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spezial: Klartext Textilien - Textilien kompostieren?

Naturfasern wie Wolle, Leinen oder Baumwolle sind biologisch abbaubar. Sie verrotten. Doch auf den meisten Biotonnen steht: „Keine Altkleider einwerfen“
31.01.2006
Naturfasern wie Wolle, Leinen oder Baumwolle sind biologisch abbaubar. Sie verrotten. Doch auf den meisten Biotonnen steht: „Keine Altkleider einwerfen“

Warum selbst Naturmode nicht in die Biotonne darf

Naturfasern wie Wolle, Leinen oder Baumwolle sind biologisch abbaubar. Sie verrotten. Doch auf den meisten Biotonnen steht: „Keine Altkleider einwerfen“. Susanne Dickel erklärt warum. Sie ist Geschäftsführerin des Verbandes der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE), der auch Betreiber großer Kompostanlagen vertritt.

„Damit getrennte Erfassung und anschließende Kompostierung funktioniert, muss der Bürger wissen, was in die Biotonne darf. Bei Grünabfällen ist das eindeutig. Textilabfälle gehören aber aus gutem Grund nicht zum Katalog der Abfälle, die laut Gesetzgeber kompostiert werden dürfen. Um dies zu ändern, müssten Naturtextilien nachweisen, dass sie frei von belastenden Rückständen sind und in einer bestimmten Zeit verrotten. Das befürchten wir auch für Textilien aus Naturfasern. Mal ganz abgesehen davon, das wir auch maschinentechnische Probleme bekämen, weil die Textilien die Schredder blockieren, die ja für ganz andere Materialien ausgelegt sind. Denkbar wäre allenfalls ein eigenes Rücknahmesystem. Die getrennt gesammelte Textilfraktion könnte dann beprobt und mit geeigneter Technik aufbereitet werden. Erfahrungsgemäß ist aber der finanzielle und logistische Aufwand bei den geringen Mengen, die wir erwarten können, zu groß.“

(Anmerk. d. Red.: Zudem bräuchten verrottbare Textilien eine spezielle Kennzeichnung, damit sie deutlich von nicht verrotbaren Textilien zu unterscheiden sind. Ein solches System gibt es für biologisch abbaubare Kunstoffverpackungen. Aber im Alltag zeigt sich, dass eine solche Unterscheidung schwierig zu treffen ist und Fehlwürfe die Kompostqualität verschlechtern.)

Altklamotten: Wohin damit?

Gut erhaltene Kleidung kann man an Secondhand-Läden verkaufen oder über Ebay versteigern. Auch auf Flohmärkten finden sich Abnehmer. Für Baby- und Kindertextilien sowie Sportkleidung gibt es in vielen Orten regelmäßige Basare oder Tauschbörsen. Zahlreiche soziale Organsiationen betreiben Kleiderkammern, die Kleidung direkt an Bedürftige abgeben. Bei Katastrophen sammeln manchmal Vereine für Hilfstransporte.

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