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Nichts zu strahlen

Die EU hat die Grenzwerte für Radioaktivität wieder gesenkt. Die Bio-Branche beruhigt das nur bedingt. // Ralf Bürglin

Radioaktiv-ZeichenAnfang April sind die Grenzwerte für Radioaktivität gesenkt worden (siehe Tabelle unten). So liegen nun beispielsweise die Grenzwerte für Cäsium bei Milch und Milchprodukten bei 200 Becquerel pro Kilo (Bq/kg). Während der Notverordnung vom 25. März 2011 waren es kurzfristig 1 000 Bq/kg. Bei Säuglingsnahrung sind es jetzt 200 (zuvor 400).

Aufgrund dieser Situation bestehe "derzeit kein Handlungsbedarf" für zusätzliche Maßnahmen, heißt es beim Bio-Verband Naturland. Entsprechend sieht man es bei Bioland.

Um zu diesem Fazit zu kommen, wurde teils großer Aufwand betrieben. Naturland hatte bereits im März eine Task Force gebildet, und schrieb alle zertifizierten Futtermittelfirmen an, ob sie Komponenten aus Japan oder Südost-asien beziehen.

Falls ja, interessierten die getroffenen Vorsorgemaßnahmen. Zusätzlich schrieb der Bio-Verband internationale Erzeuger an mit Hinweis auf die Informationspflicht, falls Belastungen auftreten sollten. Ferner wurden alle Verarbeiter informiert und gebeten, bezüglich des Importes von Gütern sehr sensibel zu sein. Das gegenwärtige Fazit beruhigt allerdings nur bedingt. Carsten Veller, Naturland: "Natürlich muss die Situation fortlaufend neu beurteilt werden – je nach Informationsstand zur Freisetzung der Radioaktivität."

Einzelne Bio-Hersteller haben teils individuelle Lösungen gefunden: So hat beispielsweise die Firma Heuschrecke die EU-Grenzwerte für ihre Tees von 500 Becquerel pro Kilo gemäß den Empfehlungen des Umweltinstituts auf 50 Bq/kg gesenkt.

Am 25. März hatte die EU die sogenannte Fukushima-Verordnung (Nr. 297/2011) verabschiedet – mit Höchstwerten für maximal tolerierbare radioaktive Belastungen. Organisationen wie das Umweltinstitut und Foodwatch kritisierten die angesetzten Grenzwerte jedoch als zu hoch. Die EU senkte darauf die Werte wieder.

Grenzwerte Radioaktivität

Kommentare

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linus
Auffällig ist in allen Medien die "Funkstille" zu Fukushima und zu seinen Auwirkungen.

"Glücklicherweise" gibt es das ablenkende Thema EHEC, auch die Fussball-WM. "Eine Zensur findet nicht statt (Grundgesetz)"