Anzeige

Anzeige

Interview: „Ein Herz für Salat!“

Olaf Schubert (Foto: Amac Garbe)
Niemals ohne Rauten-Pullunder: Der TV-Komiker Olaf Schubert. (Foto: Amac Garbe)

INTERVIEW Comedian Olaf Schubert ist das komischste Gesicht des Ostens. Wir trafen den Sachsen am Rande eines Auftritts. Ein nicht ganz so ernstes Gespräch über Kleingärten, Schuberts Backkünste und regionalen Konsum. // Uta Gensichen

Ende Juni in Dresden. Es ist 22 Uhr, gerade steigt Olaf Schubert von der Freiluft-Bühne, wo er zusammen mit anderen Komiker-Kollegen bei der „Dresdener Stadtrundshow“ aufgetreten ist – bei strömendem Regen.

Sie haben Ihren Pullunder heute nicht getragen. Man hat Sie kaum erkannt!

Ich war schon im Urlaubsmodus und bin vor dem Auftritt mit dem Fahrrad zum Garten gefahren. Dabei habe ich meinen Pullunder vergessen.

Sie gärtnern – wie bio-affin sind Sie?

Ich bin prinzipiell affin, also auch bio-affin. Aber auch chemieaffin und physikaffin. Was Ernährung angeht, ernähre ich mich sehr bewusst. Ich verzichte bewusst auf: Nichts. 

Auf was achten Sie denn bei Ihrer Ernährung?

Ich achte auf Ausgewogenheit – quantitativ und qualitativ – also nicht zu viel. Aber, und das ist mir auch sehr wichtig, keinesfalls zu wenig. Das wird ja sofort von meinem Körper moniert. Denn ich habe einen sehr sensiblen und wachen Körper.

Vor drei Jahren sind Sie Vater geworden. Hat sich seitdem Ihre Einstellung zum Konsum verändert?

Ja, natürlich. Ich weiß, dass das, was Kinder in den ersten Lebenswochen essen, besonders wichtig ist. Und deshalb achte ich auch sehr darauf, dass die erste Roulade dem Kind wirklich schmeckt. Es ist wichtig, dass man das Kind altersgerecht ernährt. Und die Zutaten sollten sich auch wohlgefühlt haben. Die ganze Angelegenheit ist ja sehr komplex. 

Seit der Wende haben in den Neuen Bundesländern Bio-Läden aufgemacht. War diese Art des Konsums neu für Sie?

In der DDR war die Selbstversorgermentalität schon sehr weit verbreitet. Der eigene Schrebergarten war ja weniger zur kontemplativen Erbauung des Habitus da, sondern mehr natürlich, um Ertrag zu erwirtschaften. Das eigene Radieschen, der eigene Kohlrabi, die eigene Erdbeere, Johannisbeere und so weiter. Wir hatten ja nichts! Und wir lebten quasi von der Hand in den Mund.

Gibt es Pläne, in Ihrer Sendung „Olaf verbessert die Welt“ sich auch mal mit Ernährung zu beschäftigen?

Natürlich ist das Thema durch die ganzen Kochshows quasi omnipräsent. Es wird gekocht von früh bis abends. Kochsendungen sind sehr erfolgreich. Aber auch Sendungen mit Kindern und Tiersendungen. Und am erfolgreichsten sind die Sendungen, in denen Tiere von Kindern gekocht werden.

Welche Promis würden Sie denn da einladen?

Spontan würde mir da Achim Mentzel einfallen – der ist ein guter Esser und war heute Abend auch zu Gast. Ansonsten fällt mir niemand direkt ein. Ich glaube, heimlich essen ja alle irgendwas. Ich kenne zumindest kaum jemanden, der nichts isst.

Kochen Sie denn selbst gerne?

Das ist natürlich immer sehr schwer, in der Hast der alltäglichen Müh der Zubereitung der Leibspeise auch das nötige Wohlwollen teil werden zu lassen. Oft muss es ja sehr schnell gehen. Ich bin kein guter Koch. Wenn ich etwas koche, dann werden das keine Festmahle, das werden Mahnmahle. Aber ich habe ein Salatrezept von meiner Großmutter – bei ihr gab es immer viel, viel Salat. Beim Salat gehört die Liebe dem Detail. Also Salat schmeckt wesentlich besser, wenn man ihn ganz kurz vor dem Essen gegen Gulasch eintauscht.

Und wie geht Ihr Salatrezept? Oder ist das ein Geheimnis?

Nein, nein. Ich mache mir meist eine Salatschorle aus unterschiedlichen Salatsorten, also Blattsalat, gemischt mit anderen Salaten. Mit zugelaufenen und ausgesetzten Salaten. Es gibt ja auch viele Salate, die man nicht will, die werden dann an der Raststätte ausgesetzt. Ich habe deshalb auch einen Aufkleber an meinem Auto, auf dem steht: Ein Herz für Salat.

Welches typische sächsische Gericht empfehlen Sie unseren Lesern?

Die Eierschecke, natürlich! Die kann ich allerdings nicht selber backen. Alles, was ich bisher buk, misslang leider. Des Backens bin ich einfach nicht mächtig. Aber ansonsten ist die sächsische Küche, wie auch allgemein die deutsche Küche, sehr bodenständig und rustikal. Das deutsche Sushi ist halt der Bismarckhering. Teutonensushi eben.

In Dresden kann man Sie auf riesigen Werbeplakaten eines regionalen Mineralwassers sehen. Wie kam es dazu?

Dieses Wasser trank ich schon als kleines Kind. Das ist ein Wasser aus der Region. Die sind beheimatet in Leipzig und ich finde es eben gut, wenn das Wasser direkt vor Ort abgepumpt wird. Es gibt ja mittlerweile sogar Wassersommeliers und Spezialwasser aus Übersee, das mit enormem energetischen Verschleiß herangekarrt wird. Nein, ich finde es gut, wenn das Wasser von hier ist. Selbst, wenn man es nun nicht an jedem einzelnen Tropfen zu schätzen weiß. Man trinkt ja nicht das Wasser und sagt „Oho! Kein Wasser ist so hiesig wie das diesige.“ Bei Wein ist das schon anders. Der sächsische Wein ist ja sehr beliebt – und sehr teuer.

Gibt es irgendetwas, wofür Sie nicht werben würden?

Ja, also zum Beispiel für Mittelstreckenwaffen – die ächte ich. Nicht werben würde ich auch für Radkappen und für Zier-Kies.

Wie wichtig ist Ihnen es denn, regional einzukaufen?

Das finde ich gut. Da sind wir wieder beim heimischen Apfel. Am besten schmeckt der, wenn man ihn drei Sekunden, bevor er am Zweig selbst spürt „Ich kann nicht mehr“, dass man also drei Sekunden vorher ihm unter den Strunk fasst und hineinbeißt. Ich plädiere für geringe Entfernungen! Am liebsten würde ich meinen Apfel sogar noch direkt im Laden essen.

Was wird von Ihnen in nächster Zeit zu sehen und zu hören sein?

Großes steht an! So die Gremien wollen, werden wir im Herbst einen Spielfilm drehen. So richtig mit Vorspann und Nachspann, mit Handlung und bunten Bildern. Und mit Trailer! Der Film soll halbautobiografisch sein. Es geht darum, wie ich von meinem Vater gezwungen wurde, für Nachkommen zu sorgen – die Linie des Pullunders darf ja nicht aussterben!

Olaf Schubert und Uta GensichenDank eines spendabelen Gastes am Ende doch mit Pullunder: Olaf Schubert traf am Rande eines Auftritts Redakteurin Uta Gensichen.

Zur Person: Olaf Schubert

Olaf Schubert (Foto: Amac Garbe)
(Foto: Amac Garbe)

Der 1967 geborene Schubert wuchs in Dresden auf und blickt auf eine abwechslungsreiche Karriere zurück. Er arbeitete als Fußpfleger, Kameramann und Essenträger, studierte Architektur und Musik und landete schlussendlich als Mann für das Komische auf der Bühne. Sein Wahrzeichen ist der Rauten-Pullunder – mal langärmelig, mal kurz. Regelmäßig tritt der Sachse mit dem Sinn für verwirrend-vielsagende Rhetorik in der „heute show“ im ZDF auf. Im Ersten läuft zurzeit seine Sendung „Olaf verbessert die Welt“. Ab April 2016 geht Schubert mit seinem neuen Programm „Sexy Forever“ auf Tour.

Erschienen in Ausgabe 10/2015
Rubrik: Leben&Umwelt

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Apiola

...ich fand's so gar nicht lustig. Wenn man die tatsächlichen Worte, die Herr Schubert nachvollziehbar zum gefragten Inhalt von sich gegeben hat ins Verhältnis setzt mit der (Un-) Menge leerer Worte, sträubt sich zumindest in mir alles. Ich dachte es sollte ein ernst gemeintes Interview sein, Herr Schubert scheint jedoch offensichtlich nicht in der Lage zu sein, sich außerhalb seiner Rolle zu zeigen....
Bisher hatte Schrot&Korn diese Untiefen im Niveau noch nicht nötig......

Sehr schön, auch mal etwas "lockeres" zu lesen. Ich war vor einem halben Jahr bei einem Auftritt von Olaf Schubert, wo er auch mal kurz über Ernährung erzählt hat. Sehr unterhaltsam! :)

Helmut H.

Hahahahahahahahahahahahahahahahahahaha!
Hahahahahahahahahahahahahahahahahahaha!
Hahahahahahahahahahahahahahahahahahaha!
Köstlich!