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Öko-Verbände verbieten Blutmehl zur Jungpflanzendüngung Biofleisch bietet den Verbrauchern die größtmögliche Sicherheit vor BSE. Der Satz stimmt nach wie vor, auch wenn in einigen Medien und Talkshows die Bio-Bauern in die Kritik geraten sind. Der Grund sind organische Dünger, deren Rohstoffe vom Schlachthof kommen
31.01.2001
Öko-Verbände verbieten Blutmehl zur Jungpflanzendüngung Biofleisch bietet den Verbrauchern die größtmögliche Sicherheit vor BSE. Der Satz stimmt nach wie vor, auch wenn in einigen Medien und Talkshows die Bio-Bauern in die Kritik geraten sind. Der Grund sind organische Dünger, deren Rohstoffe vom Schlachthof kommen

Öko-Verbände verbieten Blutmehl zur Jungpflanzendüngung

Biofleisch bietet den Verbrauchern die größtmögliche Sicherheit vor BSE. Der Satz stimmt nach wie vor, auch wenn in einigen Medien und Talkshows die Bio-Bauern in die Kritik geraten sind. Der Grund sind organische Dünger, deren Rohstoffe vom Schlachthof kommen.

"Wenn ich damit werbe, kein Tiermehl zu verfüttern, dann darf ich es auch nicht auf die Karotten schütten. Das ist unehrlich." Mit diesem Statement zieht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer seit Beginn der neuen BSE-Krise durch die Talk-Shows. Weil Pollmer als seriöser und kritischer Geist gilt, hat seine Behauptung Gewicht. Auch wenn er einiges durcheinanderbringt, wie ihm Klaus-Peter Wilbois, Geschäftsführer des Biobauern-Dachverbandes AGÖL vorwirft.

Die Fakten: Im Ökolandbau ist das aus Kadavern (also auch von toten Haustieren) hergestellte Tiermehl tabu - im Futtertrog und als Dünger. Zu unterscheiden davon ist das Blut- und Knochenmehl. Dieses fällt bei der Schlachtung von Tieren an, die für den menschlichen Verzehr zugelassen sind. Bis vor kurzem hatten die meisten ökologischen Anbauverbände Blut- und Knochenmehl als organischen Dünger zugelassen, wie es auch in konventionellen Betrieben und bei vielen Hobbygärtnern gängige Praxis ist.

Im ökologischen Landbau wurden Blut- und Knochenmehle in den letzten Jahren mit abnehmender Tendenz eingesetzt - und auch nur im Gemüse- und Obstanbau. Dort wurden diese Mehle nie auf Pflanzen ausgebracht, sondern dienten dazu, Anzuchtsubstrate für Jungpflanzen mit Stickstoff und — bei Knochenmehl — mit Phosphor anzureichern. Die Pflanzen können diese Nährstoffe nur in mineralisierter Form verwerten. Es ist unmöglich, dass die Pflanzen ganze Eiweiße wie den BSE-Erreger aufnehmen. Dieser müsste daher über Monate hinweg lebensfähig sein und dann zusammen mit Erdkrümeln am Gemüse anhaften, um in den Verzehr zu gelangen.

Obwohl sie keine Gefahr darin sehen, haben die AGÖL und die ihr angeschlossenen Anbauverbände den Einsatz von Blut- und Knochenmehl vor Weihnachten untersagt. Bei Demeter ist er schon seit 1997 verboten. "Wir wollten im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes auch jedes mögliche Restrisiko ausschalten", begründet Klaus-Peter Wilbois den Beschluss der AGÖL.

Das Blut stammt meist von Hühnern, die Knochen von Rindern oder Schweinen. Risikomaterialien wie Rinderköpfe, Rückenmark und Wirbelknochen werden, soweit sie überhaupt im Rohmaterial vorhanden sind, aussortiert und für die Knochenmehlherstellung nicht verwendet. Bei der Aufbereitung zu Düngemitteln gelten die selben Vorschriften wie für Tiermehl: Hygienisierung bei 133 °C und einem Druck von 3 bar über die Dauer von 20 Minuten. Wie sich zeigte, bieten diese Regelungen wegen der mangelhaften Kontrollen jedoch keine 100-prozemtige Sicherheit gegen BSE.

Eingesetzt werden dürfen auch von Biobauern weiterhin Hornmehl, Hornspäne und Dünger aus Federn und Borsten. Hornspäne und -mehl werden aus Rinderhörnern und Hufen gewonnen, die in der Regel aus Übersee und Osteuropa stammen. Da das eigentliche Horn und die Hufe kein Nervengewebe enthalten, sind diese nicht BSE-verdächtig. "Gewebe, die nicht mit dem BSE-Erreger infiziert sind (z.B. Hufe, Hörner oder Haare), können als Dünger eingesetzt werden", sagt deshalb die EU-Kommission. "Sollte sich diese wissenschaftliche Einschätzung ändern, werden wir auch auf Horn- oder Federprodukte verzichten," meint Klaus-Peter Wilbois.


BSE aus dem Boden?

Bereits im Frühjahr 2000 hatte der wissenschaftliche Beirat Bodenschutz des Bundesumweltministeriums darauf hingewiesen, dass die als BSE-Erreger geltenden defekten Eiweiße, die Prionen, möglicherweise längere Zeit im Boden überleben können. Sie könnten dann beim Grasen von Kühen wieder aufgenommen werden und diese infizieren. Auf einer Fachtagung des Ministeriums wollten die Wissenschaftler wegen der vorhandenen Wissenslücken keine endgültige Entwarnung geben. Allerdings schätzten sie andere Übertragungswege als wesentlich wichtiger ein. Für Biobauern spielt diese Theorie keine Rolle. Denn für die Futtererzeugung und die Düngung der Weiden wird fast ausschließlich betriebseigener Mist und Mistkompost verwendet. Für den Zukauf von Fremdmist ist eine Ausnahmegenehmigung des Anbauverbandes erforderlich. Mit Tiermehl darf nicht gedüngt werden.


Besserer Geschmack
Gastro-Fachverband empfiehlt Bio-Zutaten

Eier von frei laufenden Hühnern? Schnitzel vom glücklichen Schwein? Wer auswärts essen geht, der bekommt in "normalen" Restaurants selten Bio-Essen aufgetischt.

Hoteliers und Gastronomen sollten ihren Gästen aber mehr Gerichte aus biologisch kontrolliertem Anbau anbieten, empfiehlt die Food + Beverage Management Association (FBMA), das ist der Fachverband für Führungskräfte aus Hotellerie und Gastronomie. "Der Bedarf ist da", meint Bernhard Rothenberger, Regionaldirektor der FBMA. "Die Lebensmittelskandale der vergangenen Zeit - insbesondere BSE - haben die Verbraucher sehr verunsichert. Daher wollen sie jetzt immer öfter genau wissen, woher die Produkte kommen."

Nicht nur gesundheitliche Bedenken sprechen für Öko-Menüs: "Weitere Vorteile sind der bessere Geschmack der Produkte, die Umweltschonung und die artgerechte Haltung der Tiere", so Rothenberger. Zudem seien Öko-Produkte ein beachtlicher Wachstumsmarkt. Dies lässt sich am Beispiel der ökologischen Fleischprodukte erkennen: Nach aktuellen Schätzungen der Fachhochschule Weihenstephan, geben Verbraucher in Deutschland hierfür zurzeit bereits 860 Millionen Mark aus. In den kommenden Jahren wird mit einem maximalen Marktvolumen von gut elf Milliarden Mark gerechnet. Einen ersten Schub in diese Richtung brachte die aktuelle Entwicklung in Sachen BSE. Der Run auf Bio-Fleisch war so groß, dass manche Naturkostgeschäfte ihren Umsatz in diesem Sortimentsbereich verdoppeln oder gar vervierfachen konnten. In den meisten Fällen lagen die Zuwächse bei etwa 50 Prozent. Zum Teil kam es bereits zu Engpässen.

Die Bezeichnungen "biologisch" und "ökologisch" sind durch die EU-Bioverordnung gesetzlich geschützt. Seit August 2000 gilt dies auch für tierische Produkte. Die Verordnung stellt die Öko-Qualität europaweit sicher. Sie garantiert, dass Tier- und Umweltschutz überall auf dem gleichen Mindestniveau liegen. Deutsche Anbauverbände wie Bioland, Demeter oder Naturland gehen mit ihren Richtlinien noch darüber hinaus.


Lebensmittel-Deklaration
Hühnersuppe für Vegetarier?

"Die Deklaration von Lebensmitteln für Vegetarier ist völlig unzureichend!" Das ist das Zwischenergebnis einer Postkarten-Kampagne, die die Vegetarische Initiative mit dem Vegetarierbund Deutschlands im vergangenen Jahr startete.

Mehr als 10.000 vorgedruckte Postkarten wurden von interessierten Verbrauchern angefordert, um sich über die in Lebensmitteln benutzten tierischen Inhaltsstoffe - die zum Teil nur schlecht oder verschlüsselt auszumachen sind - Klarheit zu verschaffen.

Über 200 Antwortschreiben von 49 Herstellern führten zu ersten Ergebnissen. So erkundigte sich eine Vegetarierin beim Soßenhersteller Dr. Lange & Co. GmbH nach "rein pflanzlichen" Produkten. Als Antwort erhielt sie eine Liste, in der eine Hühnersuppe mit Nudeln als "ovo-lacto-vegetabil" gekennzeichnet wurde.

Eine Hamburgerin, die bei Penny (REWE-Konzern) nach vegetarischen Produkten fragte, bekam zur Antwort, dass die Verwendung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen "von der jeweiligen Situation auf dem Rohstoffmarkt" abhänge und man deshalb keine verbindliche Antwort geben könne.

Eine Frau aus Düsseldorf wollte von Iglo-Langnese über das vegetarische Sortiment informiert werden. Sie bekam eine Allergen-Tabelle zugeschickt, nach der die Geflügelprodukte und Fischgerichte frei von tierischen Bestandteilen sein sollen. Erstaunt war auch ein Mann aus Tübingen über die Liste der Maggi-Produkte. Danach soll die "Klare Fleischsuppe" ovo-lacto-vegetabil sein.

Diese Auskünfte hält die Vegetarische Initiative für völlig unzumutbar. Deshalb will sie die Postkarten-Aktion fortführen.


Auf der Kippe

Wie der Name schon sagt…

Die Berliner Verkehrsbetriebe bereichern nach Informationen der Tageszeitung taz den Nahverkehr der Hauptstadt mit einer exklusiven Unterwäsche-Kollektion. Sechs Modelle wurden nach U-Bahnstationen benannt. Frauen sollen Slips mit den Namen "Schöneberg", "Jungfernheide" oder "Gleisdreieck" tragen. Männer sollen sich in Unterhosen hüllen, die "Rohrdamm", "Krumme Lanke" und "Onkel Toms Hütte" heißen. Nicht im Programm, so die taz, ist der Stationsname "Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik".


bio inside

Wo lagere ich was im Kühlschrank? Wie gefährlich ist Schimmel? Welche Chancen habe ich, von einem Kauf an der Haustür zurück zu treten?

Für (fast) alle Verbraucherfragen hat die österreichische Site http://www.konsument.at/ eine Antwort, die zum großen Teil auch für deutsche Verhältnisse zutrifft. Zum Beispiel wird genau erklärt, was Etiketten auf Verpackungen verraten oder wie und woran man frische und gesunde Lebensmittel erkennt. Wer Fragen zu seinem Heiz-Energieverbrauch hat, bekommt kurzfristige Maßnahmen durch effiziente Wärmenutzung vorgeschlagen. Und wer immer schon mal wissen wollte, was die ganzen E-Nummern auf den Lebensmitteln bedeuten, der kann online in der "Liste von Lebensmittel-Zusatzstoffen mit besonderer Berücksichtigung für überempfindliche Personen" nachsehen.

Außerdem bietet www.konsument.at auch Musterbriefe zum Beschweren an, zum Beispiel, wenn eine Ware nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert wird oder wenn man Mängel bei einer verpatzten Pauschalreise rügen und Preisminderung verlangen will.


Mobilfunk
Sind Handys gefährlich für Jugendliche?

Eine Studie des englischen Physikers Gerard Hyland sorgt in Großbritannien für Furore. Hyland sagt, Handys könnten bei Kindern und Jugendlichen Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust und Schlafstörungen auslösen. Die britische Regierung hat schon auf die Forschungsergebnisse reagiert und verpflichtete Händler, ihre Kunden über die möglichen gesundheitlichen Risiken des "Viel-Telefonierens" aufzuklären.

Hyland unterscheidet zwei Arten der Strahlenbelastung, die von Handys ausgehen: Zum einen Strahlung, die das Gehirn im Ohrbereich erwärmt, und zum anderen die nicht-thermische, pulsierende Strahlung. Hyland ist sich nach vielen Versuchen sicher, dass von der nicht-thermischen Strahlung vor allem Kinder und Jugendliche bedroht sind: Ihr Nervensystem sei noch im Wachstum und deshalb empfindlicher gegenüber elektromagnetischer Strahlung. Hyland: "Wenn Mobiltelefone ein neues Nahrungsmittel wären, würden sie nicht angeboten, weil es zu viele Unsicherheiten in ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit gibt."

Die BUNDjugend (Jugendorganisation im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) fordert die Industrie auf, auch in Deutschland einen Warnhinweis auf die Telefone zu drucken, ähnlich den Hinweisen auf Zigaretten-Packungen. Mittlerweile hat jeder zweite Jugendliche in Deutschland ein Handy.


Spielzeug
Gehör von Kindern ist gefährdet

Kinderspielzeug ist oft viel zu laut. Darauf haben jetzt amerikanische Ärzte hingewiesen. Am Georgetown University Medical Center haben sich Experten unter Leitung von Earl Harley mit der Lautstärke von Spielzeug beschäftigt und appellieren nun vor allem an die Eltern, bei der Auswahl von Spielzeug darauf zu achten, wie laut es ist.

Eine andauernde Lärmbelästigung von mehr als 85 Dezibel gilt als gesundheitsschädlich. Amerikanische Arbeitgeber sind sogar dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter mit Gehörschutz zu versorgen, wenn die Lautstärke am Arbeitsplatz 90 Dezibel überschreitet. Lärm, der 140 Dezibel misst, gilt als schmerzverursachend. Spielzeugtelefone können im Vergleich dazu mit 90 Dezibel lärmen, Spielzeug-Lautsprecher sind sogar bis zu 131 Dezibel laut.

Deshalb warnen die Mediziner: Wenn ein Spielzeug laut genug ist, das Gehör eines Erwachsenen zu gefährden, ist es erst recht zu laut für Kinder.


Biologische Ernährung
Öko-Landbau schützt das Klima

Die Landwirtschaft ist weltweit an der Belastung des Klimasystems der Erde mit etwa 15% beteiligt. Dazu gehört die Emission von Treibhausgasen ebenso wie die Schädigung der Ozonschicht durch Chlorverbindungen, wie sie z.B. in organo-synthetischen Pestiziden enthalten sind. Ökologischer Landbau hat ein erhebliches Potential, das Klima zu entlasten. Der Ökologische Landbauverband Naturland hat Fakten zur Umweltentlastung durch den Ökologischen Landbau vorgelegt.

Aufgrund des geringeren Energieverbrauchs pro Flächeneinheit verursacht der Ökologische Landbau nach Berechnungen der Universität Bonn 61 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen als die konventionelle Landwirtschaft. Eine Belastung durch Chlorverbindungen aus organo-synthetischen Pestiziden entfällt vollkommen. Sie sind im ökologischen Landbau verboten.


Gesundheit
Heilpraktiker empfehlen Blutspende

Der permanente Mangel an Blutspenden könnte leicht dadurch behoben werden, dass mehr Menschen über die positiven, gesundheitsfördernden Wirkungen einer kontrollierten Blutentnahme Bescheid wüssten, behauptet der Fachverband Deutscher Heilpraktiker. Schon vor über 2000 Jahren habe der griechische Arzt Hippokrates die "Säftelehre" begründet, wonach "Harmonie und Reinheit der Körpersäfte" eine gute Gesundheit gewährleisten und der römische Arzt Celsius erkannte das durch "Säfteverderbnis" veränderte Blut als dunkler und dickflüssiger und er empfahl, dieses Blut durch Aderlass zu entleeren und durch Diät zu erneuern.

Weitere bekannte Persönlichkeiten, wie Paracelsus, Hildegard von Bingen oder Aschner stünden für eine Säftereinigung und Bluterneuerung, wie sie in der Naturheilkunde der Heilpraktiker bis heute bewahrt und praktiziert wird. Empfehlenswert sind derartige Maßnahmen insbesondere im Frühjahr und Herbst, wobei die Art und Dauer der Therapie den jeweiligen konstitutionellen Gegebenheiten anzupassen ist.


Vollkorn-Produkte
Herzinfarkt-Risiko kann verkleinert werden

Frauen, die Vollkornprodukte essen, schränken ihr Herzinfarkt-Risiko drastisch ein. Das behaupten Forscher des Harvard Brigham and Womans Hospital in Boston, die eine Studie zu diesem Thema im American Medical Journal und in der jüngsten Ausgabe der New York Times veröffentlicht haben.

Demnach erkrankten Frauen, die häufig Vollkornprodukte aßen, im Durchschnitt rund zwei bis drei Scheiben Vollkornbrot täglich, um 30 bis 40 Prozent seltener an Herzinfarkten als Frauen, die weniger als eine halbe Scheibe aßen. Insgesamt wurden im Zeitraum von 1984 bis 1996 rund 75.000 Frauen der Harvard Universität untersucht. Mehr als 350 der Probantinnen erlitten in diesem Zeitraum Herzinfarkte. Die meisten Erkrankungen waren ischämisch, das heißt sie wurden von Blockaden in Blutgefäßen, die das Gehirn versorgen, hervorgerufen.

"Nur eine Scheibe Vollkornbrot täglich kann das Infarkt-Risiko bereits senken," sagte Simin Liu, Autor der Studie. Die genauen Gründe für die positive Wirkung von Vollkornprodukten seien allerdings nicht vollständig geklärt.


Gesundheit
Fluorid im Trinkwasser nicht nur nützlich

Fluorid im Trinkwasser schützt vor Karies, verursacht bisweilen aber auch Fluorose, eine exzessive Knochenvermehrung. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Wissenschaftler aus Großbritannien. Sie haben über 200 Studien neu bewertet, in denen der Nutzen von Fluorid im Trinkwasser untersucht wurde. Fluorid wird in einigen Ländern Europas dem Trinkwasser zugesetzt, weil es den Zahnschmelz hart und unempfindlich macht.

Die Wissenschaftler ermittelten, dass in Gegenden, in denen Fluorid ins Trinkwasser gegeben wird, durchschnittlich 14,6 Prozent weniger Kinder kariöse Zähne haben als in Gegenden ohne Fluorid-Trinkwasser. Einige Studien haben jedoch eine Zunahme an Karies bei fluoridiertem Trinkwasser festgestellt. Die Ergebnisse der einzelnen Studien reichen von 64 Prozent weniger Karies bis hin zu 5 Prozent mehr Karies.

Die Analyse zeigte zudem, dass der Konsum von Fluorid-Trinkwasser häufig zu der sogenannten dentalen Fluorose führte. Diese exzessive Knochenvermehrung äußert sich in harmlosen Fällen in Form weißer Flecken, kann aber in schweren Fällen entstellende braune Flecken auf den Zähnen hervorrufen. Die Wissenschaftler schätzen, dass eine Fluorid-Konzentration von einem Milligramm pro Liter bei etwa 12,5 Prozent der Bevölkerung Fluorose verursacht. Ob Fluorid im Trinkwasser andere Gesundheitsprobleme verursacht - etwa Krebs oder Fehlbildungen im Skelett - könne man anhand der 200 Studien nicht beurteilen, so die Wissenschaftler.


Pestizide
Nährboden für gefährliche Bakterien

Im Obst- und Gemüseanbau eingesetzte Pestizide können von bakteriellen Krankheitserregern als Nährsubstrat genutzt werden. Zu diesem Ergebnis kommen, nach einem Bericht des New Scientist, kanadische Wissenschaftler von der University of Manitoba unter Leitung von Greg Blank. Anlass ihrer Untersuchungen waren gehäuft aufgetretene Fälle von Nahrungsmittel-Vergiftungen nach dem Verzehr von Frischobst und Salat.

Die Wissenschaftler testeten gebräuchliche Konzentrationen verschiedener Herbizide, Fungizide und Insektizide, die für die Behandlung von Obst und Gemüse zugelassen sind. Unter Laborbedingungen hatte jedes dritte der untersuchten Pestizide einen wachstumsfördernden Effekt auf die Erreger.

Aufgrund dieser Befunde, so Blank, sei zu befürchten, dass sich Krankheitserreger in Pestizid-Vorratsbehältern vermehren. Beim Besprühen der Felder würden die Keime dann in hoher Konzentration auf Obst und Gemüse übertragen. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob die Bakterien in den Behältern lange genug überleben, um eine Gefahr für den Konsumenten darzustellen.


Gen-Medizin
Gen-Arzneien auf dem Vormarsch

Vor 14 Jahren kam das erste Medikament auf den Markt, das gentechnisch verändert war: ein Impfstoff gegen Hepatits B. Heute ist schon fast jede Vierte Medizin, die in Krankenhäusern getestet wird, mittels Gentechnik hergestellt worden, 66 solcher Medikamente sind in Deutschland mittlerweile zugelassen. Nach Zahlen der europäischen Arzneimittel-Behörde EMEA werden in zehn Jahren schon 60 Prozent aller Zulassungsanträge mit gentechnisch hergestellten Heilmitteln zu tun haben.


Wegwerfwindeln
Kinder-Hoden werden zu heiß

Seit rund 25 Jahren wird eine Abnahme der männlichen Fruchtbarkeit beobachtet. Kieler Mediziner vermuten jetzt einen Zusammenhang zwischen diesem Fruchtbarkeitsschwund und der Verwendung von Einwegwindeln. Die Forscher fanden heraus, dass bei Säuglingen und Kleinkindern die Hodentemperatur deutlich erhöht war, wenn sie mit Plastik ausgekleidete Einmalwindeln trugen. Diese erhöhte Temperatur könnte die normale Entwicklung des Hodens beeinträchtigen, glauben die Forscher.

Bei 48 Kleinkindern im Alter bis zu viereinhalb Jahren maßen die Mediziner kontinuierlich die Temperatur des Hodensacks. Dabei trugen die Kinder über 24 Stunden abwechselnd Einmalwindeln aus Plastik und waschbare Windeln aus Baumwolle. Während des Tragens der Plastikwindeln war die Hodentemperatur deutlich höher. Teilweise lag sie sogar über der Körpertemperatur.


Bio-Boom
Öko-Landbau wächst weltweit!

Die Stiftung Ökologie & Landbau hat die zweite, überarbeitete Auflage der Studie "Ökologische Agrarkultur Weltweit - Organic Agriculture Worldwide" vorgelegt. Diese in Zusammenarbeit mit der BioFach Nürnberg erstellte Studie enthält die neuesten Zahlen zum Umfang des globalen Öko-Landbaus. Danach werden insgesamt etwa 10,5 Millionen Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Die größte Bio-Fläche kann Australien aufweisen mit circa 5,3 Millionen Hektar, gefolgt von Italien (958.587 Hektar) und den USA (etwa 900.000 Hektar). Deutschland liegt im weltweiten Vergleich auf Platz vier mit 452.279 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche. Was den Anteil der Biofläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche angeht, so sind die europäischen Alpenländer Liechtenstein (17 %), Österreich (8,4 %) und Schweiz (7,8 %) Spitzenreiter. Deutschland liegt mit 2,6 % an achter Stelle.

Die zweisprachige Studie (Deutsch/ Englisch) kann bei der SÖL (Weinstraße Süd 51, 67098 Bad Dürkheim) bezogen oder im Internet (www.soel.de/inhalte/ publikationen/s_74.pdf) abgerufen werden.


Ernährungspionier Dr. med. Max Otto Bruker gestorben

Am 6. Januar dieses Jahres verstarb der engagierte Ganzheitsarzt und Erfolgsautor medizinischer Bücher Dr. Max Otto Bruker in Lahnstein. Einen Namen machte sich Bruker unter anderem als Autor von über 30 Publikationen, die eine Gesamtauflage von 30 Millionen Exemplaren überschreiten. Zu seinen Bestsellern zählen "Unsere Nahrung — unser Schicksal" und "Lebensbedingte Krankheiten". In über 60 Berufsjahren als Arzt und medizinischer Leiter alternativer Krankenhäuser setzte Bruker die Theorie ganzheitlicher Lebens- und Ernährungsweise in der täglichen Praxis erfolgreich ein. "Der Mensch wird krank, weil er sich falsch ernährt, der Mensch wird krank, weil er falsch lebt", lauten die Leitgedanken seiner gelebten Lehre.

Der gebürtige Reutlinger engagierte sich darüber hinaus als einer der ersten deutschen Ärzte gegen die Atomkraft und leitete die Prozesse gegen das Kernkraftwerk "Würgassen" ein. Der bekennende Pazifist wies zudem seit den sechziger Jahren immer wieder mahnend auf den verhängnisvollen Zusammenhang zwischen Radioaktivität und Krebserkrankungen hin und forderte nachdrücklich einen schnellen Ausstieg aus dieser Form der Energiegewinnung. Dr. Max Otto Bruker wäre in diesem Jahr 92 Jahre alt geworden.

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