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spezial: Fische in Not - Bio-Fischzucht

Fische können artgerecht gezüchtet werden. In naturnahen Teichen, mit Platz zum Schwimmen und abwechslungsreichem Futter. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die ökologische Fischzucht „Wasserwiesen“
31.12.2006
Fische können artgerecht gezüchtet werden. In naturnahen Teichen, mit Platz zum Schwimmen und abwechslungsreichem Futter. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die ökologische Fischzucht „Wasserwiesen“

Möglichst nah an der Natur

Fische können artgerecht gezüchtet werden. In naturnahen Teichen, mit Platz zum Schwimmen und abwechslungsreichem Futter. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die ökologische Fischzucht „Wasserwiesen“.

Die Form der 20 Weiher ist rechteckig. Nur daran merkt man, dass Wasserwiesen, nahe der oberbayerischen Stadt Rosenheim, eine künstliche Wasserlandschaft ist. Denn ansonsten gleicht die Fischzucht einem Biotop. Schilfzonen begrenzen die Weiher und die Büsche am Ufer lassen ihre Zweige weit ins Wasser hängen. Libellen flitzen über die Teiche und abends quaken die Frösche.

Schwimmen im Strom

Auch ein Bio-Lachs lebt im Käfig. Allerdings nicht in stillen Buchten, zusammengepfercht mit Artgenossen, gedopt mit Hormonen und Medikamenten. Bio-Lachse verbringen ihre Jugend in sauberen Seen und kommen dann in Gehege im offenen Meer. Wegen der Strömung dort müssen die Tiere schwimmen. Platz dafür haben sie. Denn der Besatz ist begrenzt. Durch das Schwimmen brauchen die Bio-Lachse mehr Futter, das macht sie teurer. Dafür schmeckt ihr Fleisch wie das eines Wildlachses. Es ist fest und weniger fett als das von konventionellen Farmlachsen.

In Wasserwiesen züchten Christa

Höhensteiger und Bernhard Gschwendtner vor allem Karpfen, Schleie und den Graskarpfen Amur. Der lebt von Wasserpflanzen, während Karpfen und Schleie vor allem Kleinlebewesen fressen, die in den Teichen leben, von Mückenlarven bis zur Alge. Alle Arten und Altersklassen leben zusammen in einem Teich. „So werden die verschiedenen Nahrungsangebote im Teich optimal genutzt“, erklärt Bernhard Gschwendtner. Zusätzlich füttert er die Tiere noch mit etwas Öko-Getreide. Die Naturland-Richtlinien für ökologische Fischzucht schreiben vor, dass ein Karpfenteich mindestens die Hälfte der Nahrung für die Fische selbst produzieren muss. Verboten im Futter sind Antibiotika, Hormone und Farbstoffe, wie sie in der industriellen Fischzucht üblich sind.

Bernhard Gschwendtner hält in den Karpfenteichen einige Raubfische wie Hecht und Zander, schließlich gibt es die in einem richtigen Weiher auch. Außerdem sind die Raubfische wegen ihres zarten Fleisches bei den Kunden begehrt.

Dass sich gezüchtete Raubfische, wie in Wasserwiesen, von frischen Fischen ernähren, ist selten. In Fischfarmen bekommen Lachse und Forellen Futter mit Fischmehl und Fischöl. Um ein Kilogramm Lachs zu erzeugen, müssen zuerst drei Kilogramm Sandaal, Wittling oder andere sogenannte Industriefische gefangen und zu Futter verarbeitet werden. Raubfisch-Mast trägt so zur Überfischung bei. Eine Lösung zeigen auch hier die Bio-Verbände. Bio-Lachse und -Forellen bekommen nur Fischmehl, das aus den bei der Verarbeitung von Speisefischen anfallenden Resten stammt.

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