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Mit der Farbe schwingen

Farben beeinflussen Stimmungen und Wohlbefinden. Kann man ihre Wirkung gezielt nutzen, um Körper und Geist zu stärken? Ein Besuch beim Farbtherapeuten. // Martina Petersen

Wolfühlen - Farben Warum sich die Farbe Türkis vor einem Jahr in meinen Kleiderschrank eingeschlichen hat, konnte ich mir bis heute nicht erklären. Im Sommer fühlte ich mich im dunkeltürkisfarbenen T-Shirt am wohlsten, und im Herbst überkam mich das körperliche Bedürfnis nach einem Kuschelpulli in Helltürkis. Will mir die neue Lieblingsfarbe etwas sagen? Diese Frage begleitet mich zu Heilpraktiker Klaus John, der in seiner Praxis in der Nähe von Lauenburg in Schleswig-Holstein seit zwanzig Jahren mit Farbtherapie arbeitet.

Physik mit Wohlfühlfaktor

„Farben sind ein physikalisches Phänomen“, erläutert Klaus John. „Alle kommen vom Sonnenlicht, das sich im Spektrum in alle Farben des Regenbogens aufteilt. Jede Farbe schwingt in ihrer spezifischen elektromagnetischen Frequenz, die erst im Gehirn in Farbwahrnehmung umgewandelt wird.“ Die Schwingungen scheinen dem Organismus noch weitere Informationen als die reine Optik zu vermitteln: So wirkt Rot auf das vegetative Nervensystem anregend und Blau beruhigend. Interessant ist: Selbst blinde Menschen scheinen die Impulse von Farben aufnehmen zu können, da sich ihr Herzschlag in Räumen mit besänftigenden Farben beruhigt.

Seit der Antike experimentieren Menschen bereits mit der Heilwirkung von Farben: So existierten in Ägypten Farbtempel mit unterschiedlich farbigen Räumen, in denen Kranke Farbbäder nehmen konnten. In China wurden Darmkranke mit gelber Farbe bestrichen oder Scharlachkranke in rote Gewänder gehüllt. Der indische Arzt Dinshah Ghadiali begann vor rund hundert Jahren mit umfangreichen Studien und begründete das erste umfassende Farblicht-Therapiesystem der Welt.

Farbe begeisterte bereits Goethe

Goethe forschte für seine 1810 veröffentlichte „Farbenlehre“ ausgiebig zum „Wesen der Farben“. „Goethe hat gesagt, Materie sei gefrorenes Licht“, erklärt Klaus John. „Vielleicht ist es so, dass wir Menschen gefrorenes Licht sind. Auf jeden Fall schwingen unsere Atome in Resonanz zu Farbe. So können wir mit dem gezielten Einsatz von Farben im Körper Stoffwechselprozesse fördern und Organe stärken“.

„Ausprobieren“, denke ich, schwinge mit und lasse den energetischen Zustand meines Körpers von Klaus John mit Elektro-Akupunktur messen. Mein Immunsystem schwächelt, der Wert für die Milz schnellt nach oben. Klaus John testet aus, welchen Farbimpuls meine Milz benötigt und lässt schließlich mit dem Light-Pen ein sattes Orangerot für mehrere Sekunden auf den Milzpunkt am linken großen Zeh flackern. Die Energieleitbahn – hier der Milz-Meridian – soll den Impuls weiterleiten. Durch die Farbpunktur bessert sich der Messwert deutlich, und der zusätzliche Impuls durch die Gabe eines homoöpathischen Mittels bringt ihn wieder mehr ins Gleichgewicht.

Ein anderes farbdiagnostisches Verfahren ist der kinesiologische Muskeltest. Diesen nutzt Heilpraktikerin Sonja Kohn aus der Nähe von Hannover. „Wenn der Klient eine Farbkarte betrachtet oder sich eine Farbe vorstellt und der Muskel stark reagiert, dann ist die Farbe dem Symptom zuträglich“, erläutert die Farbtherapeutin.

Erfahrungswerte aus ihrer Praxis zeigen, dass sich bei Bestrahlung mit orangefarbenem Licht muskuläre Verkrampfungen lösen können. Blaues Licht auf das betreffende Organ wirke entzündungshemmend, Türkis helfe bei Infekten und Rot rege die Durchblutung an, erläutert Sonja Kohn. Die Therapeutin hat unter anderem eine Anämie, asthmatische Beschwerden und Hautekzeme durch mehrfache Farblichtbestrahlungen regulieren können. Auch bei depressiven Verstimmungen und psychischen Problemen hat sie mit Bestrahlungen des Gesichts mit Farblicht gute Erfolge erzielen können. Erst seit 2001 weiß die Medizin, dass es auf der Netzhaut des Auges neben den für das Sehen zuständigen Stäbchen und Zäpfchen sogenannte Blau-Rezeptoren gibt, die das Lichtspektrum auswerten und als „energetische Botschaft“ direkt ans Gehirn weiterleiten. Über diese Informationen werden die Hormonausschüttung und unsere biologische Uhr gesteuert. Wie die Lichtimpulse über die Haut aufgenommen und über den Resonanzeffekt auf Körperzellen Einfluss nehmen können, lässt sich wissenschaftlich noch nicht begründen. „Ein professioneller Farbtherapeut wird niemals ein Heilsversprechen machen und Farbtherapie bei schweren organischen Erkrankungen nur im Rahmen eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes anwenden“, räumt Sonja Kohn daher auch ein.

Zurück in die Praxis von Klaus John. Um meiner psychischen Entwicklung auf die Sprünge zu helfen, testet John mein elektromagnetisches Spektrum – die Aura – an den Fingerkuppen meiner linken Hand: Der energetische Schutzmantel, der mich im Radius von fünf Metern gegen Umwelteinflüsse abschirmen soll, gibt beim Messen einige schrille Töne von sich. Laut Klaus John ein möglicher Hinweis auf eine gewisse Erschöpfung und ein Zeichen für persönlichen Umbruch. Für die Bedeutung der Heilfarben, welche die einzelnen Aura-Schichten harmonisieren sollen, gibt es eine Fülle an Interpretationsmöglichkeiten. Ich merke: Hierüber lässt sich prima philosophieren. Und das Ergebnis meiner Analyse? An prägnanter Stelle zeigt sich: Türkis! Die Farbzuordnung wiederum ist für meine persönlichen Anforderungen passend: Es stärkt Mitgefühl und Geduld – beides gefragt in meiner etwa einjährigen Tätigkeit im Hospiz.

Farbige Multi-Talente

Neue Farbe – neue Impulse
Wer sieht gerne Rot? Laut Farbtheorie diejenigen, die gezielt Aktivität fördern wollen. Boxer steigern damit ihren Aggressionspegel. Blau dagegen beruhigt und ist ideal für Ruhezonen. Wer möchte, kann sich durch Farb-Spezialisten in der Gestaltung seiner Wohnräume beraten lassen.

Brillenapotheke
Brille auf und schon geht’s besser? Laut Farbtherapeuten hilft zum Beispiel Gelb bei Kopfschmerzen, Türkis gegen müde Augen. Zum Krafttanken: alles durch die rote Brille betrachten.

Farben, Persönlichkeitstest (Foto: Fotolia.com)Persönlichkeit testen
Farbtönen eine Rangfolge geben – kein Kinderspiel, sondern eine Methode der Persönlichkeitsanalyse. Therapeuten ermitteln auf diese Weise Verhaltensmuster und Tipps zur Lebenshilfe.

Passende Kleider
Farbtherapeuten sind sich einig: Mit der Auswahl unserer Kleidung holen wir uns unbewusst Farbstimuli, die Körper und Geist gerade brauchen. Anderer Effekt der Farbwahl: das bewusste Senden von Signalen.

farbiges Waser (Foto: Fotolia.com)Farbe trinken
Wasser soll seinen Geschmack verändern, wenn es mit Farblicht bestrahlt worden ist. Grün schmecke frisch, lila hart und metallisch. Farbinformation kann man also trinken, so die Farbtherapeuten.

Bunte Wellness
Ein Farblicht-Bad in der Sauna, im Dampfbad oder der beleuchtete Duschkopf fördern Spaß und Wohlbefinden. Zwar sind die Farbimpulse meist unspezifisch, dennoch gern genutzt und beliebt.

Buchtipp

Vollmar, Klausbernd

Vollmar, Klausbernd:
Das große Buch der Farben.
Königsfurt Urania-Verlag, 2009, 288 Seiten, 14,90 Euro

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Klaus John
Kompliment Frau Petersen! Sie haben es geschafft, dieses komplexe Thema vielseitig und interessant zu präsentieren. Wer mehr zu meiner Art der Farbtherapie oder sonstigen Schwerpunkten meiner Tätigkeit finden möchte, findet mich under http://klaus-john.de/
Karin Hunkel
Als Autorin und Praktikerin seit fast 30 Jahren, deren Lebenswerk ebenfalls die Farben sind, möchte ich auch auf mein Buch hinweisen: "Ganzheitliche Farbberatung" von Karin Hunkel bei Stb. in der 8. Auflage. Darin finden Sie das neue Thema der Persönlichkeitsanalyse über Farben, umfangreiche Erläuterungen der Chakra-Lehre und die Farbberatung für Kleidung, Wohnung und Heilung. Besuchen Sie mich auch auf www.farb-gefuehl.de und www.farben-matrix.de. Es grüßt Sie farbenfroh Karin Hunkel