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Wenn Medizin nicht mehr hilft ...

Bis zu acht Prozent aller Deutschen tragen Antibiotika-resistente Keime in sich. Dies ist eine Folge überflüssiger, sorgloser oder zu häufiger Anwendung von Antibiotika in der Human- und der Tiermedizin. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie des Tumorzentrums Aachen.

Mediziner warnen wegen der zunehmenden Resistenzentwicklung vor einem „post-antibiotischen“ Zeitalter. In diesen Fällen können Alltagskrankheiten einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen, weil die Arznei versagt.

Eine der Ursachen für die Resistenzentwicklung liegt laut der Aachener Studie in dem allzu sorglosen Einsatz von Antibiotika vor allem in der Veterinärmedizin. Die davon ausgehenden Gefahren beschreibt die Wissenschaftlerin Angela Spelsberg vom Tumorzentrum Aachen in einem Gutachten für die Bundestagsfraktion der Grünen. Demnach tragen heute vier bis acht Prozent der Bevölkerung, das wären bis zu 6,4 Millionen Deutsche, Keime in sich, die gegen die meisten aller gängigen Antibiotika immun sind. Tendenz steigend. Diese Entwicklung ist gerade auch für Krankenhäuser sehr bedenklich: Zwischen 10 000 und 30 000 Menschen sterben jährlich an durch multiresistente Keime verursachten Infektionen.

Neben einem sorgsameren Umgang mit Antibiotika im Bereich der Humanmedizin „brauchen wir vor allem auch eine drastische Senkung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung“, fordern die Grünen als Reaktion auf die Studie. Mehr Platz, mehr Auslauf, mehr Frischluft für jedes Tier, das führe laut der Politiker nachweislich zu einem geringerem Arzneibedarf. // sb

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