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Umwelt

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist das meistverbreitete Herbizid der Welt und höchst umstritten. Die wichtigsten Fakten über das Pflanzenvernichtungsmittel - kurz erklärt.

16.04.2016 vonLeo Frühschütz

Glyphosat ist das meistverbreitete Herbizid der Welt und höchst umstritten. Die wichtigsten Fakten über das Pflanzenvernichtungsmittel - kurz erklärt.

Glyphosat lässt sich bei vielen Menschen bereits im Urin nachweisen. Dorthin gelangt es hauptsächlich über (erlaubte) Rückstände in Brötchen und anderen Getreideprodukten.

Ist Glyphosat krebserregend?

Die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation haben Glyphosat im Frühjahr 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Deutsche und EU-Behörden halten es weiterhin für unbedenklich. 2017 hat die EU die Zulassung für das Pflanzenvernichtungsmittel trotz vieler Proteste bis Ende 2022 verlängert. Dann muss erneut darüber entschieden werden wie es mit Glyphosat weitergeht.

Missbildungen durch Glyphosat

In Argentinien werden Felder mit Glyphosat-resistenten Sojabohnen auch aus der Luft besprüht. Dort kommen viermal häufiger als anderswo missgebildete Kinder zur Welt, berichten Ärzte.

Glyphosat enthält schädliche Zusätze

Damit das Glyphosat besser wirkt, enthalten die fertigen Produkte oft Hilfsstoffe. Einige davon, wie die Tallowarmine, sollen noch schädlicher als Glyphosat selbst sein.

Wo wird Glyphosat eingesetzt?

Glyphosat ist das meistverbreitete Herbizid der Welt: 90 Firmen produzieren rund 700.000 Tonnen – jedes Jahr. Deutsche Bauern setzen es laut Umweltbundesamt auf 40 Prozent der Felder ein. Oft noch kurz vor der Ernte. Im Bio-Landbau ist das tabu. Auch Hobbygärtner dürfen Glyphosat spritzen, doch viele Baumärkte haben es ausgelistet. 2020 soll das Pflanzenvernichtungsmittel aber im Rahmen der sogenannten "systematischen Minderungsstrategie" der Bundesregierung für den Gebrauch in Haus- und Kleingärten sowie in öffentlichen Parks verboten werden.

Wer hat das Pflanzengift erfunden?

Den Wirkstoff Glyphosat entwickelte der der heute zur Bayer AG gehörende US-Konzern Monsanto. 1974 brachte er das Glyphosat-haltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup auf den Markt. Zum Bestseller wurde es, als Monsanto ab 1996 genmanipulierte Pflanzen verkaufte, die gegen Glyphosat resistent sind. Sie überstehen die Dusche mit dem Pflanzengift – alle anderen Pflanzen sterben ab.

Aktualisiert am 07. Juli 2020

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