängeln, sondern konsequent im echten Biobereich Waschmittel, Körperflege und Gesundheitsmittel einkaufen. Wenn immer wieder in Produkttests herkömmliche Waschmittel mit ihren vielen Zusatzstoffen etwas besser abschneiden als BioW., dann hat das leider auch seinen Erfolg wegen des Unwissens von Menschen, wie Waschen, Umgang mit Wäsche und Fleckentfernung mit Vorbehandlung funktioniert.
Und ein AnisFenchelKümmelTee funktioniert mindestens genaussogut wie manches Medikament, das als unzersetzbarer Stoff ausgeschieden wird.