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Umwelt

Hans Krautstein beantwortet Ihre Fragen.

Hans Krautstein beantwortet Ihre Fragen. Gefahr durch Mutterkorn? In Roggen, manchmal sogar in Weizen, finde ich gelegentlich ein Mutterkorn (1 Korn auf 1 kg). Ist das normal? Ist in konventionellem, vermahlenem Getreide ebenfalls Mutterkorn enthalten? Wie gefährlich ist Mutterkorn? Ist es nötig, Getreide vor dem Mahlen gründlich zu durchsuchen? F
31.10.1998

Hans Krautstein beantwortet Ihre Fragen.

Gefahr durch Mutterkorn?

In Roggen, manchmal sogar in Weizen, finde ich gelegentlich ein Mutterkorn(1 Korn auf 1 kg). Ist das normal? Ist in konventionellem, vermahlenem Getreideebenfalls Mutterkorn enthalten? Wie gefährlich ist Mutterkorn? Istes nötig, Getreide vor dem Mahlen gründlich zu durchsuchen?

F. Wohlert, Dortmund

Mutterkorn, ein schwarzbraunes, schmales, oft leicht gebogenes Gebilde von bis zu 25 mm Länge, entsteht in der Kornähre anstelle des Getreidekorns bei Infektion durch den schmarotzenden Mutterkornpilz. Es enthält giftige Alkaloide, die vorwiegend auf die Muskulatur wirken und starke Verengungen der Blutgefäße verursachen können. Heute besteht für den Konsumenten in der Regel keine akute Gesundheitsgefahr durch Mutterkorn. Zwar wird vor allem Roggen - gelegentlich auch Weizen - nach wie vor von den Pilzsporen befallen, doch läßt sich ein eventueller Mutterkorn-Besatz mit Hilfe moderner Auslesemaschinen relativ gut entfernen. Nur dort, wo keine Vorsortierung stattfindet - etwa beim Kauf vom Bauern direkt nach der Ernte -, ist es angebracht, das Getreide vor dem Verwenden nochmals genau zu inspizieren.

Das Bundesamt für landwirtschaftliche Marktforschung hat in Abstimmung mit der EU in seinen Interventions-Richtlinien einen Grenzwert von 0,05 Prozent Mutterkorn für Konsumgetreide festgelegt. Daß sich trotz Vorsichtsmaßnahmen zumindest Teile von zerbrochenem Mutterkorn im Getreide und Reste davon im Brot finden, läßt sich nicht völlig ausschließen. Dies betrifft konventionelles und Bio-Getreide in gleicher Weise. Chemische Spritzmittel können eine Infektion nicht verhindern, da diese nur bei geöffneter Ähre erfolgen kann, also zu einem Zeitpunkt, da der Einsatz von Pestiziden verboten ist.

Mutterkorn-Vergiftungen beim Menschen sind aber höchst selten. Ein Fall aus den 80er Jahren (durch ungereinigtes Müsli) und die Vergiftung eines Landwirts in Nordrhein-Westfalen durch Inhalation des Getreidestaubs aus mit Mutterkorn-durchsetzem Futter sind die einzigen uns bekannten Beispiele.

Die Menge, von der Sie sprechen - ein Korn pro Kilo - mag rein rechnerisch tolerierbar sein, erscheint uns aber dennoch als Zumutung. Wenn der Besatz regelmäßig auftritt, sollten Sie sicherheitshalber die Bezugsquelle wechseln.

Schnurloses Telefon

Sind normale schnurlose Telefone unter Elektrosmog-Gesichtspunkten bedenklich?

Claudia Melzer, Pohlheim

Schnurlose nennt man die funkenden Haustelefone, die bis zu einer Entfernung von etwa 200 Metern ohne Kabel auskommen und von kleinen Basisstationen in den eigenen vier Wänden gespeist werden. Es gibt derzeit drei verschiedene technische Standards. Als unproblematisch kann allein CT-1-Plus gelten, bei dem von Telefon und Basisstation beim Telefonieren nur relativ schwache, nicht gepulste analoge Wellen ausgehen. Schwache, aber gepulste Wellen senden CT-2-Modelle aus. Da gepulste Wellen nach Auffassung unabhängiger Wissenschaftler sensible biologische Systeme schädigen können, sind sie weniger empfehlenswert.

Das eigentliche Problem stellen jedoch die Schnurlosen mit DECT-Technik dar, die zunehmend den Markt bestimmen, weil sie in der Lage sind, mehr Information zu transportieren. Sie strahlen nicht nur starke gepulste (digitale) Wellen ab, ihre Basisstation sendet auch ohne Unterbrechung mit voller Leistung. "Wer sie benutzt, holt sich den D-Netz-Sendemast quasi direkt ins Wohnzimmer", meint Wolfgang Maes, Sachverständiger für Baubiologie und Umweltanalytik. Die von den Geräten ausgehenden Strahlenbelastungen sind auch durch Wände hindurch gemessen noch zehnmal so hoch wie die Werte, bei denen man bereits Veränderungen der Hirnströme im EEG (Elektro-Encephalo-Gramm) feststellt. Die gepulste Mikrowellenfrequenz der DECT-Schnurlosen hat aber noch weitere Nachteile. Sie verursacht häßliche Streifen im Fernsehbild und stört Hörgeräte, Stereoanlagen und andere Telefone. Laut Stiftung Warentest schneiden digitale Geräte in Gebäuden generell schlechter ab als analoge. Trotzdem wird ihr Absatz weiter forciert. Das Bundesamt für Strahlenschutz hält die gepulsten Heim-Handys für unbedenklich und gab damit der Industrie grünes Licht. Ganze Städte sollen demnächst flächendeckend mit DECT-Sendern übersät werden. Gleichzeitig formiert sich an manchen Stellen der Widerstand der betroffenen Bürger. Selbst Gerichte werden zunehmend auf die Problematik aufmerksam.

Unser Rat: Lassen Sie die Hände entweder ganz von Schnurlosen oder greifen Sie auf die bewährte CT-1-Plus-Technik zurück.

Wieviel Honig statt Zucker?

Kann ich bei der Umsetzung Ihrer Rezepte Rohrzucker durch Honig ersetzen?Gibt es da vielleicht eine Tabelle zum Umrechnen?

Stefan Wenzel, Sankt Augustin

Eine verbindliche Umrechnungsregel gibt es nicht. Da Honig jedoch mehr Flüssigkeit als Zucker enthält, muß Speisen, bei denen es auf eine bestimmte Konsistenz ankommt (z.B. Gebäck, Pudding) weniger Flüssigkeit zugegeben werden, wenn der Zucker durch Honig ersetzt wird. Die Flüssigkeitsmenge ist dabei auch von der Art des Honigs - fest oder flüssig - abhängig. Bei Teigen ist der Austausch etwas einfacher, da man auf die gewohnte Konsistenz hinarbeiten kann.

Der Ersatz von Rohrzucker durch Honig hängt aber auch von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Die Erfahrung zeigt, daß man meist deutlich weniger Honig braucht als Zucker, um eine harmonische Süße zu erreichen. Beim einen mag schon die Hälfte genügen, beim anderen zwei Drittel oder mehr. Auch die verwendete Honigsorte spielt eine Rolle. Hier hilft nur eins: Probieren geht über Studieren.

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