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Marokkos Goldschatz

Arganöl kommt aus Marokko - grundsätzlich. Denn nur hier wachsen die Bäume, deren Samena das hoch geschätzte Öl enthalten. Fast immer gelangt es in Bioqualität zu uns auf den Markt. // Manfred Loosen

ArganölEtwa zwanzig Millionen Arganbäume gibt es. Hört sich viel an. Aber die Baumart - eine der ältesten der Welt - wächst heute nur noch in Südwest-Marokko auf einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie Rheinland-Pfalz. Wegen der Einmaligkeit hat die UNESCO das Arganbaum-Gebiet zwischen Atlantik und Atlasgebirge zum Biosphärenreservat erklärt. Hier leben Berber-Frauen, die die Bäume bewirtschaften; die Männer zogen meist zum Arbeiten in die Städte.

Wenn die Arganfrüchte, die großen gelben Pflaumen ähneln, reif sind, fallen sie auf den Boden. Die Frauen sammeln und trocknen sie, entfernen das Fruchtfleisch und knacken die Nuss zwischen zwei Steinen. Die darin befindlichen Mandeln müssen dabei unverletzt bleiben. Wenn die Frauen sie anschließend rösten, verleiht das dem späteren Öl einen nussigen Geschmack.

Drei Methoden zu pressen

Beim Pressen gibt es drei Verfahren: 1. „von Hand“ mit Steinmühlen, 2. mit der Maschine, 3. durch ein Lösungsverfahren mit Hexan. Die traditionelle Handpressung ist zwar weniger ergiebig, sei aber, so sagen diejenigen, die dieses Verfahren anwenden, schonender und bringe den Familien einen höheren finanziellen Ertrag. Beim Pressen von Hand setzen die Arbeiterinnen, die sich oft in Kooperativen zusammenschließen, Steinmühlen ein. Aus der entstehenden öligen Paste treiben sie durch ständiges Kneten und Zugeben von etwas abgekochtem Wasser das Öl aus.

Es dauert 24 Stunden, um einen Liter Öl herzustellen. Seit Jahrhunderten machen die Arbeiterinnen das so - heute nach den Vorgaben des Lebensmittelrechts. Einige - auch in Kooperativen zusammengeschlossene - Landfrauen setzen kleine Schneckenpressen ein, die die Arbeit erleichtern. Dabei sehen die Hersteller in ihrer Methode den Vorteil darin, dass sie mehr Öl aus der Masse gewinnen. Auch müsse man kein Wasser zusetzen und das Öl sei länger haltbar. In den Städten gibt es außerdem Fabriken. Einige dieser konventionellen Betriebe setzen Lösungsmittel - zum Beispiel Hexan - ein, um das Öl herauszulösen. Das Institut für Arbeitsschutz (BGIA) stuft Hexan allerdings als problematisch ein: Es „reizt die Haut“ und sei außerdem giftig für Wasserorganismen. In Deutschland war Arganöl lange unbekannt. Erst etwa seit 2004 kommen mehr Informationen über diesen „Goldschatz Marokkos“ an die Öffentlichkeit.

80 Prozent ungesättigt

So weist eine Studie der University of Pharmacy im marokkanischen Rabat nach, dass Arganöl mehr als 80 Prozent ungesättigte Fettsäuren - und dabei 35 Prozent Omega-6-Fettsäuren - enthält und deshalb blutfettsenkende Wirkung hat. Die kanadische Universität von Sherbrooke stellte fest, dass das Öl vor Arteriosklerose und Krebs schützen könne. Zu diesem Ergebnis kam auch Robert Owen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Arganöl dient nicht nur der Ernährung, es wird - in Marokko schon seit Jahrhunderten - auch als Haut-, Haar- und Wundpflegemittel verwendet. Naturheilkundler in Deutschland empfehlen es selbst gegen Rheumatismus. Im Lebensmittelbereich kommt Arganöl meist als Bioprodukt auf den Markt. Die strengen Kontrollen der Zertifizierungsstellen (zum Beispiel Ecocert oder Qualité France) sorgen dafür, dass keine Früchte aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen verwendet werden.

Denn hier bestünde die Gefahr, so die Zertifizierer, dass Pestizide oder andere Schadstoffe von benachbarten Äckern die Arganbäume verschmutzen. Bio-Arganöl gibt’s sowohl hand- wie auch maschinengepresst. Verfahren mit Lösungsmitteln, zum Beispiel Hexan, sind in der Bioproduktion verboten. Zwei Öltypen sind im Verkehr: Öl aus ungerösteten und aus gerösteten Mandeln. Arganöl aus ungerösteten Mandeln wird vorwiegend in der Kosmetik oder auch als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Aus gerösteten Argan-Mandeln entsteht meist Speiseöl. Der leicht nussige Geschmack passt zu Salaten, Fisch und Fleisch. Ein Esslöffel Arganöl mit Sahne vermischt, schmeckt als Creme zu frischen Früchten. Andererseits kann man mit Arganöl auch braten. Es ist nach Herstellerangaben bis 200 °C erhitzbar. Trotzdem genießen es die meisten Menschen ausschließlich kalt, weil sie sichergehen wollen, dass die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren nicht zerstört werden. Das wäre zu schade - bei einem Preis von etwa 80 Euro pro Liter!

Goldige Geschenkidee

Arganöl leuchtet goldfarben. Und bei einem Preis von rund acht Euro für 100 ml gehört es fast schon in die Preisklasse des Edelmetalls. Der kleine kulinarische Schatz eignet sich deshalb gut als Mitbringsel - aus Marokko, aber auch aus dem Bioladen.

Schön durch Arganöl

  • Naturkosmetikhersteller verwenden Arganöl vor allem, weil es ein wichtiger Lieferant von Vitamin E (Tocopherolen) ist. Das schützt die Haut nach Angaben der Hersteller vor Umwelteinflüssen. Es wirke zudem glättend und festigend auf das Bindegewebe.
  • Arganöl ist außerdem reich an ungesättigten Fettsäuren. Laut Herstellern sind Cremes und Körperlotionen, die Arganöl enthalten, vor allem für trockene, sensible und reife Haut geeignet.
  • Wer eine nussige Note gern hat, sollte eine Arganöl-Creme wählen, bei der die Mandeln zuvor geröstet wurden. Hier kommt die Nussnote voll zur Geltung. Meist jedoch wird in der Kosmetik Öl aus ungerösteten Arganmandeln benutzt. Auch gegen Sonnenbrand, Hautjucken, schuppige und extrem trockene Haut und Akne wird Arganöl empfohlen.
  • Der Michelstädter Frauenarzt Prof. Dr. Ralf-Thomas Michel bestätigt, dass Arganöl das Hautbild bei Fältchen- und Narben- bildung, Schwangerschaftsstreifen und bei Cellulitis verbessert. Früchte Arganbaum

Früchte des Arganbaums

Hilfe für Landfrauen

Mit Unterstützung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) wurden Mitte der 90er-Jahre Kooperativen gebildet, die auch Arganöl produzieren. Die GTZ vertritt die Auffassung, dass die „Herstellung von handgepresstem Arganöl durch Frauen- kooperativen, die ihr Arganöl gemeinsam vermarkten, … den Landfrauen den höchsten Anteil am Wertschöpfungsprozess“ sichere und „einen wesentlichen Beitrag zur Armuts- minderung bei gleichzeitigem Erhalt der Arganbaumbestände“ leiste. Die GTZ unterstützt aber auch Kooperativen, die ihre selbst gesammelten Früchte mit Maschinen pressen.

Erschienen in Ausgabe 12/2008
Rubrik: Ernährung

Kommentare

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incl. 'http://'
Sunnyheart
Hallo an alle Leser,



Arganöl ist wirklich sehr teuer das stimmt schon. Ich habe einen Anbieter gefunden der kostenlose Proben versendet. Schaut mal auf www.arganplus.de nach.



Dann kann man das wenigstens erst einmal probieren bevor man viel Geld dafür ausgibt.



Ich hoffe ich kann damit dem ein oder anderen ein wenig helfen und es freuen sich einige.



liebe Grüße



Sandra