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Kurzmeldungen

Alles im grünen Bereich Als vor zehn Jahren die erste Ausgabe des Jahrbuchs Grünes Geld herauskam, waren ökologische Geldanlagen noch weitgehend unbekannt. Inzwischen ist daraus ein Markt von 6 Milliarden Mark geworden. Die beiden Autoren haben diesen Boom von Anfang an journalistisch begleitet
30.04.2000
Alles im grünen Bereich Als vor zehn Jahren die erste Ausgabe des Jahrbuchs Grünes Geld herauskam, waren ökologische Geldanlagen noch weitgehend unbekannt. Inzwischen ist daraus ein Markt von 6 Milliarden Mark geworden. Die beiden Autoren haben diesen Boom von Anfang an journalistisch begleitet

Alles im grünen Bereich

Als vor zehn Jahren die erste Ausgabe des Jahrbuchs "Grünes Geld" herauskam, waren ökologische Geldanlagen noch weitgehend unbekannt. Inzwischen ist daraus ein Markt von 6 Milliarden Mark geworden. Die beiden Autoren haben diesen Boom von Anfang an journalistisch begleitet. Max Deml gibt seit 1991 den Börsendienst Öko-Invest heraus und leitet das Forschungsinstitut für ethisch-ökologische Geldanlagen FIFEGA. Jörg Weber arbeitet als Wirtschaftsjournalist und ist Initiator des Online-Angebotes www.oeko-invest.de.

Das Jahrbuch, das etwa alle zwei Jahre neu überarbeitet erscheint, ist die beste Übersicht über den Markt für grünes Geld im deutschsprachigen Raum. Es stellt ökologische Banken vor sowie die verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten von Windkraftanlagen über Aktien einzelner Unternehmen bis zu Ökofonds, aber auch Versicherungen und Pensionskassen.

Die kurzen Portraits profitieren vom Insiderwissen der Autoren, die auch um schwarze Schafe ihrer Branche keinen Bogen machen. Deshalb warnt eine grau-grüne Liste vor Firmen, die ungenügende Auskünfte über ihre wirtschaftliche Situation geben. Die Pleite der Mr. Evergreen AG oder die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den einstigen Branchen-Guru Hans Berner machen deutlich, dass auch für grüne Geldanlagen die üblichen Vorsichtsregeln gelten. 3.000 Prozent Wertsteigerung in sieben Jahren, wie bei der Aktie des Maschinenbauers Tomra Systems, sind die Ausnahme. Doch vorzeigbare Renditen lassen sich auch auf dem grünen Markt erzielen.
Die neue Ausgabe spiegelt die in den letzten beiden Jahren in Deutschland stark gewachsene Bedeutung ökologischer Geldanlagen wieder. Das Kapitel über Versicherungen und Pensionskassen ist stark angewachsen, auch einige Umweltfonds und der Dow-Jones Nachhaltigkeitsindex für Aktien sind neu dazu gekommen. Der Aufstieg des Internets spiegelt sich in einem eigenen Kapitel wieder, das die einschlägigen Adressen auflistet und deren Inhalte kurz vorstellt.

Auch für Menschen, die gerade kein Geld ökologisch investieren können, ist das Buch ein Gewinn. Denn es zeigt, dass sich mit Geld mehr machen lässt, als es in die neusten Trend-Aktien anzulegen und auf den Endsieg des Kapitalismus zu hoffen.

Leo Frühschütz

Max Deml, Jörg Weber: Grünes Geld - Jahrbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2000/2001. Altop Verlag, 328 S., 39.- DM, ISBN: 3-925-646-60-4.


400.000 Arbeitsplätze durch Wärmeschutz

Einer der größten Klimakiller sind Altbauten. Da die Wohnhäuser insgesamt mit 20 Prozent zum Treibhauseffekt beitragen, liegen hier enorme Einsparpotentiale. "Mit einer umfangreichen Sanierung könnte der Heizenergie-Verbrauch der Haushalte um bis zu 70 Prozent reduziert werden", sagt Jan Rispens, Klimaexperte von Greenpeace. Die Umweltorganisation hat eine Kampagne gestartet, die mehrere Aspekte verbindet: Wirtschaftlichkeit für den Hausbesitzer, Kostenneutralität für den Mieter sowie 400.000 neue Arbeitsplätze.

Dass dies miteinander vereinbar ist, weist eine Studie des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt nach, die im Auftrag von Greenpeace erstellt wurde. Einzige Bedingung: Der Staat müsste etwa 30 Prozent der sanierungsbedingten Mehrkosten übernehmen – ein Aufwand, dem Einsparungen bei der Arbeitslosenversicherung und anderen Sozialkassen gegenüberstehen.

Das Modell des IWU geht davon aus, dass der Energieverbrauch eines Gebäudes als Kriterium im Mietspiegel aufgenommen wird. Führt ein Vermieter Energiesparmassnahmen durch, kann er eine höhere Kaltmiete verlangen. Dennoch erhöht sich laut den Berechnungen die Warmmiete nicht: Der Mieter profitiere in entsprechendem Maße von den gesunkenen Heizkosten.

Kurzmeldungen

+ Green Glass nennt sich ein Verfahren zum Glasrecycling, das ohne energieintensives Einschmelzen auskommt. Die Idee ist verblüffend einfach. Unversehrte Recyclingflaschen werden so aufgeschnitten und mit einem neuen Boden versehen, dass daraus Trinkgläser sowie Kerzenständer, Vasen Lampen oder Dessertschalen entstehen. In Südafrika begann die neue Art der Wiederverwertung vor acht Jahren. Für Europa wird jetzt ein Vertrieb aufgebaut. Kontakt: Tel 0221-92347-10, Fax –90.

+ Tipps für die Rasenpflege hat die Firma Neudorff im Internet zusammengestellt. Das Motto: Verdrängen von Unkraut und Moos ohne Chemie. Die Informationen sind nachzulesen unter www.neudorff.de.

+ "Windows 2000 ist Öko-Katastrophe" - diesen Vorwurf erhebt die Verbraucher-Initiative. Durch den enormen Platzbedarf des Betriebssystems auf der Festplatte und im Arbeitsspeicher beschleunige die Firma Microsoft das Ausmustern älterer Computer. Nach Berechnungen des Wuppertal Instituts verbraucht die Herstellung eines einzigen PC’s 15.000 Tonnen Material. Die gewaltige Menge dieses "ökologischen Rücksacks" erklärt sich vor allem aus dem enormen Rohstoffverbrauch, der vor der eigentlichen Chip-Produktion liegt. Infos über Gütesiegel im Computerbereich: www.label-online.de.

+ Kork ohne Chemie. Kork ist ein Bodenbelag zum Wohlfühlen – warm, weich und umweltfreundlich. Doch nicht jeder Korkboden hält, was er verspricht. Zuweilen werden dem Naturstoff bedenkliche Kleber zugeführt. Dann können gesundheitsschädliche Formaldehyde, Isocyanate oder Phenole in die Raumluft entweichen.

Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf von Korkböden auf das Logo des Deutschen Korkverbandes. Es steht für Korkböden ohne bedenkliche Chemie. Verlass ist auch auf das nicht ganz so strenge Toxproof-Label des TÜV-Rheinland.

Weitere Informationen enthält die Broschüre "Glatte Bodenbeläge". Sie ist gegen Einsendung von 5 DM bei der Verbraucher Initiative erhältlich.

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