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Tabu  ? – Schlachten gehört dazu

Schweine auf Bioland-Hof Marwede. (© Thomas Langreder/bio verlag)
(© Thomas Langreder/bio verlag)
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Auf dem Weg zum Tiertransporter. (© Thomas Langreder/bio verlag)
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Ankunft auf dem Schlachthof. (© Thomas Langreder - bio verlag)
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Schweinehälften im Kühlhaus. (© Thomas Langreder - bio verlag)
(© Thomas Langreder/bio verlag)
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(© Thomas Langreder/bio verlag)
(© Thomas Langreder/bio verlag)

SCHLACHTEN Schrot&Korn-Redakteurin Gabriele Augenstein hat sich von der Firma Ökoland eine Bioland-Schweinemast zeigen lassen und war beim Schlachten dabei.

Montagfrüh um sechs rollt der Tiertransporter auf Bioland-Hof Marwede bei Eschede. Morgendämmerung, Vögel zwitschern, noch ist es kühl, ich bin froh über meine Kapuzenjacke. Ein paar Frühaufsteher-Schweine stöbern gemächlich mit ihren Rüsseln im eingestreuten Stroh, zotteln hierhin und dorthin, kauen genüsslich auf den Halmen herum.

Heute sollen 50 der insgesamt 400 Schweine im Bio-Stall zum Schlachten abgeholt werden. Jungbauer Carsten Marwede treibt die rund 130 Kilogramm schweren, schlachtreifen Tiere zur Laderampe des Tiertransporters. Das geht schön flott. Fahrer Thorsten Steinke sagt grinsend: „Bio-Schweine können ganz schön rennen.“ Ich frage: „Die anderen nicht?“ – „Nein“, antwortet er. „Die haben meist zu wenig Platz, um sich zu bewegen. Sollen ja fressen.“ Er weiß, wovon er spricht, fährt täglich Schweine zum Schlachthof, die wenigsten stammen aus Bio-Haltung.

60 Millionen Schweine landen jährlich in deutschen Schlachthöfen. Nur ein halbes Prozent davon ist aus Bio-Haltung. „Das muss sich dringend ändern“, sagt Patrik Müller, der Geschäftsführer von Ökoland. Seit über 25 Jahren arbeitet er aktiv mit an dieser Veränderung. Ökoland vermarktet für Bio-Bauern Fleisch. Dafür musste sich Müller von Verfechtern des Vegetarismus schon oft Kritik anhören. Er sagt lapidar: „Wir sind die Guten von den Bösen.“

Nutztiere gehören aus Sicht des Agraringenieurs seit Tausenden von Jahren zur Landwirtschaft. Der 50-Jährige stammt selbst von einem kleinen Bauernhof in Süddeutschland und erinnert sich: „Wir hatten immer sechs bis acht Schweine im Stall. Nach dem Schlachten habe ich mit meinem Opa frische Brühe mit Fleisch gegessen, das war für alle ein Festtag. Aber natürlich müssen wir weg von diesem hohen Fleischbedarf.“ Als persönliches, politisches Ziel nennt er die „50-50-50-
Formel: Bis 2050 den Fleischkonsum halbieren und den Bio-Anteil auf 50 Prozent erhöhen. Das halte ich für realistischer, als dass alle Menschen bis 2050 Veganer werden.“

Bald sind alle Schweine im Transporter, die Tür ist zu. Ein neugieriger Rüssel schnüffelt durch einen Spalt an der Klappe. Sonst ist alles ruhig. Die Tiere legen sich hin während der Fahrt zum Schlachthof, die nur eine Dreiviertelstunde dauert. Kurze Transportwege sind nicht nur Müller wichtig, sondern auch dem Schlachthof, zu dem wir fahren, denn es erspart den Schweinen Stress. Hencke ist einer der letzten mittelständischen Schlachthöfe Niedersachsens, die allermeisten sind dem Konkurrenzdruck von Großschlachtereien gewichen.

Auf dem Schlachthof

Ankunft am Schlachthof. Geschäftsführer Andreas Hencke, dessen Urahn die Schlachterei vor fast 150 Jahren gegründet hat, begrüßt uns mit freundlichem Händedruck. Ein feingliedriger Mann Anfang fünfzig. Will nicht, dass im „sensiblen Bereich“ fotografiert wird. Und möchte mit Vorurteilen aufräumen: „Meine Mitarbeiter sind keine harten Kerle, sondern ganz weich.“ Er beschäftigt keine Schlachterkolonnen, wo alle nur einen einzigen Handgriff können und den im Akkord wiederholen. Alle seine Mitarbeiter sind ausgebildete Schlachter, die ihr Handwerk verstehen, nach Tarif bezahlt werden und teils seit Jahren in der Firma sind.

Rückwärts fährt der Tiertransporter an die Laderampe des Hofes. Klappe runter, Tür auf. Raus gucken neugierig die vordersten Schweine, tasten sich vorsichtig auf der Rampe abwärts. Der Tierarzt guckt zu, macht „Lebendbeschau“, stellt fest: Alle heile. Nun drängeln die Hinteren nach, wollen raus. Männer schieben Gatter hin und her, lenken die Ankömmlinge in Wartebuchten, wo sie – innerhalb ihrer sozialen Gruppe – ausruhen und trinken dürfen. Dass die Schweine in ihrer Gruppe bleiben dürfen, erspart ihnen Rangkämpfe und damit Stress. Auch hier setzen Ökoland und Schlachterei Hencke Kriterien für Tierschutz um. Und wenn es losgeht, werden die Tiere nicht zum Schlachtraum getrieben, sondern einzeln von Licht hineingeführt. Schweine sind neugierige Tiere.     

Es geht los. Ich ziehe Überschuhe an, einen Plastikkittel, eine Haube, desinfiziere die Hände, passiere die Schleuse zum Schlachtraum. Es riecht nach Fleischerei. Schweinehälften hängen. Maschinenlärm. Hencke erklärt, zeigt hierhin und dorthin. An verschiedenen Stationen im Raum hantieren routiniert Männer in weißen Schürzen. Ab jetzt geht alles ganz schnell und gleichzeitig: Durch die Tierschleuse trappelt auf einem schmalen Gang ein Schwein herein. Der Gang endet in einer Metallbox. In Sekundenschnelle wird es elektrisch an Gehirn und Herz betäubt. Fertig, nächste Station: Kette ums Hinterbein, hochgezogen, Schwein hängt bewusstlos über Kopf. Einer zieht es über die Blutwanne, sticht ein Messer in die Hauptschlagader: Blut schießt heraus. Kein Quieken, kein Grunzen, keine Gegenwehr. Nur das Dröhnen des Brühautomats: Das tote Schwein gleitet ins 62 Grad Celsius heiße Wasser, wird automatisch entborstet. Der gebrühte Leib wieder raus und auf den Tisch: Zwei Männer ziehen die Klauen ab, putzen nach, rasieren letzte Borsten weg. Zurück an den Haken, mit Wasser sauber spritzen, fertig. Der geputzte Schweineleib hängt an den Hinterbeinen fixiert kopfüber an einer Laufschiene, die bis ins Kühlhaus führt. Nächste Station: Bauch öffnen, Innereien raus. Der Tierarzt untersucht Organe, macht Tests, notiert Besonderheiten. Jetzt beginnt in der Schlachtersprache der reine Bereich: Der Schweineleib wird mit der Säge der Länge nach halbiert. Letzte Station: Ein Piks in die Hinterbacke misst den pH-Wert. Dieser, neben dem Fettgehalt, entscheidet mit, ob es später Schinken oder Würstchen gibt.

Frische Luft, Bewegung

Ob Schweine bio oder konventionell gehalten wurden, kann man meist bis hin-ein ins Kühlhaus noch unterscheiden. „Bio-Schweine haben noch ihr Ringelschwänzchen“, erklärt Müller. Konventionell gehaltene Schweine in der Regel nur einen Stummel. Sie werden kupiert, damit sie sich nicht gegenseitig aus lauter Langeweile und Enge die Schwänze abbeißen. Bewegungsmangel in der konventionellen Schweinehaltung ist gewollt, denn so werden sie schneller dick. Aus demselben Grund verbringen die Tiere oft ihr gesamtes Leben im Stall, denn Frischluft verbrennt ebenfalls Kalorien.

Schweinefutter Gerste

In der Fruchtfolge bauen Landwirte nicht bloß Dinkel oder  Roggen für Brot an, sondern auch Gerste als Schweinefutter.

Bio-Schweine dürfen sich bewegen, auch wenn es mehr Futter kostet. Sie dürfen raus an die frische Luft und haben Stroh als Einstreu, mit dem sie gerne und ausgiebig spielen. Auch das gibt es in den allermeisten konventionellen Ställen nicht. Denn die dort üblichen Spaltenböden, die das Misten sparen, würden verstopfen.

Die Schweine von Bioland-Hof Marwede bekommen ihr Stroh, auch wenn das für Vater und Sohn, die beide im Betrieb arbeiten, aufwendiger ist. Marwedes Schweine sind viel an der frischen Luft, sie gehen nur zum Fressen und Schlafen nach drinnen. Da Schweine reinliche Tiere sind, trennen sie gerne ihren Ess- und Schlafbereich vom Klo. Carsten Marwede erzählt: „Ihr Geschäft machen die draußen. Die schieben sogar ihr Hinterteil ans Gatter zur Nachbargruppe und pinkeln zu den anderen rüber.“ Zwei bis drei Mal pro Woche mistet er die Außenbuchten: Dann müssen alle Schweine in den Stall, Bauer Marwede klappt die Gatter zwischen den Buchten weg und schiebt mit dem Trecker Stroh und Mist raus.

Schweine sichern auf Hof Marwede das ökologische Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Ihr Dung nährt die Felder, auf denen in Fruchtfolge Kartoffeln und Getreide, etwa Dinkel für Brot oder Gerste für die Tiere wachsen. Vater und Sohn sind froh, 2015 in den neuen Schweinestall mit 400 Mastplätzen investiert zu haben, denn erstens macht der moderne Stall mit Solardach den Betrieb zukunftsfähig und zweitens fühlen sich die Schweine darin wohl und das ist den Marwedes wichtig. Die beiden beobachten sehr genau, wie es ihren Tieren geht. Als sich etwa gezeigt hat, dass im Sommer die schattigen Plätze in den Außenbuchten immer von den ranghöchsten Tieren belegt waren, haben sie nachträglich Markisen installiert. Es soll den Schweinen gut gehen. Dafür der Mehraufwand und die höheren Kosten.

Ökoland: „Der Umgang mit Tieren muss in andere Gleise kommen“

Patrik Müller (© PR-Material/Ökoland)
Patrik Müller Der Ökoland- Geschäftsführer
empfiehlt: wenig, dafür aber Bio-Fleisch.
(© PR-Material/Ökoland)

Ökoland entstand ursprünglich Anfang der 90er- Jahre aus einer Bioland-Erzeugergemeinschaft, um Produkte vom Feld und aus dem Stall zu vermarkten. Heute ist die Firma eigenständig und pflegt langjährige, faire Partnerschaften mit Erzeugern und Herstellern. Im Sortiment sind über 130 Bio-Lebensmittel: Wurstwaren, Schinken, Konserven- und Tiefkühlgerichte. Etwa 25 Prozent des Umsatzes macht Ökoland mit vegetarischen Lebensmitteln und stellt alle Wurstwaren ohne Nitritpökelsalz her. Patrik Müller, Agraringenieur und seit 1993 dabei, hat ein ethisches und politisches Interesse daran, dass „der Umgang mit Tieren und Fleisch wieder in andere Gleise kommt, weil dieser völlig aus der Spur gelaufen ist.“ Fleisch ist für ihn das hochwertigste aller Lebensmittel, weil dafür Tiere sterben. Er plädiert nicht nur dafür, Fleisch aus Bio-Haltung zu essen, sondern auch dafür insgesamt weniger Fleisch zu essen. Ökoland engagiert sich darüber hinaus in der Flüchtlingshilfe, für SOS-Mütterzentren und Naturschutz. Mit der klimaneutral zertifizierten „Superwurst“ hat Ökoland vor fast zehn Jahren eine Vorreiterrolle beim „Klimaschutz mit Lebensmitteln“ übernommen.

-> www.oekoland.de

Erschienen in Ausgabe 06/2017
Rubrik: Ernährung

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Marcus Steiniger

Liebe Vegetarier und Veganer,

ja, Tiere sind so wie wir empfindsame Wesen.
Wir Menschen sind evolutionär gesehen Raubtiere.

Und liebe Veganer, womit ersetzt ihr denn das Leder und andere tierische Produkte für Schuhe, Gürtel, Taschen, etc.? Plastik? Klasse. Da freuen sich alle Meerestiere darüber. Abgesehen davon sind Kunststoffe im Grunde auch ein tierisches Produkt, denn Erdöl war einmal Tier ...

Abgesehen davon:
Nachweislich haben Pflanzen 15 Sinne mehr als wir Menschen und sie besitzen eine Intelligenz wie Tiere auch.
Und trotzdem "schlachten" wir sie ohne schlechtes Gewissen.
Wo ist der Unterschied? Nur der, dass wir sie nicht schreien hören, in keines Ihrer vielen "Augen" in Form von hochentwickelten Lichtsinneszellen blicken können, wenn sie ihre Artgenossen von dem Angriff auf sie über viele Kanäle benachrichtigen.

Barbara Focke

Es ist richtig und wichtig, dass Sie sich dem Thema Schlachten widmen. Verbraucher, die konventionelles Fleisch essen, verdrängen diese Tatsache oft. Wer hingegen zu Biofleisch greift, hat dabei ein besseres Gefühl, weil die Tiere ja ein vermeintlich "glückliches Leben" hatten. Die wenigsten wissen, dass die letzten Stunden im Leben dieser Tiere oft mit großem Stress beim Transport verbunden sind, da die Schlachthöfe leider in den meisten Fällen mehr als 45 Minuten vom Biobetrieb entfernt liegen. Großschlachter können zudem nicht immer die Sorgfalt im Umgang mit den Tieren garantieren, die im Artikel beschrieben wird. Schlecht bezahlte Schlachtkolonnen sind dort leider immer noch die Regel, und diese machen keinen Unterschiede zwischen Bio- und konventionellen Schlachttieren. Doch Tiere sind sensible Wesen, die verstehen, was mit ihnen geschieht - im Großschlachtbetrieb oft die "Hölle auf Erden", für Tier und Mensch.
Es wäre daher wünschenswert, dass Biounternehmen wie Ökoland, aber auch Verbände wie Demeter, bei denen ebenfalls nach wie vor überwiegend konventionell geschlachtet wird, andere Wege finden, um die letzten Stunden im Leben der Tiere erträglicher zu machen. Weideschlachtung oder mobile Schlachtboxen zum Beispiel sind echte Alternativen. Diese neuen Konzepte sind sicherlich einen weiteren Artikel zum Thema wert!

Astrid

Auch mich hat Ihr Artikel sehr enttäuscht - und übrigens alle Freunde, denen ich den Artikel gezeigt habe. Wie können Sie so tun, als sei es völlig in Ordnung, Tiere zu töten und zu essen, wenn es denn nur Bio-Tiere sind? Bio gut, alles gut? Mitnichten! Sie haben vielleicht ein besseres Leben als die Tiere in der Massentierhaltung. Aber auch sie werden als junge, kaum erwachsene Tiere getötet. Und dort, auf dem Schlachthof, sind dann alle Tiere gleich. Es gibt kein humanes Töten! Töten ist immer ein Akt der Gewalt - auch auf dem von Ihnen so gelobten kleinen Schlachthof. Nach Ihrer Darstellung könnte man annehmen, dass die Schweine in den Schlaf gesungen werden. Mit so verharmlosenden Sätzen wie ..."Raus gucken neugierig die vordersten Schweine...." geben Sie dem Fleischesser das Gefühl, dass er alles richtig macht - da er ja Bio-Fleisch von bis zum Ende glücklichen Tieren isst. Das ist sehr, sehr schade. Mir ist schon klar, dass Sie mit diesem Artikel Ihren Anzeigenkunden gefallen wollen und müssen. Aber zumindest ein paar kritische Zwischentöne wären mehr als angebracht gewesen. Statt zu schreiben wie neugierig die Schweine in den Schlachthof gehen und dass sie von einem Licht geführt werden, hätten Sie beispielsweise erwähnen können wie ekelhaft es in einem Schlachthof stinkt und wie brutal die Kopfschlächter manches Mal mit den Tieren umgehen. Sie werden getreten und angeschrien, wenn sie nicht schnell genug laufen. Und sie schreien wie am Spieß, wenn das Ende naht. Aber das hat man Ihnen vermutlich nicht gezeigt - man wollte ja eine vorzeigbare Situation schaffen... Ich selbst habe mir übrigens mal einen Schlachthof angesehen und meine Erfahrungen unterscheiden sich drastisch von den Ihren - ich wurde anschließend Vegetarier.

Klaus

Vera Serrallach: "Da ist Fleisch essen dann auch aktiver Tierschutz, Landschaftsschutz und "Bauernschutz""

Seit wann ist Fleisch-Essen aktiver Tierschutz (siehe die Benutzer-Kommentare davor)? Es ist genau das Gegenteil.

Geschützt werden die wirtschaftlichen und Bequemlichkeits-Interessen des Menschen. Beispiele wie es anders geht:

- Landschaftsschutz mit Tieren bekommen Sie auch hin, wenn Sie die Tiere so lange leben lassen, bis sie von selber sterben. No need to eat meat.

- Bauernschutz funktioniert, wenn der Wert der Landwirtschaft anerkannt wird und unsere Mitmenschen (die Bauern) entsprechend entlohnt werden. Dafür sollte man die Bauern nicht auch noch dazu verdammen, Tiere schlachten zu lassen.

an Vera Serrallach: Sie sprechen die Probleme in der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie. Diese bestehen unabhängig davon, ob jemand Fleisch kauft und sollten genauso behandelt werden: als zu lösende Probleme. Warum sollte man sie mit Fleischkonsum verknüpfen? Fleisch wird doch auch hergestellt und verpackt.

Ansonsten an schrotundkorn: Schön zu sehen, dass Sie das Thema Schlachten auf die Agenda nehmen (wenn auch nicht ganz zeitgemäß, siehe die beiden ersten Kommentare)

Ingo Deckler

Respekt, dass Sie sich diesem heiklen Thema annehmen und damit - wie die Kommentare beweisen - nicht nur Beifall Ihrer Leser erhalten. Für uns als 'Flexitarier' gehört ein gutes Stück Fleisch von Zeit zu Zeit einfach dazu und ja, dazu gehört auch das Schlachten der Tiere. Unsere eigene Erfahrung, dass Bio-Fleisch einen weitaus besseren Geschmack und höheren Genuss bringt, sehen wir hier bestätigt.
Bitte habt weiterhin den Mut auch solche Themen aufzugreifen!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um sich bewusst dem „Leben hinter dem Leben“ zu nähern. Leben hinter dem Leben suggeriert, dass es neben dem Otto-Normalverbraucher-Dasein, noch ein anderes Leben/Dasein geben muss – und das tut es!

Es ist Fakt: „Du bist (unsterbliche) Seele und hast einen (fleischlichen) Körper!“

Dies bedeutet, dass ausnahmslos alle Anstrengungen, die wir zur Erhaltung unseres falschen Egos oder unseres verstandesorientiertem Handelns unternehmen, vergänglich sind. Mehr noch, dieses Tun kennt oft weder Empathie, Mitgefühl oder Liebe und wird im Kreislauf unseres Handelns auf uns, auf dich, zurückkommen.

Mit diesem Wissen an der Hand, kann jeder von uns Durchstarten, Zusammenhänge erkennen und in Wissensgebiete aufbrechen, die in Vergessenheit geraten sind. Ein möglicher Ansatz dazu ist es, unsere Lebensgewohnheiten anzuschauen, und last but not least zu korrigieren. Dazu will ich jeden ermuntern, das Risi-Zürrer-Buch „Vegetarisch leben – Vorteile einer fleischlosen Ernährung“ kritisch zu lesen. http://easy-eat.weebly.com/

Aus eigener Überzeugung heraus, dass ein Umdenken auch im Ernährungsbereich stattfinden soll, will ich dieses kompakte Grundlagenwissen weitergeben. Diese (Neu)-Orientierung bewirkt definitiv positive Lebensimpulse für die Seele.

Es freut mich, wenn Du ein oder mehrere Exemplare kaufst, selbst auflegst oder wie auch immer Buch und/oder link weitergibst. Von meiner Seite läuft die Aktion ohne kommerziellen Hintergrund.

Ein Vorarlberger in Tirol

Alexander PETER
Koglehen 29
AT 6391 Fieberbrunn
T +43/650 83 177 69
AlexanderPeter1@gmx.net

PS: Dies ist kein Kochbuch.

Denise

Mit Entsetzen und Enttäuschung las ich diesen Artikel. Von Schrot und Korn hätte ich eine objektive, unabhängige Berichterstattung erwartet und keine euphemistische Darstellung über eines der größten Verbrechen, das die Menschen begehen. Schweine sind so intelligent wie fünfjährige Kinder. Würde ein fünfjähriges Kind neugierig aus dem Fenster schauen, wenn es aus seinem Zuhause herausgerissen, in einen Transporter eingepfercht und zu einem unbekannten Ziel gefahren wird? Hätte es nicht eher Angst? Herr Hencke ist der Meinung, dass seine Mitarbeiter „keine harten Kerle, sondern weich“ sind. Dem ist nicht so. Sie haben zwar gute Nerven, sonst könnten sie keine Mörder sein, doch ein Herz haben sie nicht. Frau Augenstein schreibt, dass die Schweine neugierig den Transporter verlassen. Auf einem Schlachthof riecht es nach Blut und Angst. Kein Tier verlässt deshalb neugierig den Transporter; im Gegenteil. Sie wissen genau, was sie erwartet. Die hinteren Schweine drängeln nach und wollen raus? Sie dürfen ausruhen und trinken? Sie wollen den Lesern nicht wirklich weismachen, dass der Weg zum Schlachthof für die Tiere ein harmloser „Sonntagsausflug“ sei?! Ich habe Ihnen ein Video angehängt von einem Schlachthof, in dem Kühe für Bioland umgebracht werden. Dieses zeigt deutlich, wie es im Schlachthof tatsächlich zugeht und dass die Tiere sehr wohl um ihr Schicksal wissen.
http://mobile.peta.de/schlachthofbawue

Übrigens wird in den wenigsten Fällen das Tier gleich beim ersten Bolzenschuss betäubt. Meistens sind mehrere Schüsse nötig und oft ist das Tier noch bei Bewusstsein, wenn es an einen Haken aufgehängt und ihm die Halsschlagader aufgeschnitten wird. Also durchaus „Quieken, Grunzen, Gegenwehr“.
Zwar haben Bio-Tiere vor ihrem Tod ein besseres Leben als Masttiere. Ab dem Moment ihres Abtransportes in den Schlachthof ist ihr Leidensweg und ihr qualvoller Tod derselbe. Deshalb gibt es keine „50-50-50-Formel“, sondern nur den einen Weg des Vegetarismus bzw. Veganismus. Im Übrigen sind Tiere keine gefühllose Maschinen, sondern empfindende Wesen wie Sie und ich.

Abschließend möchte ich Ihnen eine Frage stellen:
Stellen Sie sich vor, Sie machen Urlaub auf einer schönen Insel. Sie werden von einem dort lebenden Kannibalenstamm gefangen genommen und sollen geschlachtet werden. Bei dem Kannibalenstamm gibt es einen Verein, der sich für eine „humane Schlachtung“ einsetzt. Würde Sie das freuen? Oder wäre es Ihnen lieber, gar nicht erst geschlachtet und verspeist zu werden?

Mama

Ein sehr beschönigender Artikel. Leider ist die Realität doch wohl etwas anders. Eine Betäubung durch Elektroschock ist durchaus schmerzhaft. Und das Tier stirbt erst, wenn es verblutet ist, das kann bis zu 2 Minuten dauern, manchmal auch länger.
§ 12 der Tierschlachtverordnung Abs. (7) schreibt vor: "Ein weiteres Zurichten oder Brühen eines Tieres nach Anhang III Nummer 3.2. Satz 3 der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 darf erst erfolgen, wenn keine Bewegungen des betäubten Tieres mehr wahrzunehmen sind." Das heißt im Klartext, dass Tiere bis dahin manchmal noch lebendig sind. Fleisch ist halt auch in der Bioerzeugung ein Markt, auf den man nicht verzichten will.
Und dass Herr Patrik Müller illegalen Grenzübertritt und damit Strafdelikte unterstützt (nicht nur Schlepper sind Kriminelle!), ist nun wirklich nichts, auf was man stolz sein könnte. Auch hier genügt ein Blick in unsere gültigen Gesetze.
Richtig finde ich den Ansatz, den Fleischkonsum zu reduzieren. 60 Mio. geschlachtete Schweine PRO JAHR allein in Dtl. ist eine ungeheure Zahl - 3/4 der Gesamtbevölkerung Deutschlands.... DAS muss wahrlich nicht sein!

Vera Serrallach

Danke für den ausführlichen Artikel. Alles was mit Tod und Sterben zusammenhängt macht den meisten Menschen Angst, daher wollen viele da auch nichts von wissen.
Ein Aspekt fehlt mir, der betrifft die Wertschöpfung in der Direktvermarktung und die Weidehaltung. Da ist Fleisch essen dann auch aktiver Tierschutz, Landschaftsschutz und "Bauernschutz".
Bei den "Nicht-Fleischessern " sind ja die Ersatzprodukte so beliebt, dieser ganze Boom um das "Veggifleisch" ist erschreckend, langfristig ungesund und fördert die Lebensmittelindustrie und Verpackungsindustrie.