Anzeige

Anzeige

Jodsalz - überflüssig wie ein Kropf?

Algen statt Jodsalz?

So eifrig der Arbeitskreis Jodmangel die Trommel für den Einsatz von Jodsalz rührt, so heftig lehnt er andererseits Algen als natürliche Jodquelle ab. Grund: Algen enthalten ganz unterschiedliche Mengen an Jod, nämlich zwischen 5 und 460 Milligramm je Kilogramm Trockengewicht (mg/kg). Da so die empfohlene Tagesdosis auch öfter überschritten werden kann, warnen Verbraucherschützer vor einer möglichen Überdosierung. Bei uns war das Meeresgemüse - in Japan und in der Bretagne häufig auf dem Speiseplan - jahrelang als Lebensmittel nicht zugelassen. In vielen Naturkostläden wurde es als "Badezusatz" deklariert und verkauft. Inzwischen haben Vertreiber und Behörden zu einem Kompromiss gefunden: Algen mit einem Jodgehalt von mehr als 20 mg/kg Trockengewicht kommen mit einem Warnhinweis in den Handel. Enthalten sie mehr als 1000 mg/kg dürfen sie nicht als Lebensmittel verkauft werden.


Jodsalz - ja oder nein?

Im Naturkosthandel entscheidet der Kunde

Mit jodhaltigen Algen oder Kaliumjodat angereichertes Speisesalz gibt es auch im Naturkostladen. Seit etwa drei Jahren bietet byodo ein jodiertes Salz an. Ein Großhändler wollte das damals gerne haben und gab den Anstoß für die Herstellung, erzählt Andrea Sonnberger. "Die Nachfrage hat sich seitdem verstärkt, aber noch liegt das herkömmliche Salz vorne." Byodo setzt Kaliumjodat ein, "weil damals die rechtliche Lage beim Einsatz von Algen nicht geklärt war." Rapunzel dagegen greift lieber zur natürlichen Jodquelle und versetzt sein jodiertes Speisesalz mit Algenpulver. Dabei orientiert man sich an der gesetzlichen Norm von 20mg/kg. Natürliche geringfügige Schwankungen um wenige Milligramm nach oben oder unten seien unvermeidbar, würden aber regelmäßig kontrolliert. Sowohl Rapunzel als auch byodo bestätigen, dass die Kunden aufgrund der allgemeinen Werbung für Jodsalz dieses verstärkt nachfragen. Bei den Herstellern von verarbeiteten Naturkostprodukten ist der Einsatz von Jodsalz eher die Ausnahme. Die Richtlinien erlauben es, verlangen aber eine Deklaration.

Leo Frühschütz


Adressen:

  • Selbsthilfegruppe der Jodallergiker, Morbus-Basedow- und Hyperthyreosekranken, Postfach 2967, 54219 Trier. Fax: 0651-16874

Kommentare

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'