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Akupunktur: Interview

"Akupunktur bewährt sich in der Praxis"

Dr. Bodo Liecker von der Techniker Krankenkasse leitete die bundesweite Akupunktur-Studie. Als dieses Heft in Druck ging, beriet der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern, ob und bei welchen Krankheiten die gesetzlichen Kassen künftig für Akupunktur zahlen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) fordert: „Akupunktur muss Regelleistung werden“ bei Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen sowie bei Menstruations- und arthrotischen Kniebeschwerden, Heuschnupfen und Asthma. Warum?

Es haben knapp 500.000 Patienten und rund 13.000 niedergelassene Ärzte an unserem Modellvorhaben teilgenommen. Dabei hat sich gezeigt, dass Körper-Akupunktur sicher ist, dauerhaft wirkt und vergleichsweise wirtschaftlich ist. Das Besondere an unserer Studie ist, dass sie die Wirksamkeit der Akupunktur nicht nur unter Laborbedingungen untersucht hat, sondern beim Arzt vor Ort. Damit wissen wir, dass Akupunktur bei einigen Volkskrankheiten auch unter Alltagsbedingungen funktioniert.

Manche Akupunktur-Ärzte wollen gar nicht, dass die Kassen zahlen? Wieso?

Es geht natürlich ums Geld. Bisher honorieren wir in unserem Modellvorhaben jede Akupunktursitzung mit 35 Euro, die der Patient zunächst bezahlt und dann von der TK erstattet bekommt. Wenn Akupunktur Kassenleistung wird, rechnet der Arzt die Behandlung über seine Kassenärztliche Vereinigung (KV) nach dem üblichen Punktesystem ab. Dies kann für ihn Nachteile haben, wenn die KV den Punktwert senkt.

Wie viel würde ein Arzt von der TK für das Nadeln bekommen?

Natürlich nicht die 35 Euro aus dem Modellvorhaben, denn in diesem Betrag sind auch Aufwandsentschädigungen zum Beispiel für die Berichtsbögen der Studie enthalten. Ein fairer Preis muss mit den Ärzten noch verhandelt werden.

Kann die TK etwas unternehmen, wenn die Akupunktur keine oder nur in sehr beschränkten Fällen Regelleistung wird?

Als eine gesetzliche Krankenversicherung sind wir an den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses gebunden. Wenn also der Gemeinsame Bundesausschuss die Akupunktur verbietet oder nur eingeschränkt zulässt, gilt das auch für die TK. Allerdings werden wir uns weiterhin für die Nadel-Akupunktur stark machen. Wir fordern daher vom Gesetzgeber mehr Gestaltungsspielräume. Es gibt gar keinen Grund, warum es nicht im Ermessen der einzelnen Kassen liegen kann, Akupunktur als Leistung anzubieten oder eben nicht.

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