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Was ist Waldumbau?

Unsere Waldbilder massiv zu ändern, könnte gegen die Klimakrise helfen und wäre deutlich nachhaltiger als unsere jetzige Forstwirtschaft. Doch was steckt eigentlich genau dahinter?

21.08.2020 vonRebecca Sandbichler

Unsere Waldbilder massiv zu ändern, könnte gegen die Klimakrise helfen und wäre deutlich nachhaltiger als unsere jetzige Forstwirtschaft. Doch was steckt eigentlich genau dahinter?

Status quo: Wald in Deutschland

In Deutschland wachsen 90 Milliarden Bäume und bedecken ein Drittel der Fläche. Ursprünglich bestand der Wald aus Laubmischwäldern. Zu Zeiten Napoleons und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vor allem Nadelholz als Nutzholz in Monokulturen angepflanzt. Heute bilden elf Arten 90 Prozent der Wälder. Umweltverbände fordern, den Wald nicht länger als „Holzacker“ zu behandeln.

Der deutsche Wald ist ein Wirtschaftsfaktor. Fichten und Kiefern sind mit mehr als 50 Prozent die „Brotbäume“ der Förster. Sie wachsen schnell und eignen sich als Konstruktionsholz oder für Möbel. Der Jahresumsatz der Forstindustrie liegt bei 180 Milliarden Euro im Jahr und kommt damit gleich hinter der Autoindustrie.

Der Wald und die Klimakrise

Bäume und Wälder ziehen CO₂ aus der Luft und lagern Kohlenstoff im Holz und im Waldboden ein. Sie entlasten die Atmosphäre dadurch um jährlich rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid, damit kompensieren sie etwa sieben Prozent der Emissionen in Deutschland.

Doch gerade die flachwurzelnden Fichten litten unter den vergangenen trockenen Sommern. 2018 verursachten Stürme und Borkenkäfer rund 32 Millionen Kubikmeter abgestorbenes Holz. Bundesweit müssten 300 Millionen Bäume nachgepflanzt werden.

Forderung: Angepasste Baum-Arten

Um dem Klimawandel zu begegnen, plädieren Experten für einen naturnahen Baum-Mix mit viel Laubbaumanteil aus z.B. Esskastanie, Linde, Hainbuche oder Flaumeiche. Ob widerstandsfähige Gastbäume wie Douglasie, Japanische Lärche oder Küstentanne zum Mix gehören sollten, ist umstritten.

Mischwald statt Mono-Anbau

Mischwälder aus Laub- und Nadelbäumen geben dem Wald mehr Struktur, was sich auf die Stabilität im Boden und im Kronenraum auswirkt. Sie fördern die Wasser-, Licht- und Nährstoffversorgung, die Biodiversität und sind besser gegen Massenvermehrung von Schädlingen geschützt.

Was macht nachhaltiger Nutzholzanbau besser?

Naturland besteht auf standorttypische Arten, Dünger oder synthetische Pflanzenschutzmittel sind verboten, tote oder besonders wertvolle Bäume bleiben im Wald und der Boden wird nur zu einem Zehntel befahren. Bei importierten Hölzern sichert das Forest Sewardship Council (FSC) ökologische und soziale Standards. Um Naturwälder zu entlasten, erlaubt es aber Plantagen.

Woran erkennt man zertifiziertes Nutzholz?

0,5 Prozent der Wälder haben ein Naturland-Siegel, 9 Prozent das von FSC und 66 Prozent tragen das weniger strenge PEFC -Zeichen. Das Siegel wird von den Verbänden der Forstwirtschaft vergeben. Der Blaue Engel zeichnet nachhaltige Holzwerkstoffe aus.

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