Anzeige

Anzeige

Zeigt her Eure Füße

BIO-WISSEN Sandalenfein gepflegte Füße sind schön anzusehen. Doch zunächst muss trockene Hornhaut weichen. Fußbäder und Cremes helfen dabei. Was in ihnen drin ist und wirkt. // Frauke Werner

Wenn die Frühjahrssonne uns aus dem Winterschlaf kitzelt, reckt sich alles nach Luft und Licht. Auch die Füße freuen sich, endlich aus den Wollsocken raus zu kommen. Nur bieten sie möglicherweise keinen schönen Anblick: Die Haut ganz trocken, verhornte Fersen, dicke Schwielen – Auswirkungen eines winterlangen Schattendaseins. Das soll anders werden: Zum Auftakt der Sandalen-Saison dürfen die Füße ab in Kur!

Der naturkosmetische Behandlungsplan für leicht bis mittelmäßig verhornte Haut lautet folgendermaßen: Baden, Rubbeln, Massieren, Cremen. Warmes Wasser regt die Durchblutung an und weicht harte Stellen auf. Als Badezusatz dienen Seife und Salze. Ers-tere macht trockene Haut mit Kakaobutter und Schafsmilch wieder geschmeidig. Wüsten- oder Bittersalz reinigen und wirken keimtötend. So ein Fußbad entspannt nicht nur die Füße.

Anschließend geht᾽s zur Rubbelmassage: Schicht für Schicht die Hornhaut mit dem Bimsstein oder einer Feile abtragen. Aber bitte sanft! Zu viel Druck kann dazu führen, dass sich neue Hornhaut bildet. Und Finger weg vom Hornhauthobel, der gehört in Profihände.

Alternativ befreit ein Peeling die Haut von abgestorbenen Hautschuppen. Naturkosmetik arbeitet da zum Beispiel mit natürlichem Reiswachs. Einfach in die feuchte Haut einmassieren und gut abwaschen. Die Füße anschließend in ein Frotteetuch hüllen und gut abtrocknen zur Vorbereitung auf das Cremen.

Hier gehts zu Flip-Flop-feinen Füßen

Experte beim Cremen ist der Hornhaut-Balsam. Im Unterschied zu einfacher Fußcreme arbeitet Hornhautbalsam mit natürlicher Salicylsäure oder Weidenrindenextrakt, der Salicylsäure enthält. Das kann Verhornungen auflösen, ohne gesunden Zellen zu schädigen. Mit Glycerin hilft der Spezialist den Sohlen, Feuchtigkeit zu binden. Mit Oliven- und Jojobaöl, auch Sheabutter, stillt er ihren Hunger nach Fett. Gegen Entzündung führt er stets Salbei mit.

Zurückhaltung ist geboten bei konventionellen Hornhautcremes: Manche enthalten billige Vaseline oder Paraffinöl, die mit krebsverdächtigen Stoffen belastet sein können. Und einige arbeiten mit synthetischen Emulgatoren, die die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe, sowie mit Konservierungsmitteln, die im Körper wie Hormone wirken können.

Also Naturkosmetik wählen, gut einmassieren – und fertig ist die Schnellkur. Zur Nachsorge verhärtete Stellen weiterhin morgens und abends cremen. Bitte bedenken: Frei verkäufliche Hornhaut-Reduzierer sind keine Wunderheiler, sondern kosmetische Mittel, die vor allem schützen und pflegen. Bis die Füße sandalenfein sind, kann es schon ein paar Wochen dauern. Am besten gleich mit der Kur beginnen.

Fusspflege (© Harald Hufgard/bio verlag)
(© Harald Hufgard/bio verlag)

Fußbad

Hornhaut weicht in 10 bis 15 Minuten Fußbad schön auf. Sie geht dann leichter ab und Cremes ziehen besser ein. Manche Fußbäder wirken schweißhemmend oder beugen Fußpilz vor. Wie viel Seife oder Badesalz ins Wasser gehören und bei welcher Temperatur sie sich lösen, kommt auf das Produkt an. Bitte beim jeweiligen Hersteller nachlesen.

Wie Hornhaut entsteht

Hornhaut bildet sich, um stark beanspruchte Hautpartien zu schützen. Etwa wenn wir im Alltag viel stehen, die Füße beim Gehen einseitig belasten oder die Schuhe reiben, auch mit zunehmend trockener Haut im Alter. Deshalb: Bequemes Schuhwerk wählen, die Beine ab und an hochlegen und die Füße gelegentlich massieren für die Durchblutung. Manchmal helfen auch Einlagen vom Orthopäden. Ferner ausreichend trinken und vor allem darauf achten, dass die Haut gar nicht erst austrocknet. SOS-Hilfe leistet eine Cremepackung für die Füße über Nacht – natürlich in Socken.

Auf zum Podologen

In Bio-Läden gibt᾽s auch Spezialpflege für starke Schwielen und Schrunden, tiefe Risse in der Hornhaut, die sich entzünden können. Heilen sie nicht, muss allerdings ein Experte ran. Medizinische Fußpfleger finden Sie unter: www.verband-deutscher-podologen.de

Bimsstein oder Feile

Zum Hornhaut abrubbeln sind Bimsstein oder eine Hornhautfeile ideal. Am besten nach dem Fußbad benutzen. Eher weniger Hornhaut entfernen, dafür regelmäßig. Den Bimsstein hinterher gut ausspülen und bei Bedarf seine Poren mit einer alten Zahnbürste frei schrubben. Natürlichen Bimsstein gibt᾽s im Bio-Laden zum Beispiel vom Bürstenhaus Redecker oder Förster᾽s. Die Kordel dran ist allerdings aus konventioneller Baumwolle.

Schwielen

Hornhaut-Balsam oder -Creme hilft nicht nur verhornten Füßen: Auch raue Ellbogen und Knie sowie Schwielen an den Händen können Sie damit behandeln.

Erschienen in Ausgabe 03/2017

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'
Sabine Jaeger

Sehr geehrte Frau Werner,
das natürlichste Mittel, um verhornte Haut zu behandeln, das auch noch kostenlos ist, stellen wir selbst her: Eigenurin. Wer seinen Füße etwas Gutes tun will, sollte sie eine halbe Stunde lang mit in Eigenurin getränkten Tüchern umwickeln. Das Resultat: weiche, fast schon zarte Fußhaut.
Mit besten Grüßen
Sabine Jaeger