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Umwelt

Zu Besuch bei Sanatur

Spirulina-Algen gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Die Firma Sanatur beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit den Vorzügen der kleinen Vitalstoffpakete. // Peter Gutting, Fotos: Andreas Gerhardt
30.04.2005

Das Geheimnis der Algen

Spirulina-Algen gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Die Firma Sanatur beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit den Vorzügen der kleinen Vitalstoffpakete. // Peter Gutting, Fotos: Andreas Gerhardt

Nein, das Geheimnis wird nicht verraten. Welche Pflanzen sind es, die den Dünger für die weltweit erste von Naturland zertifizierte Bio-Spirulina abgeben? Ingrid Schädler lacht - und schweigt. Nur so viel verrät die Geschäftsführerin des Mikroalgenspezialisten Sanatur: Es kommt nicht allein auf die Art der Gewächse an. Eine ebenso entscheidende Rolle spielt die Verarbeitung zu einem nahrhaften Extrakt.

Vier Jahre Arbeit hat das Team von Sanatur in das Pionierprojekt gesteckt. Verständlich, dass die Frauen aus Singen (Bodensee) ihre Früchte zunächst allein ernten wollen. Schließlich gibt es die Mikroalgen Spirulina und Chlorella als natürliche Nahrungsergänzung seit gut 20 Jahren im Naturkosthandel - zur Unterstützung bei Ausleitungen und zur Stärkung des Immunsystems. Aber das hatte noch niemand geschafft: Die winzigen Vitalstoffpakete nicht mit mineralischen Kunstdüngern aufzupäppeln, die im ökologischen Landbau als unvertretbar gelten. Sondern mit einem Extrakt aus reinen Bio-Pflanzen.

Was Spirulina vermag, wusste vor sechs Jahren auch Ingrid Schädler nicht. Damals übernahm sie als Geschäftsführerin die Firma, die das Heilpraktiker-Ehepaar Elisabeth und Richard Hau 16 Jahre vorher gegründet hatte. Die 52-Jährige suchte eine neue berufliche Herausforderung, wagte den Sprung von der Steuerberaterbranche in den Naturkostmarkt und machte eine überraschende Erfahrung mit dem eigenen Produkt. „Irgendwann war wieder Heuschnupfenzeit und plötzlich merkte ich, dass meine Nase nicht läuft.“ Die häufigen Erkältungen haben sich ebenfalls verabschiedet, so dass sich die befreundete Ärztin über das Ausbleiben der einstigen „guten Kundin“ wunderte .

Ingrid Schädlers neue Sensibilität für Ernährungs- und Gesundheitsfragen spiegelt sich am Arbeitsplatz wider: Das kommunikationsfreundliche Büro ist nach Feng-Shui-Prinzipien gestaltet, ausladende Pflanzen strukturieren Schreibtischzonen, Orgon-Transmitter harmonisieren Elektrosmog, Erdstrahlen und deren Informationen. An den Wänden: Spirulina und Chlorella. Die leuchtenden Objekte wirken auf den ersten Blick wie Kunstwerke, sind aber Produkte der bildgebenden Qualitätskontrolle, die die Firma zusätzlich zu der rein quantitativen Analyse der Inhaltsstoffe einsetzt. An der wohltuenden Ästhetik, am Eindruck von Ruhe, Kraft und Harmonie lässt sich die innere Qualität erkennen.

Schwermetalle werden gebunden

„Spirulina und Chlorella haben die Eigenschaft, Schadstoffe zu binden, das gehört einfach zu ihrer Natur“, erklärt Kundenberaterin Elke Leonhardt. Ihr Werk verrichten die Algen einerseits im Körper, den sie von Schwermetallen befreien. Aber dasselbe tun sie in der freien Natur, wo sie etwa Cadmium magisch anziehen. Wie der Mensch das verhindern kann, zeigt Ingrid Schädler in einem kurzen Video von der Spirulina-Farm im Süden Taiwans. Mit diesem Partner arbeitet Sanatur seit 20 Jahren exklusiv zusammen, als einziger Abnehmer in Europa. Die Besonderheit: Die Quelle, die die kreisrunden Becken speist, hat Trinkwasser-Qualität. Trotzdem werden Wasserqualität und Reinheit der Becken sowie Ernte und Sprühtrocknung ständig im Labor vor Ort überwacht.

Braucht es wirklich diesen Aufwand? Sind nicht dünne Algenkuchen etwa am Tschadsee in Afrika ein Grundnahrungsmittel, das die Einheimischen mit Tomaten und Chilis zu Soßen verarbeiten? „Sie müssen unterscheiden zwischen Grundversorgung in Hungergebieten und hochwertiger Nahrungsergänzung“, widerspricht Produktentwicklerin Heidi Haager-Bürkert. Gerade in der Entwicklungshilfe werde Spirulina wegen ihres Eiweißreichtums und der Vitalstoffe gerne eingesetzt, um die Versorgung abgelegener Dörfer zu sichern. Wer aber Spirulina verwende, um ein Vitalstoffdefizit auszugleichen, der brauche ein reines, vielfach kontrolliertes und dementsprechend teures Produkt.

Entdeckt wurde Spirulina von Naturheilkundlern. Richard Hau, der die Firma zusammen mit seiner Frau 1983 gründete, ist Heilpraktiker. Er lernte die Mikroalge drei Jahre zuvor bei einer USA-Reise kennen. Die Erfolge bei der Stärkung des Immunsystems sprachen sich herum, sodass Richard Hau die Befriedigung der wachsenden Nachfrage schließlich zum Hauptberuf machte. Seit den 90er Jahren gibt es Spirulina auch in Bio-Qualität, von unterschiedlichen Anbietern. Bio-Spirulina von Sanatur ist die einzige, die von einem deutschen Anbauverband zertifiziert wurde.

Gegen Vitamin-A-Mangel

Eine verblüffende Erfahrung machte Elke Leonhardt, als sie 1997 zur Firma stieß. Die heutige Kundenberaterin hatte als Jugendliche abnehmen wollen und ein halbes Jahr nur Cornflakes gegessen. Irgendwann stellten sich Sonnenallergie und Nachtblindheit ein. Die junge Frau brachte dies nicht mit Vitamin-A-Mangel in Verbindung, unternahm also nichts gegen die Symptome. Erst als sie Spirulina kennen lernte, erholte sich der gestresste Körper: Die Sonnenallergie verschwand nach sechs Wochen, die Nachtblindheit nach einem halben Jahr.

„Wer sich intensiv mit Nahrungsergänzung auseinander setzt, landet irgendwann bei natürlichen Mitteln“, sagt Heidi Haager-Bürkert. Die Produktentwicklerin hat acht Produkte in den letzten sechs Jahren auf dem Weg in den Markt begleitet, darunter „SpiruBär“, Gummibärchen ohne Gelatine.

Oder die Naturkosmetik-Serie mit Bio-Spirulina, die im vergangenen Jahr startete - entwickelt von Ingrid Schädler und Nonna Tröster. Der Geschäftsführerin liegt diese Serie besonders am Herzen. „Ich habe mir früher selber Masken mit Spirulina gemacht. Aber das ist umständlich, am Ende müssen Sie das Bad putzen.“

Apropos Kosmetik: Das Label „Kontrollierte Naturkosmetik“ ist Vorbild für einen Traum, den Ingrid Schädler seit langem hegt. Wie wäre es, wenn die seriösen Spirulina-Hersteller gemeinsam einen Qualitätsstandard entwickeln würden, um mehr Transparenz für den Verbraucher zu schaffen? Dann bräuchte es wohl keine Geheimnisse mehr.

Rezepte auf Anfrage

Wer keine Tabletten mag, kann Spirulina-Pulver in leckere Drinks, Brotaufstriche oder Vorspeisen mischen. Die Firma Sanatur bietet interessierten Verbrauchern dazu auf Anfrage sieben Rezeptideen an. Telefon: 07731-8783-11.

Wie Spirulina wächst

Die spiralförmige Mikroalge Spirulina zählt zu den Cyanobakterien, den ältesten grünen Lebewesen der Erde. Ihre wichtigste „Errungenschaft“ vor 3,5 Milliarden Jahren war die Produktion von Chlorophyll. Außerdem enthält sie viel Beta-Carotin, den blauen Farbstoff Phycocyanin (günstig zur Entgiftung), hochwertiges Eiweiß sowie B-Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Spirulina braucht sehr viel Sonne. Traditionell wurde bzw. wird sie genutzt von den Azteken sowie von Völkern am afrikanischen Tschadsee. Heute wird Spirulina in Wasserfarmen angebaut.

Beratung für Verbraucher

Zahlreiche Anfragen erhält Elke Leonhardt, die bei Sanatur das Verbraucher- und Therapeutentelefon betreut, jede Woche. Dabei geht es um Fragen zur Qualität, um Meldungen aus Funk und Presse zum Thema Algen, aber auch um konkrete gesundheitliche Probleme, etwa bei Amalgam-Ausleitungen oder Schwermetallbelastungen. Häufig interessieren sich Anrufer auch für den Sinn von Nahrungsergänzung im Allgemeinen und die empfohlenen Tagesmengen im Besonderen. Telefon: 0 77 31-87 83-11 oder www.spirulina.de

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