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Umwelt

Sauber, sehr sauber, Sodasan

Sodasan, Hersteller ökologischer Wasch- und Putzmittel, engagiert sich Jahren für reine Gewässer. Eine leidenschaftliche Firmengeschichte.

26.07.2021 vonAstrid Wahrenberg

Kerstin Stromberg und Jürgen Hack produzieren seit fast 40 Jahren ökologische Waschmittel.

Sodasan, Hersteller ökologischer Wasch- und Putzmittel, engagiert sich Jahren für reine Gewässer. Eine leidenschaftliche Firmengeschichte.

Jugendliche, die sich an Bäume ketten, um Motorsägen aufzuhalten, Schülerinnen und Schüler, die für Klimaschutz auf die Straße gehen – wenn Kerstin Stromberg und Jürgen Hack solche Bilder sehen, erinnert sie das an ihre protestbewegte Jugend.

In den 70er- und 80er-Jahren engagierten sich die beiden Gründer von Sodasan in der Friedensbewegung und gingen gegen Atomkraft auf die Straße. Und schon damals kämpfte das Paar für reine Gewässer – und gegen Waschmittel-Schaumberge darauf. Mit Wagemut, Beharrlichkeit und einer Vision treten Stromberg und Hack seinerzeit den Beweis an, dass auch umweltfreundliche Waschmittel wirksam sauber machen.

Kertin Hack und Jürgen Stromberg in den Anfängen ihrer Firma Sodasan vor nahezu 40 Jahren.

Wagemutig: Im Betonmischer gerührt, von Hand abgefüllt

Die Rezepturen für Waschmittel und Scheuerpulver entwickelt Jürgen Hack selbst. Der studierte Chemiker tauscht seine gesicherte Existenz in der chemischen Industrie mit dem alternativen Lebenskonzept im Göttinger Kollektiv. Alle in der WG packen an bei der Idee „sauber sauber machen“ – bis heute der Leitsatz im Unternehmen. Die Zutaten mischen sie im Betonmischer, füllen von Hand ab und kleben eigenhändig Etiketten auf die Packungen.

Nachhaltig: Ökologisch, fair und klimaneutral mit Siegel

Einige Jahre später können Stromberg und Hack von ihrer Firma leben, sie gründen die Sodasan GmbH. Nicht Gewinn-Maximierung treibt sie an, sondern ein radikal anderes, nachhaltiges Wirtschaften. Ihre Produkte sollen dabei höchste ökologische Standards erfüllen. Soweit möglich kommen Pflanzenrohstoffe aus ökologischem Anbau. Verschiedene Siegel wie Nature-Care-Product (NCP) bürgen dafür.

Auch Fairness und Nachhaltigkeit in der gesamten Produktionskette lässt das Unternehmen prüfen und zertifizieren. Der ostfriesische Öko-Betrieb ist klimaneutral, einen Teil seines Energiebedarfs deckt ein eigenes Blockheizkraftwerk.

Plastik im Waschpulver?

Nicht nur Verpackungen sind häufig aus Plastik, auch im Waschmittel kann Plastik stecken. Wir stellen euch nachhaltige Alternativen vor, die garantiert ohne sind.

Waschmittel ohne Mikroplastik

Innovativ: Neuartige Verpackungen gegen die Plastikflut

2012 stellt Sodasan bei den meistverkauften Produkten die Flaschenverpackung von erdölbasiertem Plastik umauf einen Kunststoff um, der auf Zuckerrohr basiert. Auch auf diesem Gebiet gehört das Unternehmen zu den Pionieren.

Drei Jahre später ermöglicht der technische Fortschritt den nächsten Meilenstein: Statt neuem Plastik verwendet Sodasan ab sofort Rezyklat, das aus den Kunststoffen PET und PE gewonnen wird. Um den Plastikverbrauch weiter zu reduzieren, ersetzte Sodasan vor zwei Jahren seine Kunststoff-Kanister durch innovative Bag-in-Box-Verpackungen. Der dünne Kunststoffschlauch in der Pappbox erspart der Umwelt jährlich rund 6,5 Tonnen Plastikmüll, tonnenweise Erdöl und CO2.

Da müssen wir mitmachen, hier sind wir gefordert und wollen Beiträge leisten!

Kerstin Stromberg und Jürgen Hack zur Umwelt- und Klimabewegung der Jugend

Auf den nachhaltigen Erfolgen ruhen sich die Öko-Pioniere aber nicht aus. Stromberg und Hack möchten die neue Umwelt- und Klimabewegung der Jugend aktiv unterstützen. Die Bio-Pioniere sind sich einig: „Da müssen wir mitmachen, hier sind wir gefordert und wollen Beiträge leisten!“

Engagiert: Eine Sonderedition für Ozeankind e.V.

Ihr aktueller Beitrag „One Ocean“ ist eine Sonderedition, zu der eine pflanzliche Flüssigseife mit Olivenöl, ein Raumduft sowie eine Stückseife in der Aluminium-Seifendose gehören. Aus dem Verkauf jedes der drei Produkte fließt ein Spendenbetrag an die Umweltschutz-Initiative Ozeankind der Aktivist:innen Michael und Marina Schmidt.

Marina und Michael Schmidt, die die Umweltschutz-Initiative Ozeankind e.V. ins Leben gerufen haben.

Seit dem Jahr 2018 organisieren die beiden Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche sowie weltweite Müllsammel-Aktionen. Im Unterricht hierzulande lernen Grundschulkinder, welche Arten von Müll es gibt und wie dieser die Tiere, das Meer und die Gesundheit gefährdet. In Recycling-Projekten wie dem auf der Insel Sansibar ziehen Kinder mit großen Säcken los und sammeln den Müll, der auf Plätzen und Straßen herumliegt und an den Strand gespült wird.

Woher kommt eigentlich all das Plastik im Meer? Dies und auch, wie sehr die Meere unter der Flut an Plastikmüll leiden, erfahrt ihr hier:

Woher kommt das Plastik im Meer?

Die gefundenen Plastikflaschen können die Kinder in einem sogenannten Swop-Shop, der einheimischen Frauen Arbeit gibt, zum Beispiel gegen Schulhefte, Stifte, Taschenrechner, Kleidung oder Spielzeug eintauschen. Aus den Flaschendeckeln entstehen unter anderem Armbänder, die Ozeankind in seinem Online-Shop verkauft.

Sodasan unterstützt auch die Seehund-Aufzuchtstation in Norddeich.

Außer der Initiative Ozeankind können weitere Wasser-Projekte auf Sodasan zählen. Seit 2013 profitiert die Seehund-Aufzuchtstation Norddeich, die verwaiste Robbenbabys aufpäppelt. Auch den Skipper und Öko-Pionier Cornelius Bockermann unterstützt Sodasan bei seiner Mission Zero: Er und seine Besatzung schippern mit dem Frachtsegler Avontuur Bio-Waren über die Weltmeere – allein mit Windkraft.

Wir stellen euch weitere Projekte vor, die sich im Meeresschutz engagieren.

9 Projekte gegen Plastikmüll im Meer

Miteinander: Gemeinsam für eine saubere Zukunft

Im vergangenen Jahr trat das Unternehmen dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft bei, als erster Non-Food-Hersteller. „Wir setzen uns für den Umbau der Landwirtschaft auf ökologisch nachhaltige Anbaumethoden ein, damit auch zukünftige Generationen unbelastete Lebensmittel genießen können“, sagt Stromberg. Als Teil der Wirtschaftsinitiative „Entrepreneurs for Future“ stellen sich die Bio-Pioniere außerdem hinter die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung, der es unter anderem um die Einhaltung des Pariser Klimaschutz-Abkommens geht.

Nicht nach uns die Sintflut, sondern vor uns eine Flut an Chancen.

Website von Sodasan

Am heutigen Firmensitz im ostfriesischen Uplengen, von wo es nur 30 Kilometer Luftlinie bis zur Nordsee sind, arbeiten rund 60 Menschen „miteinander für eine saubere Zukunft“. So steht es auf der Website von Sodasan geschrieben. Und weiter heißt es dort: Wir sind alles Menschen, denen es nicht egal ist, was mit unserem Planeten passiert. Die sich nicht denken „nach uns die Sintflut“, sondern „vor uns eine Flut an Chancen!“. Chancen, um mit sauberen Produkten Klimawandel und Umweltverschmutzung die Stirn zu bieten. Und damit etwas wirklich Sinnvolles zu tun.“ Da ist er immer noch – der Zeitgeist der wilden 80er-Jahre und ihrer Umwelt- und Friedensbewegten.

Steckbrief Sodasan

  • Name: Sodasan Wasch- und Reinigungsmittel GmbH
  • Gegründet: 1982
  • Sitz: Uplengen, Niedersachsen
  • Mitarbeiter:innen: 60
  • Produkte: Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Seifen und Raumdüfte
  • Siegel: Nature-Care-Product (NCP), Natural-Cosmetics-Standard (NCS), Vegan
Zur Website von Sodasan

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

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