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Internationaler Frauentag: Gute Klimapolitik geht nur geschlechtergerecht

Zum Internationalen Frauentag rufen GenderCC – Women for Climate Justice e.V. und die Klima-Allianz Deutschland die künftige Bundesregierung dazu auf, eine ambitionierte Klimapolitik zu gestalten, die allen Menschen gleichermaßen gerecht wird und dabei auch gerade die Situation von Mädchen und Frauen in den Blick nimmt.

„Wir müssen gesellschaftliche Rollenbilder hinterfragen, die zu klimaschädigendem Verhalten führen. Frauen lehnen mehrheitlich übermäßigen Energieverbrauch ab, genauso wie hochriskante Technologien und Klimakiller wie Kohle. Sie setzen stattdessen auf Energiesparen und erneuerbare Energien, wie viele Studien und Bevölkerungsbefragungen zeigen. Appelle an die Verbraucher*innen reichen aber nicht aus, es braucht vor allem strukturellen Wandel, etwa Siedlungsstrukturen und Nahverkehrssysteme, die klimafreundliches Leben und Alltagshandeln überhaupt erst ermöglichen“, erklärt Gotelind Alber, Mitgründerin und Vorstandsmitglied von GenderCC. „Wenn es der neuen Regierung in Deutschland gelingt, besser auf den Bedarf, die Fähigkeiten und Präferenzen von Frauen einzugehen, können ihre Klimaschutzmaßnahmen wirkungsvoller werden und sie werden von den Betroffenen besser angenommen“, so Alber weiter.

Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, erklärt:

„Die ärmsten Länder und Bevölkerungsgruppen tragen die schwersten Folgen des Klimawandels. Frauen sind besonders betroffen, weil sie die Mehrzahl der Armen bilden und wegen ihrer Sorgetätigkeit weniger mobil sind als Männer. Gleichzeitig gewährleisten sie einen Großteil der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser und Energie. Die Klimakrise ist nicht nur eine technische, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung – im globalen Süden und in Deutschland. Gute Klimapolitik muss deshalb auch geschlechtergerecht sein. Wir erwarten von der kommenden Bundesregierung, dass sie dem Gender Aktionsplan, der auf der Klimakonferenz in Bonn beschlossen wurde, Rechnung trägt.“

Hintergrund:

Frauen und Männer tragen unterschiedlich zum Klimawandel bei: der CO2-Ausstoß von Frauen ist im Schnitt geringer, weil sie z. B. weniger Flug- und Autoreisen machen und weniger Fleisch essen. Diese Geschlechterunterschiede sind auf gesellschaftliche Rollenzuschreibungen und Strukturen, die traditionelle Arbeitsteilung und damit verbundene Ungleichheiten zurückzuführen. Diese zeigen sich in der Verfügbarkeit von Ressourcen wie Zeit und Geld, der Bewertung von Versorgungs- und Erwerbsarbeit oder im politischen Einfluss. Eine Zusammenfassung der Studien zum Energieverbrauch von Frauen findet sich in Röhr, Ulrike; Alber, Gotelind und Göldner, Lisa (2018): Gendergerechtigkeit als Beitrag zu einer erfolgreichen Klimapolitik: Forschungsreview, Analyse internationaler Vereinbarungen, Portfolioanalyse. Hg.: Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de/publikationen (im Erscheinen).

Aufgrund dieser Strukturen wirkt der Klimawandel sich nicht auf alle Menschen gleich aus. An Hitzewellen, extreme Stürme und Überflutungen schließen sich Wiederaufbaumaßnahmen und verstärkte Sorgearbeit an – Bereiche, in denen es auch in Deutschland eine deutliche geschlechtliche Arbeitsteilung gibt. Ebenso wirken sich Klimaschutzmaßnahmen unterschiedlich aus: Elektroautos sind vor allem der gut verdienenden Mittel- und Oberschicht zugänglich, während Investitionen in ein gut ausgebautes, barrierefreies und sicheres öffentliches Verkehrsnetz allen sozialen Gruppierungen zugutekommen. Auch energetische Gebäudesanierung kann, richtig und sozial ausgestaltet, genau die gewünschte Wirkung haben. Um die Gefahr von Energiearmut, von der besonders Frauen betroffen sind, zu mindern, müssen Preisanreize für mehr Energieeffizienz sozialverträglich ausgestaltet sein und es muss erreicht werden, dass energiefressende Geräte nicht mehr auf den Markt kommen.

Mit dem Gender Aktionsplan haben die Mitgliedstaaten auf der Weltklimakonferenz in Bonn zum ersten Mal einen Plan verabschiedet, um die Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung von Frauen in Klimadiskursen sowie bei der Bekämpfung des Klimawandels stärker einzubeziehen. Ziel des Gender Aktionsplans ist, Frauen in Entscheidungsprozessen zum Klimawandel zu stärken und eine geschlechtergerechte Repräsentation in der Klimakonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) sicherzustellen.

Quelle: GenderCC – Women for Climate Justice e.V.

Veröffentlicht:
Rubrik: News

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