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Kokos zum Trinken

Warenkunde Kokoswasser (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

BIO-WISSEN Kokoswasser soll fit, schlank und glücklich machen. Doch was kann das Wunderwasser wirklich? Lesen Sie den Fakten-Check. // Annette Sabersky

-> Kokoswasser in Ihrem Bio-Laden

Stars wie Madonna und Rihanna trinken angeblich täglich Kokoswasser, um sich gesünder zu fühlen. Es soll beim Abnehmen helfen, vor Krebs schützen, ein idealer Sportler-Drink sein und als Muttermilchersatz dienen. Die meisten Wirkungen sind zwar nicht belegt, und für Babys ist es keinesfalls geeignet! Doch eines stimmt: Kokoswasser ist kalorienarm. Es enthält 20 bis 30 Kalorien je 100 Milliliter, Mixturen mit Frucht etwas mehr. Es hat wenig Zucker, ist reich an Kalium und kann gut zur Tagesversorgung des Mineralstoffs beitragen.

Fast alle Anbieter werben damit, dass Kokoswasser ein ideales isotonisches Sportlergetränk sei. Die Zusammensetzung des Drinks soll also etwa der Gesamtkonzentration an gelösten Stoffen im Blut entsprechen. Das stimmt zwar, doch der Gehalt an Natrium ist meist zu gering. Sportlich Aktive sollten zusätzlich natriumreiches Mineralwasser einpacken.

Der feine Unterschied

Anders als man etwa meinen könnte, schmeckt Kokoswasser nicht nach Kokosnuss, eher süßlich-fruchtig. Gewonnen wird der Drink aus jungen grünen Kokosnüssen, aus denen man auch Kokosmilch und -öl macht, oder es werden spezielle Trinknüsse wie die Gelbe King Kokosnuss zur Ader gelassen, die besonders wasserreich sind. Kokoswasser ist Direktsaft, die Nüsse werden aufgeschlagen, der Saft direkt aufgefangen. Er ist empfindlich. Fruchteigene Enzyme beginnen sofort nach der Ernte zu zersetzen und zu verfärben von glasklar über pink zu bräunlich. Darum wird der Saft erhitzt und die Enzyme gestoppt: Das „Wasser“ bleibt klar – und haltbar. Ein einziger Anbieter arbeitet ohne Erhitzung – mit Hilfe der Kaltpasteurisierung: Unter hohem Druck werden Enzyme und Mikroorganismen weitgehend inaktiviert. Das pinkfarbene Wasser gilt als Rohkost, muss aber gekühlt werden.

Zusatzstoffe sind im Bio-Kokoswasser tabu – fast. Ascorbinsäure (Vitamin C) wird manchmal zugesetzt, um die Farbe zu stabilisieren.

Konventionelles Kokoswasser enthält oft Süßstoffe, wird mit Aromen aufgepeppt und ist konserviert. Oft wird es außerdem aus Konzentrat hergestellt. Auch der Anbau der Nüsse ist oft ökologisch heikel: Sie stammen von Monokulturen, die Böden werden synthetisch gedüngt und teils bewässert. Bio-Kokosnüsse hingegen stammen meist aus Kokospalmen-Mischwäldern oder von Kokos-Plantagen, die im Mix etwa mit Ananas und Mango wachsen. Das fördert in den Anbauländern Thailand, Sri Lanka und auf den Philippinen die Artenvielfalt und reduziert zudem den Wasserverbrauch.

Warenkunde Kokoswasser (© Tabea Mathern/bio verlag)
(© Tabea Mathern/bio verlag)

Nutzwert

Angezapft werden meist junge Nüsse. Ihr Fruchtfleisch ist noch nicht ausgereift und kann somit nicht für die Herstellung von Kokosöl und -mehl genutzt werden. Einfach weggeworfen werden die entleerten Nüsse aber nicht. Sie dienen als Kompost oder Brennstoff. Ein Anbieter verwendet nur vollreife Kokosnüsse, auch wenn die Wasserausbeute etwas geringer ist: So lässt sich die ganze Nuss nutzen.

Fettgehalt

Anders als die dickflüssige weiße Kokosmilch, die aus dem Fruchtfleisch von Kokosnüssen gewonnen wird, ist Kokoswasser fettarm. Weniger als ein Gramm Fett stecken in 100 Milliliter Kokoswasser.

Verwendung

Kokoswasser lässt sich nicht nur pur trinken. Gemixt mit Fruchtsaft oder Sekt ist es ein leckerer Aperitif, gemischt mit püriertem Obst kann es eingefroren und als Eis gelutscht werden. Man kann auch Gelee daraus kochen, Kokoswasser ins Müsli geben oder in den Smoothie.

Ernte

Für Kokoswasser werden junge, unreife Nüsse vom Baum geschnitten. Auf hohen Palmen ernten erfahrene Kletterer, die die Nüsse mit dem Messer abtrennen. Für niedrige Bäume reicht ein langer Stab mit Messer. Reife Kokosnüsse etwa für Kokosmilch werden teilweise von Affen gepflückt. Dies wird aus Gründen des Tierschutzes von Bio-Firmen jedoch strikt abgelehnt.

Transport

Kokoswasser kommt von weit her – aus Thailand, Sri Lanka und den Philippinen. Teils wird es im Erzeugerland in Tetrapacks und Flaschen gefüllt oder es geht tiefgekühlt auf die Reise und wird hier portioniert. Transportiert wird Kokoswasser fast ausschließlich per Schiff.

Erschienen in Ausgabe 07/2017
Rubrik: Ernährung

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