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Industrie bangt um Herbizid

Das Total-Herbizid Glyphosat ist auch auf deutschen Äckern auf dem Vormarsch. Weil neue Studien die Unbedenklichkeit des Mittels in Frage stellen, fürchten die Hersteller um die anstehende Verlängerung der Zulassung der Agrochemikalie.

Weintrauben (Foto:Fotolia.com)

Die Industrie geht in die Offensive. Sie rührt über eine neue Webpage die Werbetrommel für das Gift, denn das Herbizid steht in der EU vor der Wiederzulassung. Bleibt die Bestätigung der bereits um drei Jahre bis 2015 verlängerten Zulassung versagt, droht den Agro-Konzernen ein Milliarden-Geschäft durch die Lappen zu gehen. Dass Glyphosat (Handelsnamen: Roundup, Weedkiller, Dominator) heute das weltweit meist verkaufte Herbizid ist, hängt mit der Gentechnik zusammen. 95 Prozent des Gentech-Sojas und 75 Prozent der anderen Gentech-Pflanzen sind gegen den Wirkstoff immun gemacht worden. Roundup-Pflanzen sterben nicht ab, wenn das Gift versprüht wird – nur das Unkraut. Anders als von der Industrie versprochen, hat aber der Pestizid-Verbrauch nicht ab-, sondern zugenommen, zeigen US-Studien.

Wiederholt sich dieser, so der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling, „Wahnwitz“ in Deutschland? Denn auch hierzulande wird der Stoff immer häufiger eingesetzt, auch ohne Gentechnik. Längst wird Glyphosat nicht mehr nur als Unkrautbekämpfungsmittel, sondern als „Ackerbauinstrument“ verwendet. Bauern sparen sich die mechanische Stoppelbearbeitung, verzichten auf Pflug oder Grubber und vernichten restlichen Aufwuchs mit Glyphosat. Oder sie spritzen das Getreide, um kurz vor der Ernte störendes Unkraut zu beseitigen. Das beschleunigt zudem die Reife, das Korn kann trockener eingefahren werden. // sb

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gerd - u
wichtiges Thema. Ist Roundup wirklich für eine Getreidespritzung kurz vor der Ernte zugelassen?

Meines Wissens wird es zur Kartoffelkrautabtötung benutzt, wen nein gewissr Stärkegehalt erreicht ist und um die Ernetarbeiten zu erleichtern. Finde ich auch für unverantwortlich. Dran bleiben!