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Nitrat im Grundwasser steigt

Zwei Jahrzehnte lang war die Wasserwelt in Ordnung. Nitrat im Trinkwasser war fast kein Thema mehr. Doch spätestens seit dem Biogas-Boom schnellen die Nitrat-Werte wieder nach oben. Nun droht die EU Deutschland mit einer Klage.

Doch nicht nur der Biogas-Boom mit seinen stickstoffhaltigen Gärresten, die auf den Feldern verteilt werden, lässt die Nitratwerte nach oben schnellen. Auch die Massentierhaltung ist dafür verantwortlich, dass Deutschland zusammen mit Malta das Schlusslicht in puncto Nitrat im Grundwasser bildet, meint der Europaabgeordnete der Grünen, Martin Häusling. „Die von der EU-Kommission angedrohte Klage wegen Nicht-Umsetzung der Nitrat-Richtlinie ist eine Ohrfeige für eine deutsche Landwirtschaftspolitik, die im Export von Fleisch und Milchprodukten ihr großes Ziel sieht.“ Denn diese Exportorientierung führe zu Massentierhaltung, die enorme Güllemengen produziert. Die Folge: 27 Prozent der Grundwasser-Reservoirs in Deutschland überschreiten den Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm je Liter. 

Die vor mehr als 20 Jahren eingeführte „Nitratrichtlinie“ soll die Wasserqualität in Europa schützen, indem eine Verunreinigung des Grund- und des Oberflächenwassers durch Nitrate aus der Landwirtschaft verhindert und die Anwendung von Regeln der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft gefördert werden. Wie die aussehen sollen, darüber streiten Behörden, Bauern, Wasserwerker und Umweltverbände seit Jahren. Insbesondere geht es um eine schärfere Düngeverordnung. 

Vorbild für eine schärfere Düngeverordnung könnte der Bio-Landbau sein. Hier sind für Tiere Obergrenzen je Hektar verbindlich festgelegt. // sb

Erschienen in Ausgabe 06/2014
Rubrik: Leben&Umwelt

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