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Gemeinsame Agrar-Politik – was soll das?

Die Länder der EU machein eine gemeinsame Agrar-Politik und nennt das kurz GAP. Um wie viel Geld es dabei geht und wem die Politik nutzt, lest ihr hier.

01.10.2019 vonLeo Frühschütz

Die Länder der EU machein eine gemeinsame Agrar-Politik und nennt das kurz GAP. Um wie viel Geld es dabei geht und wem die Politik nutzt, lest ihr hier.

Gemeinsam Ackern: Die Abkürzung GAP steht für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU-Staaten, die 1962 begann. Sie schuf einen einheitlichen Markt für landwirtschaftliche Produkte, schützte ihn durch Zölle und garantierte den Landwirten feste Preise. In den 80er Jahren wurde diese Praxis wegen Überproduktion durch flächenbezogene Direktzahlungen ersetzt.

Wer entscheidet über die GAP?

Über die GAP ab 2021 entscheiden EU-Kommission, EU-Parlament sowie die Mitgliedsstaaten vertreten durch den EU-Agrarrat. Im sogenannten Trilog müssen sich die drei Gremien auf einen Kompromiss einigen. Bis 2009 wurde das EU-Parlament lediglich angehört. Inzwischen darf es mitentscheiden.

Welche Agrasubventionen gibt es?

Agrarsubventionen zahlt die EU seit 1999 aus zwei Töpfen, Säulen genannt. Aus der ersten (76 %) fließt Geld für jeden Hektar Agrarland an die Betriebe. Man spricht auch von Direktzahlungen. Die zweite Säule (24 %) besteht aus Förderprogrammen, etwa für den Öko-Landbau, die ländliche Entwicklung und freiwillige Umweltmaßnahmen.

Geld nur für die großen Betriebe?

Laut Agrar-Atlas kassiert ein Fünftel der landwirtschaftlichen Betriebe 69 Prozent aller Direktzahlungen. Würden sie anders verteilt, könnte das dem Höfesterben hierzulande entgegenwirken und eine Agrarwende einleiten. Die EU-Kommission will die Zahlungen auf 100.000 Euro je Betrieb begrenzen, was Deutschland wiederum ablehnt.

Sieben-Jahres-Pläne der GAP

Die EU schreibt das Budget für sieben Jahre fest. Der Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020 beträgt insgesamt 408 Milliarden Euro. Das entspricht rund einem Drittel des gesamten EU-Haushalts. Deutschland erhält aktuell davon jährlich etwas mehr als sechs Milliarden. Für die kommenden sieben Jahre haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs am 21. Juli 2020 auf einen Gesamtbetrag der GAP-Ausgaben von 336,4 Milliarden Euro geeinigt.

Das System ändern?

Agrarwissenschaftler, Bio- und Umweltverbände wollen das Subventionssystem ändern und damit einen Wandel in der Agrar-Politik voranbringen. Bezahlt werden sollen nur noch Leistungen, die die Landwirte für Umwelt-, Arten- und Klimaschutz sowie Tierwohl erbringen. Die Direktzahlungen würden wegfallen.

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