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Butter für den Body

Die betörende Mischung aus Ölen, weichen Fetten und Wachs belebt und wärmt. Genau richtig, wenn es draußen ungemütlich wird. Was kann natürliche Bodybutter sonst noch? // Annette Sabersky

-> Bodybutter im Bioladen

Bodybutter Diese Butter ist nicht zum Essen, sie ist für die Haut gedacht. Obwohl – manche Produkte muten schon lecker an. Die eine sieht aus wie geschlagene Sahne, die andere wie Himbeerquark. Immer hübsch verpackt in flache Tiegel aus Glas oder Kunststoff, teils serviert mit einem kleinen Spatel.

Aber natürlich kommt sie auf die Haut, genauer, auf den ganzen Body. Dort schmilzt sie (fast) von allein. Zumindest die traditionelle Bodybutter, die nur aus Fett besteht. Die neueren Sorten sind schon butterweich – und müssen nur noch in die Haut einmassiert werden. Aber egal, welche Butter auf die Haut kommt, sofort erreichen betörende Düfte die Nase: Es riecht nach Orient, Honig und Früchten, nach Kokos, Vanille und Nüssen. Genau das Richtige zur Einstimmung auf die Winterzeit. Oder ein ausgiebiges Massage-Wochenende.

Mal fest, mal cremig –zwei Arten Bodybutter

Die klassische Bodybutter ist ein Mix aus Ölen, Wachsen und weichen Fetten. Solange diese Mischung im Tiegel ist, hat sie eine feste Konsistenz. Beim Auftragen schmilzt das Fett durch die Körperwärme, wird weich und lässt sich gut auf der Haut verteilen. Weil sie wasserfrei ist, braucht sie keine Konservierungsstoffe und hält etwa ein Jahr.

Im Naturkosmetikregal findet man inzwischen auch viele Körperbutter-Produkte mit einer cremigeren Konsistenz. Sie enthalten neben verschiedenen Fetten und Ölen bis zu 70 Prozent Wasser – und sind damit eine Öl-in-Wasser-Emulsion. Durch ihren hohen Fettgehalt sind sie deutlich reichhaltiger als eine Gesichtscreme oder eine Body Lotion.

Das wässrige Milieu von Emulsionen lieben aber auch Keime. Darum enthalten die Körpercremes teilweise Konservierungsmittel. Eingesetzt werden nur Substanzen, die für Naturkosmetik gestattet sind, etwa Natriumbenzoat, Kaliumsorbat oder Benzyl Alkohol. In Produkten, die frei von Konservierungsmitteln sind, werden natürliche konservierende Zutaten genutzt. Mit Alkohol haltbar gemachte Blüten- und Kräuterextrakte etwa, oder Zusätze an Vitamin C und E sowie an ätherischen Ölen.

Was kommt alles in die kleinen Tiegel?

Nichts geht ohne Sheabutter, sie findet sich in jedem Produkt. Das Pflanzenfett stammt aus den Früchten des afrikanischen Karitébaumes und wird häufig noch in Handarbeit gewonnen. Die Nüsse werden zerstampft, geröstet, gemahlen und dann erwärmt, sodass sich das Fett absetzt und schließlich abgeschöpft werden kann. Karitébutter – wie Sheabutter auch heißt – versorgt unter anderem mit hautgesunden Omega-8-Fettsäuren und liefert schützendes Vitamin A und E. Durch natürliches Allantoin spendet Sheabutter zudem etwas Feuchtigkeit.

Daneben enthält cremige Bodybutter häufig Bienenwachs, Jojoba- und Olivenöl sowie Kakaobutter. Richtig fein wird sie aber durch kleine Zusätze an sehr hochwertigen Ölen, etwa Macadamiaöl, Moringa-, Erdmandel-, Argan-, Tamanu- und Sanddornöl. Die Fette bringen stärkende ungesättigte Fettsäuren mit. Sie wirken auch entzündungshemmend und sollen die Haut vor schädlichen freien Radikalen schützen.

Hinzu kommen weitere pflegende Zutaten wie Blütenauszüge oder Kräuterextrakte. Naturkosmetikhersteller verwenden Blüten aus Bio-Anbau oder kontrollierter Wildsammlung. Das bedeutet, es wird der Natur nur so viel entnommen, wie nachwächst und somit ökologisch vertretbar ist.

Besondere Bodybutter aus dem Bio-Laden

Verwendet werden ausschließlich natürliche Fette und Zutaten. Die Sheabutter stammt oft von Kleinbauern-Kooperativen, die einen fairen Preis für die von ihnen produzierte Sheabutter erhalten. Herkömmliche Bodybutter enthält oft auch preiswerte Paraffine und andere Erdölprodukte.

Bodybutter mit Naturkosmetiklabel wird, wenn überhaupt, mit ätherischen Ölen beduftet. Übliche Bodybutter enthält neben allergisierenden Duftstoffen auch Parfümzusätze wie die umstrittenen polyzyklischen Moschusverbindungen. Sie reichern sich im Fettgewebe an und können die Leber schädigen. Zwar sind auch einige natürliche Duftstoffe allergisierend und müssen auf der Verpackung deklariert werden. Jedoch geht man heute davon aus, dass Duftstoffe im natürlichen Verbund besser vertragen werden als isolierte Substanzen, weil eine Verbindung mit anderen Substanzen eine mögliche allergisierende Wirkung abschwächen könnte.

In natürlicher Bodybutter sind, anders als in konventioneller Kosmetik, auch keine heiklen Emulgatoren wie die umstrittenen PEGs bzw. PEG-Derivate erlaubt. Diese Emulgatoren verbinden in der Creme Wasser und Fett. Sie können die Haut aber auch durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Umstrittenes Palmöl – auch in Bodybutter?

Palmöl wird kritisch gesehen, weil die Ölpalmen häufig in Monokulturen wachsen, für die vor allem in Indonesien und Malaysia große Flächen tropischer Wälder gerodet werden. Monokulturen vertreiben Menschen und Tiere aus ihrem Lebensraum, bedrohen die biologische Vielfalt und benötigen zudem Pestizide.Die Naturkosmetikhersteller verwenden mit wenigen Ausnahmen zwar kein Palmöl als Hauptfett für ihre Bodybutter. Jedoch ist Palmöl Ausgangsstoff für verschiedene Hilfsstoffe. Es steckt in Emulgatoren wie Gylceryl Stearate und Cetearyl Alcohol und ist auch an der Synthese von Vitamin C (INCI: Ascorbyl Palmitate) beteiligt. Die Anbieter erfahren allerdings nicht immer, ob für diese Hilfsmittel Palmöl genutzt wurde. Vom Lieferanten kommt meist nur ein Hinweis auf „vegetable Oil“. Die Naturkosmetikhersteller sehen dies kritisch und suchen nach Alternativen.

Verwenden Naturkosmetikanbieter Palmöl, handelt es sich oft um zertifiziertes Öl in RSPO-Qualität. Die Abkürzung steht für den runden Tisch für Palmöl. Er definiert zumindest Kriterien für den Anbau, etwa, dass dafür keine Urwälder gerodet werden. Gefährdete Tiere sind zu schützen und Kleinbauern in die Erzeugung einzubeziehen. Weil es kein Bio-Label ist, setzen Naturkosmetikhersteller vermehrt auch auf Bio-erzeugtes Palmöl oder initiieren selbst Projekte mit Kleinbauern.

Für welche Haut ist Bodybutter richtig?

Besteht Körperbutter nur aus Fett, eignet sie sich insbesondere für sehr trockene, spröde und schuppige Haut. Sie mindert unangenehmes Spannungsgefühl, schützt die Haut vor dem Austrocknen und macht sie glatt und geschmeidig.

Die leichteren Bodybutter-Emulsionen pflegen trockene wie auch normale Haut. Sie ziehen schneller ein als reine Fette und hinterlassen keinen Fettfilm. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn Heizungsluft der Haut zusetzt oder sie vor kalter Luft geschützt werden soll, kann auch normale Haut gut eine Portion Bodybutter vertragen.

Sie ist aber auch immer dann richtig, wenn die Haut besonders beansprucht wird, etwa nach einem Wannenbad, Körperpeeling oder wenn sie mal zu viel Sonne abbekommen hat. Im täglichen Gebrauch ist sie nicht zuletzt prima geeignet für all die Hautstellen, die oft spröde sind, etwa Ellenbogen, Fußballen oder auch Fußsohlen.

Praxis: Wie trägt man die Butter richtig auf?

Ein Produkt, das nur aus Fetten besteht, wird am besten auf die noch leicht feuchte Haut gegeben, etwa nach dem Duschen und Abtrocknen, und anschließend sanft einmassiert. Durch die Bewegung emulgieren Fett und Feuchtigkeit auf der Haut, verbinden sich also, und lassen sich gut verteilen. Zurück bleibt zunächst ein leichter Fettfilm, der aber nach kurzer Zeit verschwindet.

Um feste Körperbutter dem Tiegel zu entnehmen, verwendet man entweder den beigelegten Spatel oder entnimmt eine kleine Portion mit dem (sauberen) Finger. Das Fett dann zwischen Fingern oder Handflächen verreiben, sodass es schmilzt. So lässt es sich schnell und einfach am ganzen Körper verteilen – oder auch auf einzelne trockene Hautstellen geben. Wer Bodybutter in leicht kreisenden Bewegungen aufträgt, bekommt gleich eine tolle Massage. Hat die Bodybutter eher die Konsistenz einer gehaltvollen Creme, kann sie direkt aus dem Tiegel auf die (trockene) Haut gegeben und verrieben werden. Sie zieht schnell ein und hinterlässt keinen Fettfilm.

Was Bodybutter sonst noch alles kann

Körperbutter ist neben der Körper- auch prima für die Lippenpflege geeignet. Da die Lippen keine Talgdrüsen besitzen, trocknen sie sehr schnell aus, spannen und man befeuchtet sie unbewusst immer wieder – wodurch sie nur noch mehr austrocknen. Gibt man eine kleine Menge Körperbutter darauf, legt sich das Fett wie ein schützender Film darauf. Aber bitte darauf achten, was den Lippen „schmeckt“. Bodybutter mit ätherischen Ölen ist wegen des intensiven Aromas nicht unbedingt das Richtige.

Bodybutter kann auch das Haar vor Kälte, UV-Licht, Chlor und Salzwasser schützen. Dafür wird eine kleine Menge auf die Haarspitzen und auch auf die Haarlänge verteilt. Im Winter dauert diese Kur nur wenige Minuten. Im Sommer kann das Fett auch ein paar Stunden im Haar verbleiben. Kakaobutter enthält Theobromin, das eine antioxidative Wirkung hat und somit das Haar vor Schäden durch UV-Licht bewahrt. Später sollte man die Körperbutter mit einem milden Shampoo wieder auswaschen.

Orientalisch bis fruchtig – was hat der Bio-Laden?

Ausschließlich mit Fett pflegt die „100 % Bio Beurre de Karité“ (Cattier). Da Sheabutter reich an Vitamin A und E ist, regt sie die Zellerneuerung an. Die kleine Sheabutter von Primavera ist praktisch für die Lippenpflege. Körperbutter-Emulsionen wie die „Körpercreme Granatapfel“ riechen angenehm fruchtig und schützen durch sekundäre Pflanzenstoffe vor schädlichen freien Radikalen (Styx Naturkosmetik). Kommt noch Sesamöl dazu, wird die Haut durch ungesättigte Fettsäuren gestärkt („Oriental Body Butter Granatapfel & Sesam“ von Logona). Mit dem Duft des Orients und durch wertvolles Bio-Rosenöl der Damaszener-Rose besticht „Jale Orient“ von Tautropfen. Sehr frisch riecht die „Body Butter Moringa“ (Bioturm). Das afrikanische Moringaöl ist reich an Mineralstoffen, die den Wasserhaushalt der Haut regulieren helfen. In der „Macadamia Passion Bodybutter“ versorgt Passionsblume die Haut mit Feuchtigkeit, hochwertiges Macadamianussöl liefert pflegendes Fett (Lavera). „Schmelzzarter Körperbalsam“ (Melvita) bietet neben Kakaobutter einen Wirkkomplex, der drei Sorten Honig enthält, abgerundet durch den neuartigen Feuchtigkeitsspender Stevia. Bio-Tamanu-Öl wird auch heiliges Öl genannt, es soll Wunden heilen und die Bildung neuer Hautzellen beschleunigen. Mit Extrakt von Frangipani-Blüten spendet die Bodybutter Fett und Feuchtigkeit („Intense Frangipani Bodybutter“ von Farfalla). Mit einem tollen Duft hilft die „Relaxing body butter“ beim Entspannen (Martina Gebhardt Naturkosmetik). Hibiskusblütenextrakt soll das Feuchtigkeitsbindevermögen der Haut erhöhen, Hamamelis sie beruhigen. Keine Schokolade, sondern eine reichhaltige „Sheakolade“ ist der Mix aus Shea- und Kakaobutter, Jojoba- und Erdmandelöl (Finigrana). Sie ist frei von Duftstoffen.

Bodybutter (Foto: Fotolia.com)

Eine Handvoll Pflege

„Gestresste Hände bekommen durch Bodybutter eine ganz besonders reichhaltige Pflege“, sagt Gabriele Barnsteiner von Martina Gebhardt Naturkosmetik – und empfiehlt eine Körperbutter-Packung. Dafür Bodybutter auf die Hände auftragen, dünne Baumwollhandschuhe darüber ziehen und über Nacht einige Stunden einwirken lassen.

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