Umwelt

Mikroplastik: Kleine Partikel, große Probleme

Im Oktober 2023 ist ein EU-weites Glitzerverbot in Kraft getreten. Dabei geht es spezifisch um ein Verbot von losem Glitzer in Kosmetika, da die schimmernden Partikelchen aus Mikroplastik bestehen. Doch wo versteckt Mikroplastik sich noch überall? Und welche Schäden verursacht es? Die wichtigsten Infos in acht Punkten.

1. Das EU-Verbot von Glitzer in Kosmetik: Ein Anfang

Am 17. Oktober 2023 ist ein wegweisendes EU-Verbot in Kraft getreten, das den Einsatz von Glitzer beschränkt. Dieses Verbot markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Mikroplastik, das zum Beispiel in Form von losem Glitzer in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten zu finden ist.
Die winzigen Glitzerpartikel, die in Make-up, Lotionen, Peelings und Nagellack vorkommen, tragen erheblich zur Mikroplastik-Verschmutzung bei. Das EU-Verbot zielt darauf ab, die Freisetzung von Mikroplastik in die Umwelt zu minimieren und die damit verbundenen Schäden zu reduzieren.
Nach und nach soll das Verbot dann auch auf andere Produkte ausgeweitet werden, die Mikroplastik beinhalten bzw. freisetzen. Als Mikroplastik gelten Plastikpartikel, die im Durchmesser kleiner als 5mm sind.

2. Die Entstehung des Mikroplastik-Problems

Die Ursprünge des Mikroplastik-Problems gehen auf den zunehmenden Einsatz von Kunststoffen seit den 1950er Jahren zurück. Im Verlauf der Jahrzehnte nahm die Produktion von Plastik rapide zu, und Mikroplastik wurde in einer Vielzahl von Produkten und Anwendungen verarbeitet. Dies führte zu einer wachsenden Belastung der Umwelt. Plastikpartikel gelangen in Gewässer, Böden und Luft.

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Woher kommt das Plastik im Meer?

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3. Mikroplastik für die Schönheit?

Konventionelle Kosmetik nutzt die winzigen Kunststoffpartikel nicht nur als Glitzer, sondern z.B. auch in Peelings wegen des „Abrieb-Effekts“. Das stellt eine ernsthafte Bedrohung für diverse Ökosysteme dar. Die winzigen Kunststoffpartikel gelangen über das Abwasser in die Umwelt – der Klärschlamm der Abwasserbetriebe kann das Mikroplastik nämlich nicht gut herausfiltern – und somit in den Wasserkreislauf.

Umweltfreundliche Glitzer-Alternativen

Biologisch abbaubare Glitzerpartikel, hergestellt aus natürlichen Materialien wie Algen oder pflanzlichen Stärken bieten den gleichen funkelnden Effekt, ohne die Umwelt zu belasten. Zudem setzen Kosmetikunternehmen vermehrt auf mineralische Pigmente, die ohne Mikroplastik hergestellt werden und in vielen Produkten verwendet werden können, um Schimmer und Umweltschutz zu kombinieren.

4. Mit Mikroplastik unter der Dusche

Nicht nur in Duschpeelings, auch in Duschgel und Shampoo befindet sich Mikroplastik. Hier wird es als Bindemittel, Filmbildner oder einfach als Füllmittel eingesetzt. Einmal im Meer angekommen, werden die kleinen Kunststoffteile von Meerestieren aufgenommen und erhalten so auch Einzug in unsere Nahrungskette.

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Mikroplastik in Tube und Tiegel schadet Muscheln, Fischen und damit auch uns. Das ist unnötig, denn es geht auch ohne.

5. Mikroplastik zum Wäsche waschen?

Mikroplastik in Waschmitteln besteht aus winzigen Kunststoffpartikeln, die den Produkten absichtlich zugesetzt werden. Diese Partikel können aus verschiedenen Kunststoffen bestehen und sollen Flecken und Schmutz effektiver entfernen.
Doch dann kommen die kleinen Granulate, wie beim Duschgel oder den Peelings, ins Abwasser.

6. Mikroplastik in Ackerböden

Mikroplastikpartikel aus Klärschlamm oder Abfällen, die als Dünger auf Felder ausgebracht werden, können in Ackerböden gelangen, ihre Qualität beeinträchtigen und bei Pflanzen die Aufnahme von Nährstoffen behindern. Dies hat Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktivität und die Qualität der Lebensmittel, die auf diesen Böden angebaut werden. Auch die Lebewesen, die sich in diesen Ackerböden tummeln, wie etwa Würmer und Insekten, nehmen die Partikel zu sich und können dadurch Schaden nehmen.

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Unsere Äcker sind voll Plastik

In unseren Böden ist viel mehr Mikroplastik als in den Meeren. Teilweise wird es bewusst aufs Feld gebracht. Warum das gefährlich ist.

7. Plastik zum Mittagessen?

Eine der Hauptquellen für Mikroplastik in unseren Lebensmitteln ist das Meer. Die Verschmutzung des Wassers durch Plastikmüll führt dazu, dass Meereslebewesen Mikroplastikpartikel aufnehmen. Diese Organismen, wie Fische und Muscheln, landen schließlich auf unseren Tellern und bringen das Mikroplastik mit sich.
Auch Pflanzen, die auf mikroplastikbelasteten Äckern (s.o.) wachsen und schließlich ihren Weg in unseren Verdauungstrakt finden, sind ein Problem. Denn die Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht abschließend geklärt, aber es gibt wachsende Bedenken. Die winzigen Fragmente können auf Grund ihrer Oberflächenstruktur potenziell Umweltgifte absorbieren und über das Blut transportieren, was zu Entzündungen, etwa in unseren Gefäßen führen kann.

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So viel Plastik essen wir

Mit jeder Mahlzeit essen wir über 100 winzig kleine Plastikteilchen. Ist das gefährlich? Und woher kommen diese Teilchen? Unser Autor hat nach Antworten gesucht.

8. Mikroplastik vermeiden: Was ihr tun könnt

Verbraucher:innen spielen eine wichtige Rolle dabei, Mikroplastik zu reduzieren. Durch die gezielte Vermeidung von Produkten, die Mikroplastik enthalten, sei es in Kosmetika, Duschgel oder Reinigungsmitteln, könnt ihr etwas zum Umweltschutz beitragen. Zusätzlich können umweltbewusste Waschmethoden helfen, die Freisetzung von Mikroplastik in das Abwasser zu minimieren.

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