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Schlagwort: Kolumne

Gut, es gibt Treueschwüre, die schneller gebrochen werden; Verträge mit Fußballstars, die schon nach wenigen Monaten nicht mehr gelten oder gute Vorsätze, die nicht mal eine Woche halten.

Die Dame war ratlos, ihr Hund verwirrt. „Warum machst du das nur immer?“, fragte die Verzweifelte und ihr glücklich verschmutzter Dackel schien tatsächlich über eine passende Antwort nachzudenken.

Das meiste in meinem Leben habe ich von Menschen gelernt, die anderer Meinung waren als ich. Ich erinnere mich an Diskussionen mit meinem stockkonservativen Deutschlehrer, der Argumente nur akzeptierte, wenn sie sprachlich geschliffen vorgetragen wurden.

Mit der Esoterik halte ich es ein bisschen so wie mit dem Sex: Für mich ist alles in Ordnung, was einen selbst glücklich macht und andere nicht unglücklich. Und bei dem ich nur mitspielen muss, wenn ich auch wirklich will.

Der junge Mann am Stand 5-115 auf der Öko-Messe BioFach strahlt, als habe er gerade das Welternährungsproblem gelöst, sämtliche Kriege beendet und nebenbei die selbstreinigende Bratpfanne erfunden. „Probieren Sie mal!“, lockt er und stellt einen kleinen Pappbecher aufs Pult.

Etwas seltsam wird es bestimmt aussehen: die umgestülpte Hose, das verdrehte Hemd und die Jacke mit dem Futter nach außen. Aber ich habe in meinem Leben mit Sicherheit schon bescheuertere Bekleidungsentscheidungen getroffen als an diesem 24. April.

Wenn, wie in diesen Tagen, in den Wetterberichten vom nahen Frühling die Rede ist, kommt mir immer auch ein aus der Mode geratenes Wort in den Sinn, das so deutsch klingt wie Schweinebraten oder Schützenfest: der Frühjahrsputz.

Neulich las ich in dem wunderbaren Magazin „Fantastic Man“ ein Interview mit einem belgischen Mikrobiologen, der sich einem eher ungewöhnlichen Forschungsgegenstand verschrieben hat: Dr. Chris Callewaerth studiert Achselhöhlenschweiß.

Zu den ungeschriebenen Gesetzen des Magazinmachens gehört die Titelgeschichte zum Thema „Diät“ im Monat Januar. Der Stern, Focus, manchmal sogar der Spiegel mit einem verschwurbelten Ernährungsthema, und natürlich erst recht jede Frauenzeitschrift starten das neue Jahr zuverlässig mit einem farbenfrohen Wegweiser durch die Welt des kalorienbeschränkten Essens. 

Viele Menschen denken gerade darüber nach, welcher Tag 2015 der schönste war. Die Pariser müssen da nicht lange überlegen. Am 27. September wirkte ihre Stadt wie in magisches Licht getaucht.

Es soll ja Menschen geben, die schon jetzt, im November, mit den Vorbereitungen der Festtagsmenüs beginnen. Zwar habe ich gerade erst wieder eine Umfrage gelesen, nach der die meisten Deutschen zu Weihnachten noch immer die schlichte Variante Kartoffelsalat mit Würstchen bevorzugen. 

Hatten Sie dieses Jahr Zeit, mal auf einer richtig schönen Sommerwiese zu liegen und ein bisschen herumzuträumen? Für mich gehört das zu den Kindheitsvergnügen, die jeder ins Erwachsenenleben hinüber retten sollte.

Wir leben in aufregenden Zeiten mit „Brennpunkt“ -Sondersendungen und 24-Stunden-„Tagesschau“. Dabei gibt es natürlich auch Themen, die im hinteren Teil der Nachrichten landen, da, wo man nur noch wissen will, wie morgen das Wetter wird.

Man soll ja nicht immer gleich alles wegschmeißen. Zwar wird meine Treue zu löchrigen T-Shirts und Hoodies familienintern durchaus in Frage gestellt.   

KOLUMNE McDonalds geht es nicht gut. Zwar immer noch besser als den Millionen Rindern und Hühnern, die, mit Medikamenten vollgepumpt, in stickigen Fleischfabriken vor sich hin vegetieren, um irgendwann als Happy Meal zu enden.

Die vielen Hundefreundinnen und -freunde unter Ihnen dürfte diese Nachricht nicht wirklich überraschen, denn geahnt hatten sie es längst: Nicht nur wir lieben den Hund, sondern der liebt auch zurück.

Umweltschützer haben es wirklich nicht leicht. Wenn sie anfangen, zu argumentieren, verbreiten sie notgedrungen schlechte Laune.

Für 400 Menschen zu kochen, stelle ich mir nicht gerade einfach vor. Aber es scheint noch komplizierter zu sein, als gedacht. Jedenfalls, wenn man liest, was Promi-Koch Holger Stromberg kürzlich dem „Stern“ erzählte.

Gut schauen Sie aus! Eine nette Stimme haben Sie und so warme, lachende Augen! Ich mag Ihren Gang, das Buch, das Sie grad lesen, Ihren Akzent!  Ach, suchen Sie sich irgendwas davon aus, meine Worte kommen von Herzen.

Eigentlich geht es jetzt, im Februar, ja beinahe schon wieder. Die Tage werden länger, die Sonne scheint heller – wenn sie denn mag.

Wenn ich über Mode schreibe, die möglichst umweltschonend sowie unter fairen Bedingungen produziert wird, frage ich mich, wie ich das alles nennen soll: Öko-Mode? Grüne Mode? BioMode? Öko-faire, ökoziale Mode? Ecofashion?

Wenn man über Konsum nachdenken will, dann ist jetzt die beste Zeit dafür. Wahrscheinlich arbeiten auch Sie gerade Ihre Weihnachtsgeschenkliste ab: Kinder, Geschwister, Schwiegereltern – und bestimmt fehlt am Ende wieder genau derjenige, der einem ganz überraschend etwas schenkt, und man selber hat nichts.

Ob es wohl in tausend Jahren noch Archäologen geben wird? Diese erstaunlichen Wissenschaftler, die, im Zusammenspiel mit schlauen Historikern, aus Scherben, ein paar Krümelchen Farbpulver sowie verrotteten Holzstämmen ganze Kulturen wieder auferstehen lassen?

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Kolumne: Die Kunst des Wartens

Ausgabe 10/2014

Ich bin sicher, dass es an jedem Tag diesen einen Moment gibt, an dem ich im Bio-Supermarkt direkt an die Kasse gehen könnte und sofort drankommen würde. Ich erwische ihn nur nie.

Sollte man – warum auch immer – Lust auf einen zünftigen Krach haben, bei dem man seine Lieblingsschimpfwörter loswerden kann, muss man in Deutschland nur auf die Straße gehen.